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20.12.11Kommentieren

Interview mit Birol Yildiz, iLert

"Wir haben uns während der gesamten Start-up-Phase zweimal um 180 Grad gewendet"

iLert ist eine "innovative Online Alert Notification Software", mit der das Team unter anderem beim Gründerwettbewerb "IKT Innovativ" Punkten konnte. Im Interview stellt uns Gründer Birol Yildiz seine Innovation vor, spricht über Probleme in der Start-Phase und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Birol Yildiz, Gründer von iLertBirol Yildiz, Gründer von iLert

förderland: Hallo Herr Yildiz, stellen Sie doch bitte sich selbst und das iLert-Team kurz vor...

Birol Yildiz: Hallo! Ich bin 28 Jahre alt und bin in Köln geboren und aufgewachsen. Mein Studium der Informatik habe ich an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und an der York University in Toronto abgeschlossen. Im Anschluss an das Studium habe ich als Software Engineer in einem Software-Unternehmen gearbeitet und parallel die Gründung von iLert vorbereitet. Nach der Zusage für ein EXIST Gründerstipendium konnten wir uns vollständig auf iLert konzentrieren. Weiter im Team sind ein Software-Entwickler und eine Marketing-Mitarbeiterin.

iLert ist eine "innovative Online Alert Notification Software". Wer benötigt wozu eine Online Alert Notification Software? Und was ist an iLert innovativ?

Yildiz: iLert ist eine Alarmierungssoftware für das IT Störfallmanagement. Unsere Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen, die hohe Verfügbarkeitsanforderungen an ihre IT-Dienste haben. Dazu zählen zum Beispiel Internet-Unternehmen, aber auch Unternehmen aus anderen Branchen, die von der durchgehenden Verfügbarkeit ihrer IT abhängig sind. Der primäre Nutzen ist die Verkürzung von Reaktions- und Ausfallzeiten bei Problemen in der IT.

Innovativ an iLert ist die Einfachheit und "Leichtigkeit" der Software. Viele Unternehmen denken bei einer Alarmierungslösung gleich an eine komplexe und aufwändige Einrichtung und Integration in die IT-Infrastruktur. Als Software-as-a-Service Lösung ist iLert innerhalb von Minuten einsatzbereit und lässt sich auch in komplexe IT-Landschaften in kurzer Zeit integrieren (wir reden hier nicht von Tagen oder gar Wochen).

Weiterhin ist die Software "leichtgewichtig": man muss die Software nicht aktiv benutzen um von ihr zu profitieren. Zum Beispiel bietet iLert Rückkopplungsmöglichkeiten in Echtzeit. Dadurch können bei einer Alarm-Benachrichtigung Antworten und Empfangsbestätigungen sofort verarbeitet werden, ohne die Software zu starten bzw. sich einzuloggen. Der alarmierte Techniker kann beispielsweise "Ich kann nicht", "Ich kümmere mich" oder "Das Problem hat sich erledigt" an unsere Software per Tastendruck auf seinem Telefon weiterleiten, worauf die Software dann automatisch reagiert.

Zusätzlich haben wir auch Apps für iPhone und Android entwickelt, die die Nutzung der Software und das Reagieren auf Alarmmeldungen noch einfacher machen. Unser Fokus liegt hier ganz klar auf der mobilen Nutzung, ohne uns dabei auf Smartphones zu beschränken, sondern auch eine mobile Interaktion per SMS oder Tonwahl bei einem Sprachanruf zu ermöglichen.

Welche Kunden konnten Sie schon von Ihrem Produkt überzeugen?

Yildiz: Wir haben im September eine zwei monatige geschlossene Beta-Phase mit ausgewählten Pilotkunden durchgeführt und sind seit Ende November in der öffentlichen Beta-Phase. Unter unseren Kunden sind Internet Service Provider, Rechenzentren-Anbieter, Hochschulen sowie Software-Unternehmen.

