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28.01.08Kommentieren

Buchführungspflicht

Berücksichtigung nicht steuerbarer Auslandsumsätze bei Buchführungspflicht

Die Frage nach der Buchführungspflicht sorgt besonders unter Kleinunternehmern regelmäßig für Diskussionen. Dabei sind sich viele Unternehmer besonders hinsichtlich der Umsatzgrenzen für die Buchführungspflicht unsicher.

Ein Beitrag von Heiko Beyer

Augenscheinlich zieht die Abgabenordnung (AO) hier eine eindeutige Trennlinie: Nach § 141 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO sind gewerbliche Unternehmer unter anderem dann buchführungspflichtig, wenn sie nach den Feststellungen der Finanzbehörde der einzelne Betrieb Umsätze von mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr erzielt haben.

Doch was meint der Begriff "Umsatz" und welche Umsätze zählen dazu? Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit Beschluss vom 14. August 2007 diese Frage noch einmal im Detail erörtert:

Der Begriff "Umsatz" umfasst sämtliche steuerpflichtigen, steuerfreien und nicht steuerbaren Umsätze im Sinne des UStG. Hierunter fallen auch die nicht steuerbaren und damit von der deutschen Umsatzsteuer befreiten Auslandsumsätze. Dies wurde noch einmal explizit erwähnt.

Als Begründung wird vom Gericht angeführt, dass der Unternehmer als Steuerpflichtiger nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) sein Welteinkommen zu erklären hat. Dazu gehören auch die, nach dem Umsatzsteuergesetz nicht steuerbare Auslandsumsätze. Bei der Umsatzprüfung durch das Finanzamt ist demzufolge das gesamte Welteinkommen anzusetzen. Somit entspricht es dem Sinn und Zweck der Buchführungsregelungen nach der AO, für Sachverhalte unabhängig ob im Inland oder Ausland begründet, bei einer bestimmten Größenordnung dem Steuerpflichtigen eine Buchführungspflicht aufzuerlegen, damit er effektiv seinen Steuererklärungs- und Mitwirkungspflichten nachkommen kann.

Quelle: FG Berlin-Brandenburg v. 14. August 2007, Az 8 V 8133/07

Autor: Heiko Beyer

Steuerberater
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Heiko Beyer

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