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Merkmale eines Unternehmerteams

Ein funktionierendes Unternehmerteam zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • gemeinsame Vision
  • klare Eigentumsverhältnisse
  • Teamgröße
  • Teamfähigkeit
  • beständige Kommunikation und Motivation
  • klare Aufteilung der Zuständigkeiten
  • komplementäre Eigenschaften und Stärken

Diese Faktoren sind entscheidend für eine gute Zusammenarbeit im Unternehmen.

Die gemeinsame Vision

Eine gemeinsame Zielvorstellung ist für die Zusammenarbeit im Unternehmerteam unentbehrlich. Diese Vision ist vergleichbar mit einem Seil beim Tauziehen. Ziehen die Mitglieder des Teams nicht in die gleiche Richtung, hat das Unternehmen kaum Chancen auf Erfolg.

Bevor man sich also entscheidet, im Team zusammenzuarbeiten, ist es zunächst sinnvoll, eine gemeinsame Strategie, den Führungsstil und die Kundenorientierung festzulegen. Sind die Vorstellungen der möglichen Mitglieder des Unternehmerteams nicht miteinander vereinbar, sollte man möglicherweise von vornherein von einer Zusammenarbeit absehen.

Klare Eigentumsverhältnisse

Eine frühe Klärung der Eigentumsverhältnisse verhindert spätere Unstimmigkeiten zwischen den Mitgliedern des Unternehmerteams. Die genaue Ausgestaltung der Eigentumsverhältnisse sollte in einem Gesellschaftervertrag festgehalten werden. Dadurch kann man sich frühzeitig auf verschiedene Eventualitäten, wie etwa den Ausstieg eines Gesellschafters, vorbereiten.

Daneben ist es ebenso wichtig, so früh wie möglich zu klären, wie viel Kapital zur Gründung des Unternehmens nötig ist und in welcher Form das Kapital bereitgestellt wird.

Teamgröße

Die Größe des Unternehmerteams hängt in erster Linie von den Fähigkeiten und Qualitäten der Mitglieder ab. Können beispielsweise vier Unternehmer einen Bereich der Unternehmensleitung nicht ausreichend abdecken, ist es sinnvoll, über eine fünfte Person mit den entsprechenden Fähigkeiten nachzudenken.

Grundsätzlich sollte das Unternehmerteam eine überschaubare Größe nicht überschreiten. Unternehmensberater gehen davon aus, dass die optimale Teamgröße für ein Unternehmerteam bei drei bis sechs Mitgliedern liegt.

Teamfähigkeit

Für den Erfolg eines Unternehmens sind die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt des Gründerteams mitentscheidend. Teamfähigkeit kann trainiert werden. Neben speziellen Schulungen in diesem Bereich bieten sich aber auch gemeinsame Aktivitäten an, um den Zusammenhalt eines Teams zu stärken und neue Motivation für die gemeinsame Aufgabe zu finden.

Ein Team kann nur dann erfolgreich sein, wenn es zusammenarbeitet und sich jedes Teammitglied miteinbringt. Es ist nicht selten, dass eine Gruppe von Unternehmern zwar ein gutes Konzept hat, aber aus lauter Einzelkämpfern besteht. Fühlen sich die einzelnen Teammitglieder dem Konzept nicht verpflichtet oder zeigen nicht den nötigen Ehrgeiz, sind Konflikte vorprogrammiert.

Beständige Kommunikation und Motivation

Eine gute Zusammenarbeit erfordert Kommunikation und Motivation. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass sich die Mitglieder eines Unternehmerteams fachlich und menschlich respektieren, nach außen geschlossen auftreten und Meinungsverschiedenheiten untereinander ansprechen, diskutieren und nicht nach außen tragen.

Ohne den Austausch untereinander können schnell Missverständnisse zwischen den einzelnen Mitgliedern entstehen. Eine beständige und offene Kommunikation fördert den Zusammenhalt und erleichtert den Umgang mit Krisensituationen. Das bedeutet auch, dass Kritik, wenn sie angebracht ist, stets konstruktiv und sachlich geübt werden sollte.

Genauso wichtig ist es, dass die Teammitglieder sich auch gegenseitig motivieren, die Leistungen der anderen anerkennen und würdigen. Menschen arbeiten grundsätzlich besser, wenn sie wissen, dass ihre Leistungen geschätzt werden. Unternehmer bilden da keine Ausnahme.

Klare Aufteilung der Zuständigkeiten

Es ist sinnvoll, die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Mitglieder klar voneinander abzugrenzen. So vermeidet man von Beginn an Kompetenzgerangel und kann gleichzeitig die Fähigkeiten der Teammitglieder bestmöglich einsetzen.

Am einfachsten geht das, indem man die Zuständigkeiten der Mitglieder des Unternehmerteams an die Organisationsstruktur des Unternehmens anpasst. Ist ein Unternehmen nach Sparten organisiert, können sich die Teammitglieder auf die einzelnen Sparten verteilen. Bei einem Telekommunikationsunternehmen wären beispielsweise Sparten wie Mobilfunk, Festnetz und Internet denkbar.

Neben einer Aufteilung der Kompetenzen nach Sparten ist auch eine Aufteilung in Prozessabläufe möglich. Das Unternehmerteam gliedert sich dann in Zuständigkeitsbereiche wie Vertrieb, Controlling, PR und Marketing auf.

Durch eine solche Verknüpfung von Unternehmensstruktur und Unternehmerteam lassen sich auch mögliche Kompetenzlücken im Team erkennen.

Komplementäre Eigenschaften und Stärken

Die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder des Teams sollten sich bestmöglich ergänzen. Vor dem Start sollte daher geklärt werden, ob es Lücken gibt, die noch zu schließen sind.

Dafür bietet es sich an, von allen Mitgliedern Fähigkeitsprofile zu erstellen. Diese dienen der Ermittlung von Stärken, Schwächen und des Erfahrungsschatzes. So wird ersichtlich, inwieweit sich die Fähigkeiten der Teammitglieder ergänzen und ob bestimmte Fachbereiche nicht abgedeckt werden können.

Fähigkeitsprofil mit fachlichen und zwischenmenschlichen Komponenten

Die fachlichen Kategorien für ein solches Fähigkeitsprofil sollte jedes Unternehmerteam individuell erarbeiten, denn jedes Unternehmen benötigt unterschiedliche fachliche Kompetenzen.

Allerdings sollten daneben auch Motivation, Teamfähigkeit und andere zwischenmenschliche Qualitäten der Mitglieder angesprochen werden. So können mögliche Probleme in der Zusammenarbeit frühzeitig erkannt und behoben werden.

Die Fähigkeitsprofile sind nicht nur für die Zusammenarbeit von Bedeutung, sie können auch der Selbsteinschätzung des Einzelnen dienen.

Fähigkeitsmatrix als Überblick

Nach der Erstellung eines Fähigkeitsprofils für jeden Mitarbeiter können die wesentlichen Punkte in eine Fähigkeitsmatrix, die das gesamte Unternehmerteam abbildet, eingetragen werden. So können mögliche Lücken schneller sichtbar gemacht werden.

Diese Kompetenzlücken können dann entweder durch ein neues Mitglied oder durch zusätzliche Schulung des Teams abgedeckt werden.

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