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09.12.13Kommentieren

Interview mit Jochen Schöllig, Homee

„Wir glauben an das Internet der Dinge“

Mit Homee wird das Zuhause smart und sexy. Über eine Smartphone-App lässt sich beispielsweise die Heizung steuern oder auch die elektrische Beleuchtung des Weihnachtsbaums. Im Interview mit förderland spricht Grüner Jochen Schöllig über die Technologie hinter Homee, seinen persönlichen Traum vom Smart Home und die laufende Crowdfunding-Kampagne, mit der Kapital für die Perfektionierung des Konzepts eingesammelt werden soll.

Jochen Schöllig von Homee

förderland: Hallo Herr Schöllig, mit Homee soll das zu Hause endlich smart werden. Wie funktioniert das? Welche Vorteile bietet Homee?

Jochen Schöllig: Nicht nur smart, sondern auch sexy! Homee ist die einfachste Art, sein Zuhause mit all seinen Geräten und Anwendungen unterschiedlicher Hersteller und Standards über eine einzige Smartphone-App zu steuern, zu überwachen und zu automatisieren. Homee lebt von seiner Offenheit und Modularität: Jeder kann es quasi weiterentwickeln oder seine ganz individuellen Vorstellungen einbringen. Zur Hardware gehören die trendigen „Cubes“, das sind kleine Würfel, die man wie Legosteine aufeinander stecken kann. Jede Cube-Farbe steht für eine andere Technologie wie Z-Wave, ZigBee, WiFi und EnOcean. Der weiße Brain Cube mit WiFi ist die Zentrale für alles. Er ermöglicht bereits die Steuerung von Lösungen wie Nest, Netatmo, Koubachi oder Lockitron. All die Geräte, die über die unterschiedlichen Technologien bedient werden können, steuert der Kunde über eine einzige App.

Sie haben bereits eine App für iOS und Android entwickelt, mit der Nutzer Vorschläge für mögliche Anwendungen einreichen können. Wie ist bisher die Resonanz? Was sind die spannendsten Anwendungsfälle?

Schöllig: Richtig, wer bei Twitter, Facebook und Instagram einen Vorschlag mit dem Hashtag #ideaforHomee postet, kann bei Umsetzung seiner Idee ein iPad Mini gewinnen. Voll im Trend liegt derzeit natürlich der Wunsch, den Weihnachtsbaum an- und ausknipsen zu können. Wir freuen uns jeden Tag über weitere kreative und wirklich sinnvolle Vorschläge.

Und wie sieht Ihr persönlicher Traum vom Smart Home aus?

Schöllig: Wir glauben an das Internet der Dinge, dass später wirklich nahezu alle Geräte auf sinnvolle und sichere Art und Weise miteinander vernetzt sind. Trotzdem träumen wir nicht von einem sterilen Hightech-Haus, sondern vom „normalen“ Wohnen, das individuell für jeden Einzelnen durch tolle Produkte wie Homee einfacher und energieeffizienter wird.

Homee vereint unterschiedliche Standards wie ZigBee, WiFi, EnOcean oder Z-Wave. Das hört sich kompliziert an. Muss ich ein Technik-Geek sein, um Homee nutzen zu können?

Schöllig: Überhaupt nicht. Im Gegenteil: Unser Ziel ist es ja, das Zuhause für jeden einfach und herstellerunabhängig smart und steuerbar zu machen. Unsere App zur Steuerung der Geräte ist nutzerfreundlich und wirklich kinderleicht zu bedienen. Man muss also nicht zwingend ein Technik-Geek sein. Die Würfel haben deshalb alle unterschiedliche, markante Farben. Wenn jemand bei uns ein Produkt (Schalter, Heizungsventil, etc.) online bestellt, dann sieht er bereits an der Hintergrundfarbe, welchen Würfel er dafür benötigt. Die eigentliche Technologie spielt keine Rolle mehr.

Sie haben bei Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und wollen 100.000 Euro „einsammeln“. Warum Crowdfunding zur Finanzierung? Warum haben Sie sich für Indiegogo entschieden? Wie viel Aufwand steckt in solch einer Kampagne?

Schöllig: Crowdfunding ist für uns eine tolle Möglichkeit viele Vorbestellungen zu bekommen. Je mehr Vorbestellungen wir generieren können, desto besser und einfacher ist der Sprung in die Serienproduktion. Indiegogo ist als die weltweit größte Crowdfunding-Plattform genau die richtige Adresse, um die Kampagne zu starten. Allerdings darf man den Aufwand einer solchen Kampagne in keinem Fall unterschätzen: Mit Beginn des Videodrehs haben wir ca. 3 Monate bis zur Fertigstellung benötigt.

Vorausgesetzt Sie sind mit der Kampagne erfolgreich – was sind die nächsten Schritte? Wann dürfen wir mit Homee rechnen?

Schöllig: Der Homee-Prototyp ist fertig entwickelt. Das gesammelte Kapital wird dann in die Entwicklung der letzten technischen Feinheiten investiert. Außerdem muss die App zur Steuerung des Systems nochmals ausführlich auf ihre Nutzerfreundlichkeit geprüft und entsprechend angepasst werden. Zudem wollen wir die Wertschöpfungskette optimieren und die Produktverpackung noch ein wenig verändern. Sind all diese Schritte abgearbeitet, soll im kommenden Jahr die Serienproduktion starten. Im Frühling wird Homee laut aktueller Planung dann erhältlich sein (April/ Mai).

Homee ist ein Projekt/Produkt der Codeatelier GmbH. Was ist Ihr Kerngeschäft? Wie ist die Idee zu Homee entstanden?

Schöllig: Unser Kerngeschäft richtet sich in erster Linie an Geschäftskunden. Wir entwickeln individuelle und intelligente Softwarelösungen, die speziell auf die Kundenwünsche zugeschnitten sind. Mit Homee haben wir eine benutzerfreundliche und intuitiv bedienbare Anwendung geschaffen, die alltagstauglich ist und von jedem genutzt werden kann, um das Zuhause smarter zu gestalten.

Homee ist ein Schritt Richtung „Internet der Dinge“. Blicken Sie mal in die Zukunft – wie wird unsere total vernetzte Welt in Zukunft aussehen? Und welche Rolle wird Homee darin spielen?

Schöllig: In einem total vernetzten Haus ist irgendwie jedes Gerät mit der IP-Welt verbunden. Dennoch wird es immer eine Vermittlungsstelle im Haus geben, die zwischen den einzelnen Geräten übersetzen muss, oder die den Zugriff von unterwegs aus ermöglicht. Genau dort sehen wir Homee. Homee sitzt genau in der Mitte und vereint alle Geräte in einem Haushalt und macht den Zugriff über Smartphones, Tablets und PCs möglich.

Die spannendste Herausforderung dabei ist, Homee immer intelligenter zu machen, sodass ich selbst gar nicht mehr viel einstellen muss, Homee aber trotzdem die richtigen Entscheidungen für mich trifft. Dann sind wir wirklich in der Zukunft angekommen.

Vielen Dank für das Interview!

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