06.07.16Kommentieren

Karriere 4.0

Führungskräfte müssen sich auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten

Digitalisierung in der LandwirtschaftBildquelle: Fotolia © goodluz

Führungskräfte sind im Unternehmen diejenigen, die alle Fäden zusammenhalten und wesentlich zum Erfolg beitragen. Sie vertreten die Interessen der Firma und sind in  der Geschäftsleitung tätig. Ihre Aufgaben umfassen viele Bereiche. In der Regel delegieren und kontrollieren sie Mitarbeiter, überwachen die Kosten und steuern Unternehmensprozesse. Damit sie die Tätigkeiten gut erfüllen können, sind Weiterbildungen in diesem Bereich wichtig. Teilzeitprogramme, wie das Global EMBA Programm, fördern Führungsqualitäten und bringen den Managern die täglichen Herausforderungen im Unternehmensalltag näher. Zudem beschäftigten sich die Teilnehmer mit der digitalen Zukunft in der Arbeitswelt.

Was sind die Anforderungen des Jobs 4.0?

Die Digitalisierung hat im Alltag eines jeden Menschen Einzug gehalten. Dank moderner, mobiler und intelligenter Endgeräte macht sie das Verarbeiten, Teilen und Verbreiten von großen Datenmengen möglich. Sie verändert alle Lebensbereiche und wirkt sich auch auf die Arbeitswelt aus. Daraus entsteht bei Mitarbeitern der Wunsch nach Veränderungen. In der Folge passt sich die Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft an die digitale Welt an und stellt ihre Arbeitsorganisation und Arbeitsverteilung um. Schon heute würde die Arbeit ohne Computer und Internet in den meisten Firmen stillstehen: Die Industrie fertigt Produkte mit digitaler Hilfe, Architekten erstellen digitale Baupläne, Mitarbeiter sind über soziale Netzwerke miteinander verbunden - sprich, viele Tätigkeiten sind visualisiert und digitalisiert.

Viele Führungskräfte sind noch nicht in der digitalen Arbeitswelt angekommen

Dass Weiterbildungen im Bereich der Digitalisierung für Führungskräfte notwendig sind, zeigt eine von Microsoft beauftrage Umfrage unter Arbeitnehmern. Sie beklagen, dass ihre Chefs oft dem digitalen Wandel hinterherhinken. Knapp zwei Drittel der Befragten beschweren sich über die fehlende Flexibilität bei der Arbeitszeit- und Arbeitsortgestaltung und wünschen sich besseren Zugang zu Informationen. Viele Arbeitnehmer vermissen zudem neue Informationstechnologien in ihrem Arbeitsalltag. Das ist ein klares Signal an die Führungskräfte. Doch die diskutieren nicht selten lieber über die zerstörerischen Folgen der Digitalisierung für Unternehmen, anstatt Neuland zu betreten. Dabei ist die Digitalisierung unaufhaltsam.

Unternehmensleitung muss Digitalisierung befähigen und Führungskräfte unterstützen

Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass sich Manager auf die Digitalisierung und ihre Auswirkungen vorbereiten können. Dazu müssen die Firmen Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung stellen und Kompetenzen aufbauen, die Führungskräfte adäquat auf die zukünftigen Aufgaben vorbereiten. Auch die Personalabteilung hat Bedarf an Weiterbildungen hinsichtlich neuer digitaler Arbeitsmittel.

Weiterhin müssen die Betriebe neue Formen der Koordination und Leistungsbewertung einführen und mögliche Ängste seitens der Mitarbeiter und Führungskräfte erkennen, um Maßnahmen zur Akzeptanz neuer, technischer Systeme entwickeln zu können. Eine wichtige Rolle kann hier der Betriebsrat spielen, der eine Rolle als Innovationsmoderator einnehmen kann.

So lässt sich die Führung an die Digitalisierung anpassen

Gewinnen werden in der Zukunft Manager und Geschäftsführer, die Mut haben, ihre Führungskultur an die Arbeitswelt 4.0 anzupassen. Sie sollten die Welt deshalb aus den Augen der Kunden sehen und das Verhalten der Anwender kennen, um neue technische Innovationen entwickeln zu können. Das Smartphone ist dafür das beste Beispiel: Vom einfachen Handy hat sich das Mobiltelefon zu einem Multifunktionsgerät verwandelt. Das hat den Markt völlig verändert. Vielen Führungskräften fällt es schwer, darauf zu reagieren. Doch anstatt sich dagegen aufzulehnen, sollten sie Mitarbeiter finden, die den (nicht mehr ganz so) neuen Perspektiven gegenüber offen sind und diese darin bestärken, ihre Kompetenzen auszuarbeiten.

Um den Fortschritt nicht zu verschlafen, müssen Manager die Organisationsstruktur des Unternehmens überdenken und neue Arbeitsformen finden. Sie sollten den Forschergeist fördern und Innovationsteams gründen. Die räumlich wie zeitlich unbegrenzte Informationsbeschaffung sorgt für ein anderes Kunden- und Mitarbeiterverhalten. Alle wollen umgehend Reaktionen auf ihre Bedürfnisse haben und möglichst zeitnah up-to-date sein. Dieser Anspruch fordert von Unternehmen die passende Reaktion.

Eine hierarchische Führungslinie kann diesem Anspruch nicht standhalten. Manager, die das Unternehmen auf die digitale Zukunft vorbereiten wollen, müssen sich darauf einstellen, dass Entscheidungen unmittelbar und dezentral getroffen werden, ohne viel Hierarchie. Die größte Hürde liegt dabei in der Rekrutierung neuer Talente. Führungskräfte sollten Mitarbeiter nicht immer nur in den eigenen Reihen suchen. Um in der Digitalisierung neue Impulse zu finden, sind branchenfremde Mitarbeiter fast schon ein Muss.

Chancen der digitalen Arbeitswelt

Arbeitsabläufe und Absprachen werden durch digitale Programme erleichtert. Mitarbeiter können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Sie sind nicht mehr mit anderen Aufgaben überlastet.

Die neuen Technologien sorgen dafür, dass die Arbeitnehmer flexibler arbeiten können. Sie sind schnell erreichbar und dank einer cloudbasierten IT-Infrastruktur untereinander vernetzt. Darüber hinaus ermöglicht die Digitalisierung mehr Stellen und neue Berufsbilder, wie den Social-Media-Manager. Führungskräfte müssen lernen, mit den neuartigen Möglichkeiten der digitalen Arbeitswelt und der damit verbundenen Verantwortung umzugehen. Dann steht dem Unternehmenserfolg in der Zukunft nichts im Wege.

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