01.06.09

Erfolgreiches Selbstmanagement

Konflikte konstruktiv lösen

Viele Menschen verbringen täglich mehr Zeit mit ihren Arbeitskollegen als mit dem Lebenspartner, mit Menschen also, die man sich gewöhnlich nicht aussuchen kann. Kein Wunder, dass es da regelmäßig knallt. Doch Konflikte lassen sich mit einem geringeren Aufwand an Zeit, Energie und Nerven lösen, wenn man ein paar wesentliche Dinge beachtet.

Bis hierhin und nicht weiter!

Streit kostet Zeit und Energie

Studien zufolge kostet das Austragen von Konflikten in Deutschland 15 Prozent der Arbeitszeit.

Ausgelöst werden sie durch falsches Kommunikationsverhalten, Stresssituationen oder Missverständnisse; oft geht es um Lapalien, die dann zu Kettenreaktionen führen.

Sprechen Sie es an!

Ein Kollege, der ständig pfeift oder chronisch unpünktlich ist, kann  Nerven kosten.

Doch anstatt die Dinge beim Namen zu nennen, wählen Betroffene oft die bequeme Variante: Sie schweigen genervt, und das meist viel zu lange - bis das Fass irgendwann überläuft und der Zorn sich spontan entlädt.

Konfliktberater betonen immer wieder, wie wichtig der offene Austausch für eine gute Zusammenarbeit ist. Sagen Sie direkt und konkret, was Sie stört, sonst schwelt der Ärger vor sich hin und drängt Sie zu unnötigen „Vergeltungsschlägen“.

Missverständnissen vorbeugen

Sie ärgern sich über einen dummen Kommentar Ihres Gegenübers? Unterstellen Sie ihm nicht gleich böse Absicht. Vielleicht war es nicht so gemeint, wie es bei Ihnen angekommen ist.

Kommunikation  will schließlich gelernt sein. Scherze zum Beispiel werden oft missverstanden und als persönliche Beleidigung gewertet, denn nicht jeder hat den gleichen Sinn für Humor.

Fragen Sie in Zweifelsfällen genauer nach, das kann viel Ärger vermeiden.

Ich-Botschaften senden

Grundsätzlich gilt: Der Ton macht die Musik. Experten raten zu Ich-Botschaften, also den Ärger einfach aus der eigenen Sicht schildern, anstatt den anderen mit Vorwürfen zu bombardieren.

So könnten Sie Ihrem unpünktlichen Kollegen sagen: „Nun ist es so spät geworden, dass ich meine nächsten Prüfungstermine selbst nicht mehr einhalten kann, und das ärgert mich ohne Ende“, anstatt ihn gleich zu beschimpfen „Immer kommst Du zu spät, mit Dir kann man nicht zusammenarbeiten“.

So drängen Sie Ihr Gegenüber nicht gleich in eine Verteidigungshaltung und beugen der Eskalation vor.

Nicht verletzen und beleidigen

"Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ - diese goldene Regel sollte sich jeder an die Wand hängen. Vermeiden Sie Kurzschlussreaktionen.

Im Zorn brechen schnell Übertreibungen und verletzende Äußerungen heraus, und das kann man später bitter bereuen. Denn was einmal gesagt wurde, wird so schnell nicht vergessen.

Schriftlich: Nur mit Ruhe!

Manchmal ist es von Vorteil, sich schriftlich mitzuteilen: Dann können Sie Ihre Worte in Ruhe wählen und noch einmal lesen.

Aber genau das sollten Sie dann auch unbedingt tun: Nichts kann sich bei Streitigkeiten fataler auswirken als eine spontan „abgefeuerte“ E-Mail. Sie lässt sich nicht mehr rückgängig machen und der andere hat Ihre Schimpferei dann auch noch schwarz auf weiß.

Das kann übel enden, wenn die Sache einmal vor Gericht landen sollte.

Wer nett ist, hat weniger Ärger

Meist bekommt man genau das zurück, was man austeilt.

Ein einfacher Test beweist es: Gehen Sie doch einmal bewusst freundlich durch den Tag und lächeln Sie möglichst viele Menschen an. Sie werden verblüfft sein, wie freundlich man Sie im Gegenzug behandeln wird.

Oder machen Sie gezielt den Miesepeter: Die Reaktionen werden entsprechend ausfallen (wir empfehlen die erste Methode).

Dem anderen seine Meinung gönnen

Das bedeutet nicht, dass Sie sich alles gefallen lassen müssen. Sie brauchen Ihren Kontrahenten auch keine Liebeserklärungen zu machen. Aber man kann anderen Menschen ihre eigene Meinung gönnen und sich höflich dazu äußern.

Sagen Sie sich so etwas wie „Das sehe ich aber komplett anders. Was soll‘s, ich habe meine Meinung gesagt und keine Lust auf unnötigen Ärger.“

Das können Sie auch laut aussprechen: Solange Sie dabei freundlich bleiben, kann es sogar für mehr Verständnis sorgen.

Das gilt natürlich vor allem, wenn es um Nichtigkeiten geht. Da macht es oft keinen Sinn, sich die Nerven blank zu streiten.

Bei bestimmten, gravierenderen Themen muss man natürlich schon mal seinen Standpunkt durchsetzen. Aber auch hier gilt: Wer ruhig und freundlich bleibt, erreicht meist mehr.

Professionelle Streit-Schlichter

Manchmal aber helfen die besten Vorsätze nichts, denn manche Zeitgenossen sind sehr schwierig.

Es gibt Menschen, die den Streit regelrecht suchen, da muss man schon sehr in sich ruhen, um sich nicht anstacheln zu lassen. Oder die Chemie zwischen zwei Kontrahenten stimmt einfach ganz und gar nicht, so dass jegliche Kommunikation scheitert.

In derartigen Härtefällen sollten Sie einen Mediator hinzuziehen. Das sind professionelle, also psychologisch geschulte Streitschlichter, die dann zu vermitteln wissen - allein die Anwesenheit einer neutralen dritten Person kann Wunder wirken.

Die Industrie- und Handelskammern und die Berufsverbände führen Listen mit gut ausgebildeten Experten.

Fazit

Auch wenn es zunächst schwer fällt: Bemühen Sie sich bei Konflikten um eine friedliche, freundliche Einstellung.

Achten Sie auf Ihre Kommunikation und bleiben Sie fair. Sie werden staunen, wie oft sich Probleme dann in Luft auflösen.

Und bedenken Sie immer: Mit Ihrem Groll schaden Sie mehr sich selbst als Ihrem Gegner.


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