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20.06.17Kommentieren

Interview

"Man kann nicht in Allem der Beste sein“: Interview mit Ulrik Lauritsen


(Bild: Ulrik Lauritsen)

Der Däne Ulrik Lauritsen leitet ein Familienunternehmen, das mittlerweile weltweit tätig ist. Im Interview beschreibt er seine besonderen Herausforderungen.

Kontrollarmbänder für Musik-Fans und VIP-Gäste

Große Veranstaltungen wie auch exklusive, kleine Partys benötigen sie: Eintrittskarten oder Eintrittsbänder. Das dänische Unternehmen Ikast Etiket bietet gewebte Kontrollarmbänder an, die sich bequem tragen lassen und zudem ganz individuell gestaltet werden können. Dank moderner Prozesse bietet das dänische Unternehmen seine Bänder mittlerweile nicht nur in Großserien für B2B-Kunden, sondern auch für B2C-Kunden in kleinen Stückzahlen an, wodurch neue Kundensegmente angesprochen werden können.

„Mehr Aufgaben delegieren, Kontrollverlust hinnehmen“: Interview mit Ulrik Lauritsen

Wir haben uns mit Ulrik Lauritsen über die neuen Herausforderungen seiner mittelständischen Firma unterhalten.

Förderland: Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihr Produkt.

Ulrik Lauritsen: Generell werden Bändchen oder Einlassbänder für die Zugangskontrolle bei großen Veranstaltungen wie Konzerten oder Festivals verwendet. Unser Kontrollarmband ist ein Produkt das wir entwickelt haben, um auch Veranstaltern kleinerer Partys oder beispielsweise studentischer Abschlussfeiern, die Möglichkeit zu geben, Bändchen wie von den großen Festivals zu erhalten. Das Ganze aber mit ihrem eigenen Design und einem individuellen Text - und das schon ab zehn Stück.

Was ist an Ihren Kontrollarmbändern besonders?

Es ist wirklich einzigartig, dass wir so kleine Mengen gewebter Kontrollarmbänder aus Stoff individuell herstellen und liefern. Ebenso wie Festivalbändchen werden diese Bändchen dann weit über den eigentlichen Zeitraum der Veranstaltung hinaus getragen und erinnern den Träger an die Feier oder dienen als Souvenir.

Für welche Zielgruppen und Marktsegmente wird das Produkt angeboten?

Bei diesem Produkt handelt es sich - insbesondere durch die niedrige Mindestbestellmenge - um ein klassisches B2C-Produkt. Die Einsatzbereiche reichen vom Kindergeburtstag über die Hochzeits- und Firmenfeier bis hin zum Abiball oder einer Abschlussfeier. Daher wäre die klassische Zielgruppe Privatpersonen, Gruppen oder Organisationen, die solche oder ähnliche Feiern und Veranstaltungen planen und durchführen.

Gibt es Unterschiede in den Verkäufen und der Produktion, wenn es verschiedene Zielgruppen betrifft?

Wir haben von Beginn an viel Wert auf die Skalierung bei unseren Produktionsmöglichkeiten gelegt. Daher ist es uns möglich diese Kontrollarmbänder beginnend mit zehn Stück bis hin zu weit über 100.000 Stück in der gleichbleibenden hohen Qualität anzubieten.

Je nach Bestellmenge gibt es aber noch zwei Unterschiede: Bei einer kleinen Menge müssen die Armbänder vom Kunden noch voneinander getrennt werden. Aber das geht ganz einfach und wir liefern auch eine Anleitung dazu. Ab 100 Stück kann man sich verschiedene Designs aussuchen und die Armbänder sind direkt bereit zum Tragen.


(Bild: Ikast Etiket) 

Hat der Fokus (Zielgruppen und Marktsegmente) Auswirkungen auf die Vertriebsstrategie und die Kanäle?

Ausgehend vom Endkunden als Zielgruppe haben wir uns in Deutschland erstmal stark auf Suchmaschinenmarketing (SEM) konzentriert. Hier konnten wir dann die Nutzer in verschiedenen Phasen des Entscheidungsprozesses abholen und auf unser Produkt aufmerksam machen. Dabei waren die Phasen recht einfach durch die jeweiligen Suchanfragen zu identifizieren. Dazu haben wir uns, bedingt durch die Sprachbarriere, Hilfe bei einer deutschen Agentur geholt.    

In unserem Heimatmarkt Dänemark sind wir als etablierter Anbieter schon etwas weiter in der Marketingstrategie und nutzen Social-Media-Kanäle wie Facebook, um die Kundenbindung weiter zu stärken.

Was mussten Sie  beim Vertrieb noch bedenken?

Gleich von Beginn an haben wir den Kunden einen Konfigurator in unserem Onlineshop bereitgestellt, mit dem man selbst sein Kontrollarmband gestalten kann. Während der Erstellung wird dann auch gleich über eine Vorschaufunktion dem Nutzer angezeigt, wie das fertige Band aussehen wird.

Das war zuvor bei unseren B2B-Kunden nicht notwendig. Veranstalter größerer Festivals besuchen wir in der Regel persönlich und helfen ihnen bei der Entwicklung individueller Lösungen hinsichtlich Design und Sicherheit.

Wo will Ihr Unternehmen in fünf bis zehn Jahren sein?

Das lässt sich recht kurz und einfach beantworten: Wir wollen die weltweite Nummer 1 werden, was einzigartige und maßgeschneiderte Kontrollarmbänder angeht.

Wo wollen Sie sich persönlich hinentwickeln?

Wir haben als kleines Familienunternehmen 1986 begonnen und sind jetzt online in 12 Ländern vertreten. Dazu musste insbesondere in den Verwaltungsstrukturen einiges geändert bzw. an die neuen Herausforderungen angepasst werden. Ich persönlich musste lernen, dass man nicht alle bekannten Mechanismen eins zu eins auf alle Länder übertragen kann. Dabei musste ich mich manchmal auf die Expertise unserer externen Partner verlassen und das war zu Beginn nicht einfach.

Vielleicht ist das ein wichtiges Ziel für meine persönliche Entwicklung: Mehr Aufgaben delegieren und damit auch den Kontrollverlust hinzunehmen. Man kann nicht in Allem der Beste sein, sondern muss auch die Bereitschaft haben, Dinge mal komplett anders anzugehen.

Gibt es neue Ideen oder Projekte und an welchen Innovationen wird gearbeitet?

Wir versuchen stets die Produktion großer Mengen zu noch günstigeren Preisen möglich zu machen. Beispielsweise für Unternehmen mit geringeren Umsätzen, die aber trotzdem ein hochwertiges Produkt anbieten wollen. Dazu arbeiten wir an einer vollkommen neuen Lösung die Produktionskosten bei der Erstellung von Kontrollarmbändern starkt zu reduzieren. Ich kann aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht näher darauf eingehen, schließlich könnten unsere Mitbewerber auch diesen Beitrag lesen. 

Vielen Dank für das Interview.

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