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04.01.12Kommentieren

Interview mit Dipl.-Ing. Matthias Dreuw, triple2

"Wir konnten in diesem Jahr den Outdoor-Ausrüster Globetrotter von unseren Produkten überzeugen"

Matthias Dreuw ist Mountain-Biker der ersten Stunde, hat Energie- und Umweltschutztechnik studiert und mit triple2 eine eigene Bike Wear Marke gegründet. Mit der hat er bereits mehrere Innovationspreise der Sportartikelbranche gewinnen können. Jetzt stehen die Zeichen auf Wachstum und die Suche nach Venture Capital ist in vollem Gange.

Das triple2-Team freut sich über den ISPO Brand New AwardDas triple2-Team freut sich über den ISPO Brand New Award

förderland: Hallo Herr Dreuw, Sie sind passionierter Mountain-Biker und haben mit triple2 eine eigene Bike Wear Marke gegründet. Wie kam es dazu, dass Sie ihr Hobby quasi zum Beruf gemacht haben ...

Matthias Dreuw: Angefangen hat alles 1992. Die Mountainbike-Welle schwappte aus den USA nach Europa und ich war im Prinzip von Anfang an dabei. Mountainbike fahre ich also schon ziemlich lange. Am Anfang bin ich mit meinen Freunden oft am Gardasee in Italien unterwegs gewesen. Meistens auf dem Valle Prà delle Noci. Dieser Weg trägt noch immer die Nummer 222. Daher stammt auch der Name für mein Unternehmen.

Ich habe dann an der FH Aachen Energie- und Umweltschutztechnik studiert. Leider gab es in diesem, sehr zukunftsträchtigen Bereich, keine Jobs – und ich musste mir etwas anderes suchen. So bin ich nach München gekommen und habe bei der Redaktion BIKE, der größten europäischen Mountainbike-Zeitschrift angeheuert. In meinen acht Jahren bei der BIKE habe ich mich hauptsächlich mit Tests von Fahrradbekleidung beschäftigt. Daher habe ich auch einen guten Überblick über den Markt und die vorhandenen Produkte.

2009 kam dann eins zum anderen. Neben meinen Mountainbike-Touren bin ich täglich viele Kilometer ins Büro mit dem Rad gefahren. Dabei sind mir an meinen Klamotten immer wieder Dinge aufgefallen, die mich gestört haben. Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, umweltfreundliche Fahrradbekleidung herzustellen und vor allem Bekleidung, die man nicht nur auf dem Weg zum Büro, sondern auch im Büro tragen kann. Also beschloss ich mein eigenes Ding zu machen.

Sie haben bereits mehrere Innovationspreise der Sportartikelbranche gewinnen können. Was ist das Besondere an triple2-Produkten?

Matthias Dreuw: Das besondere an triple2 Produkten ist die einzigartige Kombination aus Funktion und Style. Unseren Produkten sieht man auf den ersten Blick nicht an, dass sie wichtige Funktionen enthalten, die das Radfahren in der Stadt angenehmer und sicherer machen. Wie zum Beispiel versteckte Reflektoren oder ein Halter für ein Fahrradschloss. Dafür haben wir zum Beispiel den ISPO Brand New Award erhalten.

Zusätzlich arbeiten wir bewusst mit Materialien, die optisch eher dem Fashion-Bereich zuzuordnen sind und kombinieren diese mit Funktionsmaterialien. Dazu gehört zum Beispiel unser Jersey aus Hanf und recyceltem Polyester oder unsere Jacke, die aus einem 3-Lagen-Laminat aus recycelter Biobaumwolle, einer wasser- und winddichten Membran und einem Nylon-Gewebe besteht. Dadurch gelingt es uns, die vielfältigen positiven Eigenschaften der natürlichen Materialien (antibakterielle Wirkung, optische Anmutung, Haptik) mit denen der Funktionsmaterialien zu kombinieren (schnelle Trocknung, hohe Atmungsaktivität). Bis dato hat das im Fahrradbereich noch niemand gemacht. Wir sind da die ersten.

Würden Sie uns einen Einblick in den Outdoor- und Fahrradmarkt geben? Wie ist triple2 positioniert? Welcher Konkurrenzsituation sieht man sich ausgesetzt? Wie viel Geld ist im Spiel?

Matthias Dreuw: Der Outdoor-, Fahrrad-, und Urban Mobility-Markt ist zurzeit der am schnellsten und von jeglichen Krisen unbeeindruckt wachsende Markt für Funktionsbekleidung. Alleine im Fahrradhandel werden in Deutschland pro Jahr ca. 287 Millionen Euro umgesetzt. Im Outdoorbereich sind es in Europa sogar 5,8 Milliarden Euro bei einer Wachstumsrate von etwa einem Prozent pro Jahr. Einige Hersteller aus Deutschland verzeichnen jährlich sogar Wachstumsraten von 11 bis 15 Prozent. Die Tendenz ist hier immer noch stark steigend.

