VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildbearbeitungssysteme GmbH

Und der "Oskar" geht an ...

... Dr.-Ing. Norbert Stein. Der Unternehmer beschäftigt sich mit industrieller Bildverarbeitung, einem Gebiet mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. So war Stein beispielsweise in nicht unerheblichem Maße auch am Erfolg des LKW-Maut-Systems beteiligt.

Bereits als Kind tüftelte der Unternehmer leidenschaftlich gern mit seinem Elektronikbaukasten. Diese Begeisterung hat nicht nachgelassen. Nach Abschluss des Studiums der Elektro- und Regelungstechnik an der Technischen Universität Darmstadt verschlug es den gebürtigen Bayern nach Wiesbaden.

Dr.-Ing. Norbert Stein

Dort arbeitete er in der Deutschen Klinik für Diagnostik an einem Ultraschallverfahren mit automatisierter Bildauswertung und promovierte auch über dieses Thema. "Das gab den Ausschlag für die Firmengründung von VITRONIC", erklärt Stein, der sich zu dieser Zeit bereits ein kleines Ingenieur-Büro in den heimischen vier Wänden eingerichtet hatte.

Die Einsatzmöglichkeiten der industriellen Bildverarbeitung sind vielfältig, aber besonders in den Bereichen Fabrikautomation, Logistik, 3D-Bodyscannen und Verkehrstechnik ist das Know-how von Stein gefragt. Einer der ersten größeren Aufträge der 1984 gegründeten VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH war die Entwicklung von führerlosen Fahrzeugen für eine Lagerhalle, die über Kameras gesteuert werden sollten. Es folgten Jahre intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Die Mühe hat sich gelohnt. Stein erhielt Aufträge von Opel und Volkswagen, die sein Verfahren für die automatische Fahrzeugführung von PKW nutzen wollten.

Doch der Unternehmer ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, weitere Projekte folgten. Für die riesigen Mautbrücken, die seit einigen Jahren das Erscheinungsbild deutscher Autobahnen prägen, hat VITRONIC die elektronischen Bildverarbeitungssysteme entwickelt.

Die sogenannten TollChecker entstanden in enger Zusammenarbeit mit Toll Collect und bilden das Herzstück der vollautomatischen Mauterhebung für Lkw. Mit Hilfe der VITRONIC-Technologie ist die sichere Identifikation mautpflichtiger Fahrzeuge möglich, unabhängig von Verkehrsdichte und Fahrzeuggeschwindigkeit.

VITRONIC ist inzwischen zum Marktführer bei Umsatz und Stückzahlen in Europa aufgestiegen. Mittlerweile haben sich nicht nur die beiden Paketdienste UPS und DHL in die Reihen der VITRONIC-Auftraggeber eingeordnet, sondern auch Unternehmen aus der Pharmaindustrie sowie namhafte Bekleidungshersteller.

Einem Grundsatz ist Stein bis zum heutigen Tag treu geblieben: er verzichtet auf den Einsatz von Fremdkapital. Sein Unternehmen finanziert er seit den Anfängen ausschließlich mit den stetig wachsenden Eigenmitteln. 2006 setzte das Wiesbadener Unternehmen, das auch Standorte in den USA, Australien, Großbritannien, Frankreich und China unterhält, rund 35 Millionen Euro um.

Der einstige Ein-Mann-Betrieb hat heute 300 Mitarbeiter - Tendenz steigend. Das Unternehmen floriert und auch Steins Mitarbeiter haben gut lachen, denn der versichert: "Ich kenne keine betriebsbedingten Kündigungen."

© förderland
Bilder: VITRONIC GmbH

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