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12.11.09Kommentieren

Interview mit Michael Blank, Rind´sches Bürgerstift

"Wir beteiligen unser Team aktiv an der Entwicklung des Unternehmens"

Gesundheitsvorsorge und das Vereinbaren von Familie und Beruf sind wichtige Stichworte in Michael Blanks Plädoyer für eine angenehme Arbeitsplatzkultur. Folgen Sie dem Stiftsdirektor des Rind’schen Bürgerstifts im Interview zu seinen Tipps und Ansichten zum Personalwesen.

Michael Blank, Stiftsdirketor des Rind´schen BürgerstiftsMichael Blank, Stiftsdirketor des Rind´schen Bürgerstifts

förderland: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Arbeitgeber aus?

Michael Blank: Ein guter Arbeitgeber muss verstehen, dass engagierte und zufriedene Mitarbeiter sein wertvollstes Kapital sind. Aus diesem Grund sollte er immer über den betrieblichen Tellerrand hinausschauen können und in seinen Mitarbeitern mehr als nur die reine Arbeitskraft sehen. Ein guter Arbeitgeber sollte gegenüber seinem Team verlässlich agieren, unternehmerische Entscheidungen möglichst klar kommunizieren und dies auch von anderen Mitgliedern der Führungsebene einfordern. Auch die Herstellung einer möglichst angenehmen Arbeitsplatzkultur gehört zu seinen Aufgaben. Besonders wichtig ist meiner Ansicht nach auch, dass man weichen Faktoren wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Unterstützung bei persönlichen Problemen die nötige Beachtung schenkt.

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren oder bei ihnen gar Begeisterung für die Arbeit zu wecken?

Blank: Wir beteiligen unser Team aktiv an der Entwicklung des Unternehmens. Dazu haben wir ein internes Vorschlagswesen eingeführt. Anregungen zur Verbesserung der gemeinsamen Arbeit werden mit einer Prämie belohnt. Zudem informieren wir Mitarbeiter konsequent über Preise und andere gemeinsam errungene Erfolge, um den Stolz auf die eigene Arbeit zu fördern. Mit einer hauseigenen „Akademie für Fortbildung“ ermöglichen wir die berufliche Qualifizierung. Gemeinsame Feste, kleine Geschenke oder persönliche Anschreiben zu besonderen Anlässen sind Ausdruck der individuellen Wertschätzung. Ein wichtiges Feld ist zudem die Gesundheitsvorsorge. Dazu bieten wir unserem Team Yoga-Kurse, Rückenschule und einmal im Jahr kostenlose Freikarten fürs Schwimmbad.

Was sind typische Fehler, die bei der Mitarbeiterführung gemacht werden?

Blank: Ein Manko, das heute leider immer noch zu häufig im Umgang mit Mitarbeitern besteht, ist das mangelnde Bewusstsein bezüglich einer funktionierenden innerbetrieblichen Kommunikation. Insbesondere Veränderungen im Unternehmen – genauso aber auch die Erfolge – sollten offen und verständlich erklärt werden, damit auch Mitarbeiter diese Prozesse verstehen, akzeptieren und gemeinsam tragen. Oft wird auch nicht ausreichend berücksichtigt, dass Mitarbeiter sich nicht per se in gleichem Maße für ein Unternehmen einsetzen wie der Chef selbst. Hier gilt es, durch gezielte Anreize und durch Anerkennung des Teams für Motivation und Identifikation zu sorgen.

Wie können Jungunternehmer eine gute Kommunikation möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?

Blank: Zunächst muss man sich klarmachen: Gute Kommunikation kostet Zeit. Und diese muss man sich bei allem Termindruck nehmen. Grundlage für eine funktionierende Kommunikation ist daher eine konsequente „Open-Door-Policy“ – also die gute Erreichbarkeit der Führungskräfte. Der Königsweg für eine gute Kommunikation ist und bleibt das persönliche Gespräch und der Kontakt zum Team. Auch Kritikfähigkeit sollte auf Seiten der Führungsebene vorhanden sein. Von mündigen Mitarbeitern, deren Meinung ernst genommen wird, profitiert auf lange Sicht jedes Unternehmen. Zudem sollte man institutionalisierte Foren für den gegenseitigen Austausch schaffen. Dies können regelmäßige Meetings, Team-Mailings, Hauszeitschriften oder das Intranet sein.

Welche drei Tipps würden Sie jungen Gründern und Unternehmern für ihre Mitarbeiterführung mit auf den Weg geben?

Blank: Drei Grundsätze für Jungunternehmer? An erster Stelle steht meiner Ansicht nach die Aufgabe, für ein Unternehmen klare Werte wie Fairness, Respekt und Vertrauen zu formulieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass diese Werte im unternehmerischen Alltag auch von der Führungsebene glaubwürdig vorgelebt werden. Mein zweiter Tipp: Vertrauen Sie auf das Engagement sowie das kreative Potenzial der Mitarbeiter und geben Sie dem Team Gelegenheit, sich aktiv in die Entwicklung des Unternehmens einzubringen. Dies motiviert und schafft Identifikation. Last but not least: Bleiben Sie immer ein verlässlicher und gut erreichbarer Ansprechpartner für Ihre Mitarbeiter, der über Entscheidungen offen informiert und bei Konflikten mit den Beteiligten tragfähige Lösungen entwickelt.

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