Ein spezieller Bereich, den triple2 als einziger bietet, ist der ebenfalls rasant ansteigende Markt der eBikes bzw. deren Nutzerkreis. Die Nutzer von eBikes bewegen sich vorwiegend im urbanen Bereich. Besonders beim täglichen Weg zur Arbeit. Triple2 stellt – als einziger Hersteller in Deutschland – für diesen Nutzerkreis angefertigte Bekleidung her. Auch hier ist das Wachstum in den letzten beiden Jahren enorm: Umsatzsteigerungen von 30 Prozent sind keine Seltenheit.

Insgesamt kann man sagen, dass funktionelle Bekleidung stark gefragt ist, besonders wenn es sich um Angebote im Bereich urbane Mobilität handelt. In diesem Bereich gibt es nur wenige Hersteller, die passende Produkte anbieten. Dazu gehört die Firma bleed, die sich eher dem Skateboard-Bereich verbunden fühlt sowie der US-Hersteller Outlier, der aber in Europa keine Marktbedeutung hat. Im weitesten Sinne ist auch noch der Hersteller Vaude zu nennen der ebenfalls ökologische Produkte für den Fahrradbereich herstellt. Die Ausrichtung von Vaude ist aber eher im Bereich Performance-Produkte zu sehen als im Urban-Bereich. Maloja, ebenfalls ein Unternehmen aus Deutschland setzt dagegen voll auf Fashion und Lifestyle. Eine ökologische bzw. urbane Ausrichtung ist hier weniger gegeben. Das Konkurrenzumfeld ist daher glücklicherweise sehr überschaubar. 

Die Zeichen stehen also auf Wachstum – und Sie sind auf der Suche nach frischem Kapital. Unter anderem für den Ausbau Ihrer Vertriebskanäle und die Internationalisierung. Was haben Sie konkret vor? Wie viel Kapital benötigen Sie?

Matthias Dreuw: Stimmt, die Zeichen stehen definitiv auf Wachstum! Wir konnten in diesem Jahr den größten Outdoor-Ausrüster Globetrotter von unseren Produkten überzeugen. Das ist ein Ritterschlag für uns. Im Vergleich zum letzten Jahr sind unsere Stückzahlen um das sechsfache gestiegen. Das ist auf der einen Seite erfreulich, weil wir mit Hilfe von Globetrotter und vielen anderen Händlern eine größere Markdurchdringung erreichen, auf der anderen Seite brauchen wir dadurch deutlich mehr Kapital für unsere Produktion. Außerdem würden wir gerne diesen Schwung nutzen, um uns breiter aufzustellen.

Konkret möchten wir bis Ende 2012 in einen eigenen Online-Shop investieren. Dieser würde uns die Möglichkeit geben, unsere Produkte direkt an unsere Endkunden zu verkaufen und so auch Kunden zu bedienen, die keinen Fachhändler in ihrer Nähe haben. Wir merken auch aus den Reaktionen, die wir per Mail und auf unserer Facebook-Seite erhalten, dass dies ein großer Wunsch unserer Kunden ist.

Außerdem möchten wir bis Ende 2012 die Schweiz mit triple2 Produkten erobern und bis Ende 2013 außerdem Schweden, Benelux, Frankreich und Großbritannien. Langfristig stehen außerdem Kanada, USA und Japan auf dem Plan, wo wir ebenfalls großes Potential für Urbane Outdoor bzw. Fahrradbekleidung sehen. Für diese Pläne benötigen wir außerdem Personal, denn trotz zahlreicher Helfer, ist diese momentan anfallende Arbeit kaum zu schaffen. Insgesamt werden wir in den kommenden beiden Jahren ca. 200.000 Euro benötigen.

Was sind Ihre Argumente, um Investoren von einem Investment in triple2 zu überzeugen?

Matthias Dreuw: Unser stärkstes Argument ist sicherlich, dass wir mit dem was wir tun einzigartig sind. Es gibt bis dato keine vergleichbaren Produkte, welche die gehoben Ansprüche unseres Nutzerkreises an Qualität, Style, Funktion und Umweltfreundlichkeit erfüllen. Außerdem ist der Markt für Investoren sehr Interessant, da er im Vergleich zu anderen Bereichen enorm stark wächst. Dieses Wachstum wird allen Prognosen zu Folge auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaum getrübt werden. Wie man an triple2 sehen kann, ist es möglich, mit innovativen Produkten diesem Wachstum gerecht zu werden.

Außerdem schätzen wir das Risiko für Investoren in triple2 zu investieren als relativ gering an, denn die wichtigsten Schritte haben wir bereits hinter uns: Wir können innovative Produkte und starke Kunden vorweisen, arbeiten mit einer hervorragenden Vertriebs-Agentur zusammen und werden auch auf der Presse-Seite sehr gut betreut. Zudem stellen wir ein kompetentes Team, das seit Beginn an dabei und motiviert ist, die nächsten Schritte mit uns zu gehen. 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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