Sie waren im Jahr 2010 Preisträger beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ und auch beim Kölner NUK Businessplan Wettbewerb haben Sie gut abgeschnitten. Wie haben Sie die Wettbewerbsteilnahmen weitergebracht? Und würden Sie auch anderen Gründern empfehlen an Gründerwettbewerben teilzunehmen?

Yildiz: Die Teilnahme am NUK Businessplan Wettbewerb war für uns der perfekte Einstieg in das Unternehmertum. Wir haben unseren Businessplan in dem dreistufigen Wettbewerb erstellt und optimiert und dabei das Feedback von mehreren Gutachtern einfließen lassen. Ohne die Teilnahme am NUK Businessplan Wettbewerb hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit auch kein EXIST-Gründerstipendium erhalten.

Auch nach dem Wettbewerb wurden wir und werden immer noch vom NUK durch kostenlose Beratungen, Workshops und Coachings unterstützt. Die Teilnahme am Gründerwettbewerb IKT Innovativ hat uns mit einem Preisgeld von 6.000 EUR finanziell sehr geholfen und darüber hinaus die Teilnahme an diversen Veranstaltungen und hochwertigen Seminaren ermöglicht.

Wir empfehlen anderen Gründern die Teilnahme an Gründerwettbewerben, aber nur in der Anfangsphase. Die Teilnahme an Gründerwettbewerben sollte nicht zur einer Dauerbeschäftigung werden und man sollte sich so früh wie möglich seinen Kunden und seinem Produkt bzw. seiner Dienstleistung widmen.

Bisher haben Sie nach eigenen Angaben ca. 90.000 Euro investiert – unter anderem finanziert durch ein EXIST-Gründerstipendium. Wie haben Sie das restliche Kapital aufgebracht? Ist ein Investor mit von der Partie? Wie planen Sie weiteres Wachstum zu finanzieren?

Yildiz: Der größte Teil wurde durch das EXIST-Gründerstipendium aufgebracht. Der Rest durch die Teilnahme am Gründerwettbewerb IKT Innovativ und aus Eigenmitteln. Ein Investor ist zur Zeit nicht mit von der Partie, aber durchaus eine Option für die Zukunft. Zunächst möchten wir unser Konzept durch eine solide Kundenbasis auf dem Markt "beweisen".

Sie haben sich für eine UG als Rechtsform entschieden? Wo sehen Sie die Vorteile? Standen andere Rechtsformen zur Diskussion?

Yildiz: Zum Markteinstieg haben wir die UG als Rechtsform gewählt und wollen diese bald in eine GmbH überführen. Ziel bei der Wahl der Rechtsform war es, eine Verlässlichkeit ausstrahlende Rechtsform zu wählen. Dabei haben wir uns daran orientiert, was in der Software-Branche üblich ist. Der Vorteil an der UG ist die juristische Gleichstellung wie eine GmbH, ohne die 25.000 EUR Stammkapital aufbringen zu müssen.

Was waren Ihre größten Probleme in der Startphase? Und wie sind Sie die angegangen?

Yildiz: Eines der größten Herausforderungen war es, unser Start-up zu positionieren und uns auf eine Sache zu fokussieren. Dabei ist es wichtig, flexibel zu sein. Wir haben uns während der gesamten Start-up-Phase zweimal um 180 Grad gewendet. Dies bedeutete auch, dass wir uns von bereits entwickelten Features in unserer Software verabschiedet haben, was für einen Software-Entwickler nicht immer einfach ist.

Was sind die nächsten Meilensteine, die Sie erreichen wollen?

Yildiz: Als nächstes möchten wir unsere Vertriebsaktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausbauen und Vertriebspartner gewinnen (insbesondere Anbieter von IT Monitoring-Systemen). Perspektivisch steht die Internationalisierung zusammen mit einem Investor an Bord an.

Vielen Dank für das Interview!

Gerne!

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