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30.01.14Kommentieren

Kompetenzmanagement

Kompetent in Sachen Kompetenz?

Was verbinden Unternehmen mit Kompetenzmanagement? Welchen Nutzen sehen sie darin und wie lässt es sich effektiv und effizient gestalten? In der Studie »Kompetenzmanagement in deutschen Unternehmen 2012/2013« hat das Fraunhofer IAO dazu 518 Experten befragt.  

Ein Beitrag von Alexander Karapidis

 


Kompetenzmanagement in deutschen Unternehmen – ein Mauerblümchenthema?

Alles andere als das. Auch wenn der Begriff nahezu ausschließlich im Personalbereich verwendet wird, so sind Fragen wie, welche und wie viele Mitarbeiter benötigt werden, essenzieller Bestandteil jeder erfolgreichen Unternehmensführung. Gerade in turbulenten, häufig globalisierten Märkten und in Branchen mit hohem Wettbewerbsdruck werden qualifizierte Mitarbeiter zum wichtigen Alleinstellungsmerkmal für Unternehmen. Verstärkt wird die Bedeutung dieses Sachverhalts durch die demografische Entwicklung in Deutschland und die Dynamik von technologischen Entwicklungen.

Für eine effektive strategische Umsetzung von Unternehmenszielen bedeutet das aber, dass gerade nicht wie bisher ausschließlich die Fragen dominieren, welche und wie viele Mitarbeiter wann benötigt werden. Vielmehr werden in den nächsten Jahren zunehmend die zentralen Fragen sein, wie und mit welchen Kompetenzen Unternehmen ihre strategischen Ziele auf organisatorischer und personalwirtschaftlicher Ebene umsetzen können. Welche Kompetenzen dem Unternehmen zu welchem Zeitpunkt zur Verfügung stehen, wird die entscheidende Determinante sein, um Strategie effektiv in Handlung überführen zu können. So ermöglicht Kompetenzmanagement eine Beschreibung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Unternehmen und macht diese dadurch transparent. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass der Aufbau und die Weiterentwicklung von Kompetenzen sich an den Unternehmenszielen orientieren. Dies veranschaulicht den strategischen Charakter und die Bedeutung von Kompetenzmanagement – und dies gilt nicht nur Großbetriebe, sondern in gleichem Maße für den Mittelstand.

Wie aber gehen deutsche Unternehmen mit dem Thema bereits heute um? Um das herauszufinden, hat das Fraunhofer IAO im Rahmen der Studie »Kompetenzmanagement in deutschen Unternehmen 2012/2013« 518 Experten aus Unternehmen aller Branchen und Größen befragt, ob und wie sie Kompetenzmanagement betreiben und welche Trends sie für die kommenden Jahre vorhersagen. Die Studie beschreibt nicht nur Status quo und künftige Szenarien, sondern setzt sich intensiv mit Promotoren und Stolpersteinen bei der erfolgreichen Einführung eines guten Kompetenzmanagements auseinander. Für Praktiker, die ein systematisches Kompetenzmanagement auf- oder ausbauen möchten, gibt die Publikation konkrete Tipps.

Überraschend ist, dass rund drei Viertel der Befragten dem Thema Kompetenzmanagement als wichtig oder sehr wichtig erachten – und trotzdem nur rund die Hälfte der befragten Unternehmen überhaupt Kompetenzmanagement betreibt. Diese geben allerdings an, dass die Erfolge ihre Erwartungen übertreffen, zum Beispiel hinsichtlich einer höheren Performance oder der Kompensation des Fachkräftemangels. Um dem Einwand des Zeitmangels zu begegnen, gilt es vor allem den Nutzen zu erhöhen, die Vorgehensweise zu optimieren und bürokratische Aufwände zu reduzieren. Dass sich systematisches Kompetenzmanagement lohnt, zeigt die aktuelle Studie: Unternehmen erzielen damit deutlich bessere Effekte als deren Kollegen, die Kompetenzmanagement unsystematisch betreiben.

Die Zusammenfassung der Umfrageergebnisse steht als PDF hier zur Verfügung.

Autor: Alexander Karapidis

wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Website des Autors
Alexander Karapidis

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