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02.04.12Kommentieren

Interview mit Florian Spathelf, Meine-Spielzeugkiste.de

"Wir haben uns das Gründen aus Komponenten nach Faltin und Ferris zum Vorbild genommen"

Im Interview stellt uns Gründer Florian Spathelf sein Start-up Meine-Spielzeugkiste und das Team dahinter vor, spricht voller Vorfreude über seinen anstehenden Trip zur LAUNCH conference nach San Francisco und wagt einen Ausblick in die Zukunft.

Florian Spathelf, Gründer von Meine-Spielzeugkiste.deFlorian Spathelf, Gründer von Meine-Spielzeugkiste.de

förderland: Hallo Herr Spathelf, Sie sind Gründer von Meine-Spielzeugkiste.de – aber bevor wir auf Ihr Start-up zu sprechen kommen – stellen Sie sich doch bitte kurz vor. Was haben Sie vor Ihrer Gründung gemacht?

Florian Spathelf: Während meines BWL Studiums konnte ich über ein entwicklungspolitisches Stipendium auf die "andere Seite" des Konsums sehen, nämlich in die Produktionsstätten der großen Bekleidungshersteller in Asien. So entschloss ich mich nach dem Studium für eine Unternehmensberatung zur Einführung von Qualität- und Umweltstandards in der Textilindustrie zu arbeiten und im Team um Muhammad Yunus Social Entrepreneurs zu beraten.

Aufgrund meiner Erfahrungen im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens startete ich gemeinsam mit Kolja Stegemann "Generation S". Wir verstehen uns als Berater und Gründer von Unternehmen, die auch gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen. Auf einem unserer Gründercoachings habe ich dann Christian Angele und Marco Ziemski kennen gelernt.

Wer gehört ansonsten noch zum Team? Und wie sind die Aufgabenbereiche verteilt?

Spathelf: Unser Team besteht derzeit aus den Gründern Marco Ziemski und mir, unserer ersten Praktikantin Naomi sowie unseren beiden Business Angels und der Webagentur bytepark. Wir haben uns das Gründen aus Komponenten nach Faltin und Ferris zum Vorbild genommen und sind begeistert, die Mosaik Behindertenwerkstätten Berlin als einen wirklich professionellen Partner für Logistik und Reinigung der Spielzeuge mit im Boot zu haben. Nicht zuletzt gehören zu unseren wichtigsten Kooperationspartnern die Eltern und Erzieher sowie unsere Spielzeugexpertin Cornelia Nitsch, die die Spielzeuge empfehlen und testen.

Jetzt aber zu Meine-Spielzeugkiste.de. Worum geht’s? Und wie ist die Idee entstanden?

Spathelf: Es geht darum, Kinder optimal zu fördern und dabei auch noch Geldbeutel und Umwelt zu schonen.

Mit Meine-Spielzeugkiste müssen Eltern nicht mehr lange nach dem passenden Spielzeug für ihre Kinder suchen, noch viel Geld dafür ausgeben. Zusammen mit der bekannten Expertin für spielerische Förderung von Kindern, Frau Cornelia Nitsch, suchen wir regelmäßig nach den besten und pädagogisch wertvollen Spielzeugen für unsere Kisten. Diese schicken wir unseren Kunden regelmäßig zur Miete zu. Nach zwei Monaten ist das Kind bereit für neue Herausforderungen. Dann schicken die Eltern die Spielzeuge einfach an uns zurück oder behalten sie zu einem sehr günstigen Preis und bekommen eine neue Spielzeugkiste von uns.

Als wir uns das erste Mal trafen, waren wir gleich auf einer Wellenlänge und fasziniert, dass sich "Collaborative Consumption" zu solch einem großen Trend entwickelt. Verbraucher sind also nicht nur offen für ressourcenschonenden Konsum, sondern erkennen im Sharing sogar einen sozialen Mehrwert gegenüber dem puren Besitz. Marco arbeitete schon längere Zeit mit der Unterstützung von Julia und Christian an der Idee der Spielzeugmiete und ich wollte im Bereich Sharing gründen. So beschlossen wir uns, das Unternehmen aufzubauen.

Sie haben mit den imedo-Geschäftsführern Julia Derndinger und Christian Angele zwei erfahrene und gut vernetzte Business Angels an Bord. Wie genau läuft die Zusammenarbeit ab? Welche Hilfe bieten die beiden?

Spathelf: Die beiden waren wirklich ein Glücksgriff. Sie sind zwar stark ins operative Geschäft ihrer Firma eingebunden, ermöglichen mir aber mit ihrem breiten Netzwerk Zugang zu wichtigen Kooperationspartnern und haben so schon viele Türen geöffnet. Sie entwickeln bei imedo stark nach den Prinzipien eines "Lean Start-up" und motivieren mich immer wieder mit kleinen Mitteln zu testen. Darüber hinaus profitiere ich direkt von ihrer Erfahrung im Bereich effektiven Onlinemarketings. SEO, CPC und TKP waren für mich vorher böhmische Dörfer, da habe ich jetzt viel dazugelernt. Letztendlich baue ich auch bei der Suche nach Investoren auf ihr Netzwerk.

Anfang März macht sich das Meine-Spielzeugkiste-Team auf nach San Francisco – aber nicht, um Urlaub zu machen ...

Spathelf: Oh ja, das ist ein Highlight unserer Gründung bisher! Wir freuen uns alle sehr, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat, wir selbst Jason Calacanis überzeugen konnten und von ihm auf die LAUNCH conference eingeladen wurden. Dort werden wir neben 150 anderen Start-ups aus der ganzen Welt unser Start-up vorstellen und vor allem erfolgreiche und einflussreiche Unternehmer treffen.

Das ist für mich eine einmalige Chance, Partner und Investoren für unser Unternehmen zu finden als auch persönlich für das ganze Team mit Sicherheit ein "life changing moment", die Großen des Silicon Valley treffen zu können. Und Urlaub wird sicher auch drin sein, denn ich bin zum ersten Mal in Kalifornien.

Mit welchen Erwartungen fahren Sie zur LAUNCH conference?

Spathelf: Mich fasziniert das positive und lösungsorientierte Denken der Amerikaner, die ihre Energie und ihren Fokus sehr stark auf Chancen und Möglichkeiten lenken. Sie können so oft weiter schauen als wir und ich erwarte mir spannendes und wertvolles Feedback für unser Unternehmen als auch zum Potential weiterer Sharing-Modelle in Zukunft.

Auch fahre ich mit einer großen Offenheit für weitere Kooperationspartner und Investoren nach San Francisco.

Wie werden Sie Meine-Spielzeugkiste weiterentwickeln? Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Spathelf: Unser erster Anlauf hat nun gezeigt, dass wir mit der Spielzeugempfehlung und -vermietung mehrere Probleme der Eltern lösen und diese auch bereit sind, Geld für unser Produkt auszugeben. Nun ist mir am wichtigsten, weiterhin ein leistungsfähiges und hoch motiviertes Team aufzubauen.

Wir wollen erste Anlaufstelle für Eltern werden, denen die altersgerechte Förderung ihrer Kinder als auch ein ressourcenschonender Konsum ein Anliegen ist. Dafür testen wir viel und entwickeln das Geschäftsmodell ständig weiter. Langfristig planen wir über weitere Kooperationen noch mehr Familien von der Spielzeugkiste überzeugen zu können, um in spätestens einem Jahr mit unserer Spielzeugmiete als klare Alternative zum Kauf deutschlandweit wahrgenommen zu werden.

Vielen Dank für das Interview!

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