rostock-digital GbR

Die Chemie muss stimmen

Abitur, Studium, Promotion, Selbständigkeit – kein ungewöhnlicher Lebensweg für einen Akademiker. Diesen beschritten auch Dr. Markus Jasinski, Dr. Andreas Beckmann und Dr. André Schneider. Nachdem alle drei ihr Chemiestudium mit Promotion abgeschlossen hatten, wagten sie sich allerdings auf ganz neues Terrain und riefen gemeinsam das preisgekrönte Internetportal rostock-digital ins Leben.

Markus Jasinski, Andreas Beckmann und André Schneider haben genau zwei Dinge gemeinsam: alle drei sind promovierte Chemiker und haben zusammen das lokale Internetportal rostock-digital gegründet. Ansonsten treffen drei völlig unterschiedliche Charaktere mit vielfältigen Eigen- und Besonderheiten aufeinander. Doch genau das macht ihren unternehmerischen Erfolg aus. Dank ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten und Kompetenzen ergänzen sie sich optimal. Während sich Andreas Beckmann auf Webdesign und Marketing spezialisiert hat, kümmert sich Markus Jasinski um die Programmierung und ist Ansprechpartner bei Fragen zum Thema Internet und Netzwerk. André Schneider ist verantwortlich für die Sparte Verwaltung-Buchhaltung-Recht und betreut den Onlineshop mit regionalen Produkten aus Mecklenburg-Vorpommern. Auf diese Art kann sich jeder auf sein Steckenpferd konzentrieren.


Klein angefangen

Angefangen hatte alles bereits zwei Jahre vor der eigentlichen Firmengründung. Mit ihren Doktortiteln in der Tasche stand für alle Drei unabhängig voneinander fest: Warum für jemand anderen arbeiten, wenn man auch sein eigener Chef sein kann?! Eine passende Geschäftsidee hatte das Trio auch schon – ein Internetportal sollte es sein. Genauer gesagt, ein Stadtportal - von Rostockern, für Rostocker. Das nötige Know-how auf dem Gebiet eigneten sich die eigentlich fachfremden Akademiker durch Selbststudium – learning by doing - an. Markus Jasinski und Andreas Beckmann beschäftigten sich bereits seit Kindertagen mit Computern und allem, was dazu gehört. André Schneider kam während seines Studiums auf den Geschmack. Denn dieses beinhaltet viel Programmierarbeit, wenn man sich auf analytische oder physikalische Chemie spezialisiert. 

Im November 1999 ging das Portal schließlich mit rund 1.500 nützlichen Links rund um die Ostseemetropole Rostock an den Start. Das Service-Angebot umfasste zu Beginn neben dem örtlichen Kinoprogramm beispielsweise auch einen Veranstaltungskalender und einen Stadtplan. Zudem boten die Betreiber verschiedene IT-Dienstleistungen aus eigenem Hause an. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb kurzer Zeit hatten die frischgebackenen Unternehmer einen treuen Benutzerkreis gewonnen, der das Portal regelmäßig besuchte. Mit der steigenden Besucherzahl nahm auch die Nachfrage nach Werbeplätzen und weiteren Internetdienstleistungen beständig zu.

Eine ausgezeichnete Idee

So entschlossen sich Markus Jasinski, Andreas Beckmann und André Schneider im Februar 2001 zur Gründung der rostock-digital GbR. Im Rahmen des Gründerwettbewerbs "StartUp 2001" - einer Gemeinschaftsaktion der Sparkassen, des "Stern" und der Unternehmensberatung "McKinsey & Company" - räumte die Geschäftsidee der rostock-digital-Macher bereits wenige Wochen später den mit 5.000 D-Mark dotierten ersten Preis der Ostseesparkasse Rostock ab. Seitdem haben die Drei das angebotene IT-Dienstleistungsspektrum kontinuierlich ausgebaut. Neben der Erstellung von Internetauftritten für Unternehmen und Organisationen entwickeln sie auch web-basierte Software. Inzwischen haben sich die Anzahl der Links verdoppelt und die Features vervierfacht. rostock-digital betreibt mittlerweile noch eine Reihe weiterer regionaler Onlinedienste und ist als Internet- und Linux-Dienstleister tätig.

Das heutige Aushängeschild des Unternehmens

Als relativ kleines und unerfahrenes Unternehmen in einem so kurzlebigen Geschäft wie dem Internet sahen sich Markus Jasinski, Andreas Beckmann und André Schneider tagtäglich mit einer Reihe von Fragen konfrontiert: Welche Angebote interessieren die Besucher am meisten? Können wir den Besuchern bei Fragen schnell und direkt weiter helfen? Können wir unsere Besucher zum Kauf unserer Angebote animieren? Von der Beantwortung dieser Fragen konnte eines Tages vielleicht sogar ihre Existenz abhängen. Der Gedanke an eine optimale Kundenbetreuung ließ sie seitdem nicht mehr los.

Auf der Cebit 2003 nahm der Gedanke schließlich konkrete Formen an. Das Ergebnis nächtelanger Arbeit war yalst (yet another live supporting tool), ein Online-Beratungstool. Die erste Version der yalst-Software kam im April 2003 auf den Markt. Das heutige Aushängeschild der Firma ist ein so genanntes Live-Support-System. Es ermöglicht Webcontrolling und E-Marketing sowie Kundenberatung in Echtzeit. So können Informationen zwischen Website-Besuchern und –Betreibern ausgetauscht und Hilfestellungen gegeben werden. Der Kunde hat via Chat einen direkten Draht zum Kundenbetreuer – ohne zeitliche Verzögerung. Zudem können die Betreiber nachvollziehen, was der Kunde bereits auf den Web-Seiten angesehen oder wann er sie zum letzten Mal besucht hat.

Weibliche Unterstützung

Mittlerweile nutzen auch andere Unternehmen diese Software. Besonders stolz sind die Betreiber darauf, goYellow, die gelben Seiten im Internet, zu ihrem Kundenstamm zählen zu können. Der Erfolg von yalst gestattete es Markus Jasinski, Andreas Beckmann und André Schneider ihr Team um ein weiteres Mitglied zu erweitern. Seit kurzem ist Dr. Daniela Degenring zu der Männerrunde gestoßen. Und wie könnte es anders sein, auch sie ist promovierte Chemikerin.  

© 2006 förderland

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