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31.01.12Kommentieren

Interview mit Sebastian Sielmann, GründerJobs

"Wir versenden jede Woche die coolsten Jobs der Start-up-Szene an gründungsbegeisterte Menschen"

Sebastian Sielmann ist in der Gründerszene kein Unbekannter. Er hat mit dem GründerBus die "abgefahrenste" Start-up-Veranstaltung des letzten Jahres mitorganisiert, ist seit August beim Berliner Start-up Wimdu aktiv und hat jetzt GründerJobs gelauncht. Im Interview mit förderland spricht er über sein neues Projekt und macht neugierig auf noch neuere.

Mike Butcher von TechCrunch vor dem GründerBusMike Butcher von TechCrunch vor dem GründerBus

förderland: Hallo Sebastian, stell Dich doch bitte kurz unseren Lesern vor! Du bist ja in der Gründerszene sehr aktiv – unter anderem als Mit-Initiator des GründerBus, der im letzten Jahr durch die Republik tourte ...

Sebastian Sielmann: Mit dem GründerBus haben wir als fünfköpfiges Team letztes Jahr die abgefahrenste Start-up-Veranstaltung des Jahres organisiert. Ich selber bin seit August bei Wimdu und dort für einige sehr spannende Projekte verantwortlich. Mein Hauptaufgabenbereich liegt im Aufbau von strategischen Partnerschaften und dem Affiliate-Programm sowie einigen sehr produktnahen Themen.

Werden auch im Jahr 2012 wieder Gründer in den GründerBus einsteigen dürfen?

Sielmann: Der GründerBus war für uns als Organisatoren und für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Zudem wurden wir von Partnern, Workshop-Gebern und Jurymitgliedern während unserer Tour mit viel Begeisterung empfangen. Wir brennen bereits darauf wieder die deutsche Gründerszene zu feiern und befinden uns bereits in der konkreten Planung für ein noch viel waghalsigeres Experiment. Dies wird aber sicherlich auch wieder mit einem Bus zu tun haben.

Nun aber zu Deinem neuesten Projekt: Vor kurzem hast du gruenderjobs.de gelauncht. Worum geht’s?

Sielmann: Einfach gesagt: Wir versenden jede Woche die coolsten Jobs der Start-up-Szene an gründungsbegeisterte Menschen. Jeder kann seine Interessensgebiete und Wunsch-Orte angeben und erhält somit zukünftig genau die Jobs, die ihn interessieren. Darüber hinaus träumen wir davon, ein internationales Netzwerk von Start-up-Enthusiasten zu erschaffen. Die ersten Schritte dahin sind getan – und wir sind uns sicher, sehr bald spannende Neuigkeiten verkünden zu können.

Wie ist die Idee entstanden?

Sielmann: Wir haben unzählige Stunden damit verbracht, eine Möglichkeit zu finden, wie wir unser starkes Netzwerk auch für diejenigen öffnen können, die nicht zu der sehr kleinen Gruppe von Mitfahrern im Bus gehören. Als die Idee konkreter wurde, war die Umsetzung dank eigener Designer und Entwickler im Team sehr schnell möglich und wir wurden durch mehrere hundert Anmeldungen in den ersten 24 Stunden ziemlich überrascht. Und das ohne jede Medienöffentlichkeit, nur durch Social Media-Kanäle und die sehr engagierten Mitfahrer der ersten Tour. Irgendwie scheint ein wenig Magie in der Idee von GründerJobs zu liegen.

Wie können Start-ups im "war for talents" punkten? Welche Gründe gibt es, für junge Talente bei einem Start-up anzufangen – und eben nicht auf die Kariere bei einem großen, etablierten Unternehmen zu setzen?

Sielmann: Bezeichnenderweise entspricht das wichtigste Einstellungskriterium von Start-ups gleichzeitig deren Hauptvorteil: Unternehmerisches Denken. Wenn dieses tief in einem verwurzelt ist, wird man sich spätestens nach ein paar Jahren in einem großen Konzern fragen, ob es nicht Alternativen gibt. Ein guter Freund von mir erhielt an seinem zweiten Arbeitstag als Praktikant in einem Start-up Führungsverantwortung für ein Team von 45 Menschen. Andere machen mit Mitte 20 ihren ersten Exit oder sind extrem gefragte Experten auf ihrem Fachgebiet. Erfahrungen wie diese kann beruflich nur wenig ersetzen.

gruenderjobs.de wird ja nur funktionieren, wenn Du es schaffst, einerseits genügend spannende Jobs anzubieten, andererseits musst Du an die Talente rankommen. Wie gehst Du diese beiden Herausforderungen an?

Sielmann: Ein Grundproblem von Start-ups liegt vor allem darin, dass die Internetszene sehr schnell wächst und der Bedarf an Fachkräften mit jahrelanger Erfahrung somit kaum zu decken ist. Wie soll man auch Erfahrung in etwas haben können, dass noch gar nicht so lange existiert? Zudem wird stetig nach unternehmerischen Praktikanten und Absolventen gesucht – die durch die Fülle an interessanten Alternativen nicht leicht zu finden sind. Ich glaube deshalb, dass es vor allem spannend wird, den perfekten Empfängerkreis für GründerJobs zu finden. Wir limitieren den Zugang absichtlich um eine hohe Start-up-Affinität zu sichern und arbeiten mit sehr vielen Hochschulinitiativen zusammen. Es hilft uns sicherlich, dass wir hierbei komplett unabhängig sind.

Wie finanziert sich gruenderjobs.de?

Sielmann: Für die Abonnenten ist GründerJobs kostenfrei und wird es auch immer bleiben. Unternehmen, die eine Anzeige schalten, zahlen per Klick auf die Anzeige in der E-Mail. Dies kommt aus der Überlegung heraus, dass Start-ups in allen Bereichen extrem performance-orientiert denken und solche CPC-Modelle sehr gut kennen und damit rechnen können.

Eine feste Gebühr halte ich für sehr unpassend, da im Unternehmen keine Erfahrungswerte über eine mögliche Bewerberquote haben und selten bereit sind, die hohen Preise bekannter Job-Portale zu zahlen. Auch die rein erfolgsbasierte Vergütung in Höhe ist nicht in allen Fällen sinnvoll. Ein Konzern wie Siemens, der davon ausgeht, dass der Mitarbeiter zehn Jahre im Unternehmen bleibt, zahlt  gerne 30 Prozent des Jahreslohns als Provision. Davon kann in der schnelllebigen Start-up-Welt aber per se nicht von ausgegangen werden. Zusätzlich passt ein günstiger Klickpreis perfekt zu unserem Modell, individuelle Newsletter zu versenden.

Generell ist GründerJobs aber auch keine ausschließlich profitorientierte Unternehmung. Wir sind alle in anderen Projekten und Unternehmen beschäftigt, mit denen wir unser Einkommen ganz unabhängig von GründerJobs bestreiten.

In welchem Start-up hättest du selbst vielleicht gerne einen GründerJob?

Sielmann: Ich bin mit Wimdu und Rocket sehr glücklich und kann mir im Moment keine bessere Möglichkeit vorstellen, meinen Gründungsinteressen nachzugehen. Mich fasziniert Google, vor allem deren Produkte – allerdings bin ich hier wohl bereits 10 Jahre zu spät.

Vielen Dank für das Interview!


Wer jede Woche über die coolsten Jobs der Start-up-Szene informiert werden möchte, hat noch bis zum 7. Februar die Chance, mit dem Einladungscode "foerderland" den GründerJobs-Newsletter zu abonnieren.

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