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18.11.11

Go West

Wie komme ich ins Silicon Valley?

Im Silicon Valley ballen sich heiße High-Tech Start-ups, kapitalträchtige Investoren und innovative Forschungseinrichtungen. Hier wurden und werden viele internationale Erfolgsgeschichten geschrieben. Und auch immer mehr deutsche Entrepreneure zieht es ins Valley, um Kontakte für die Eroberung des riesigen US-Marktes zu knüpfen oder sich einfach vom dortigen Gründerspirit anstecken zu lassen. Wie aber geht man die Sache am Besten an? Wir stellen Ihnen vier Programme vor, die Start-ups beim Sprung ins Silicon Valley unterstützen.

Die "HP"-Garage in Palo Alto (Bild: Wikipedia)Die "HP"-Garage in Palo Alto (Bild: Wikipedia)

German Silicon Valley Accelerator

Der German Silicon Valley Accelerator ist ein auf drei Jahre angelegtes Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Es fördert die Aufenthalte von bis zu vier Unternehmen pro Quartal am "Plug & Play Techcenter" in Sunnyvale, Kalifornien. Die Start-ups erhalten so einen direkten Zugang zu den technologischen und finanziellen Ressourcen des weltweit führenden IT-Clusters.

Programm:

  • Gefördert wird ein dreimonatiger Aufenthalt von bis zu zwei Personen des Gründungsteams, der im Einzelfall verlängert werden kann (inklusive Bereitstellung von Büroraumen, Internet; Hilfe bei der Visa-Beantragung).
  • Dreitätiger Kick-Off-Workshop und begleitendes Mentoring- und Coaching-Programm (Überprüfung des Businessplans auf Eignung für den US-Markt und weitere Internationalisierung; Entwicklung einer U.S. go-to-market-Strategie, Marketing, Verkaufs- und Geschäftsentwicklung)
  • Networking Events: Es werden Kontakte zu Know-how-Trägern und potenziellen Kunden im weltweit führenden IT-Markt hergestellt.

Teilnahmebedingungen:

  • Die Start-ups dürfen nicht älter als 3 Jahre sein.
  • Der Geschäftsbereich muss in der Branche IT- und Kommunikationstechnologie liegen.
  • Aus dem Business Plan muss Potential für internationales Wachstum hervorgehen, insbesondere in Bezug zum US-Markt.


Die ersten sechs Start-ups wurden bereits von einem achtköpfigen Expertenkomitee ausgewählt. Sie werden im ersten Quartal  2012 für drei Monate den US-Markt und die dortigen Wachstumschancen erkunden. Für einen Aufenthalt im zweiten Halbjahr 2012 sind die Online-Bewerbungen bis 13. Februar 2012 einzusenden.

Wehrmutstropfen:

  • Die Teilnahme ist auf Gründungen aus dem Kreis der Exist-Förderprogramme beschränkt (EXIST-Gründerstipendium, EXIST-Seed, EXIST-Forschungstransfer oder Spin-Offs des EXIST-Networks).

Silicon Valley Tour der PionierGarage

Die PionierGarage ist eine Gruppe von gründungsinteressierten Studenten des Karlsruher Institut of Technology (KIT), die gemeinsam mit Studenten der European Business School (EBS) Anfang November eine zehntägige Tour ins Silicon Valley angeboten haben.

Programm:

  • Besuch bei jungen und auch etwas erfahrenere Start-ups z. B. Bump oder Crowdbooster, bei VCs wie Andreesen Horowitz und BV Capital und bei große Firmen wie Google und Facebook
  • Austausch mit der Entrepreneurship-Hochschulgruppe bases der Standford University


Teilnahmebedingungen:

  • Bewerbung mit Motivationsschreiben, Unkostenbeitrag

Wehrmutstropfen:

Die Tour richtete sich dieses Jahr ausschließlich an Studenten. Ob die Tour auch im nächsten Jahr angeboten wird und in welcher Form, bleibt abzuwarten. Die Nachfrage und das Feedback waren jedoch enorm, wie uns Sebastian Meyer, Vorstand der PionierGarage, im Interview verraten hat.

Bavaria meets Silicon-Valley von gate Garching

Das Garchinger Technologie- und Gründerzentrum bot ausgewählten Start-ups im Oktober diesen Jahres die Chance, den Einstieg ins Valley zu schaffen. Während eines Workshops vom 17. bis 20. Oktober 2011 wurden die Teilnehmer im gate Garching auf den Trip nach Kalifornien vorbereitet.

Programm:

  • Workshop: Silicon- Valley Experte John Matthesen lehrte die Teilnehmer alles über die Geschäftsmodelle und den Marktzugang im Silicon-Valley. Oliver Gajek, Entrepreneur in Residence des gate, berichtete über seine Valley-Erfahrungen im Sales-Bereich. Liliana Nordbakk rundete den Workshop mit der Investorensicht aus dem Silicon-Valley ab.
  • Pitching  vor einer dreiköpfigen Jury, bestehend aus kalifornischen Business Angels
  • Trip ins Silicon-Valley: Die Finalisten erhielten die Chance, mit Marktexperten, strategischen Partnern und Business Angels des Valleys in Kontakt zu kommen. Einige ausgewählte Teilnehmer durften sogar auf einer der Angel-Expos des Keiretsu-Forums, eine der führenden Pitchveranstaltungen, vor Business Angels präsentieren.

Teilnahmebedingungen:

  • Bewerbung mit Businessplan und einer Begründung, warum Sie Ihren "Silicon-Valley Footprint" setzen wollen


Wehrmutstropfen:

  • Die Teilnahme ist begrenzt auf bayerische Start-ups. Ob der Workshop nächstes Jahr wieder angeboten wird, steht noch offen.

BizSpark – Die High-Tech-Gründerinitiative von Microsoft

Seit inzwischen fünf Jahren bietet Microsoft mit seiner Gründer-Initiative "unternimm was" High-Tech-Start-ups individuelle Förderung an. BizSpark, ein im Dezember 2009 gelaunchte Programm, ist Teil dieser Initiative und stattet neu gegründete Unternehmen mit Software, Mentoring und einem globalen Netzwerk aus. Ein Experten-Feedback zu den Internationalisierungsplänen und die unmittelbare Hilfestellung zum Beispiel bei der Suche nach geeigneten Partnern stehen dabei im Vordergrund. So wird der direkte Kontakt zu dedizierten Ansprechpartnern des Emerging Business Team von Microsoft mit Sitz im Silicon Valley ermöglicht, welches wiederum enge Kontakte zur weltweiten Venture-Capital-Szene pflegt.

Programm:

  • Zugang zu den aktuellsten Microsoft Entwicklungswerkzeuge und Plattformtechnologien sowie technischer Support
  • Individuelle Förderung durch Zusammenarbeit mit Businessplan-Wettbewerben, Gründerzentren und Investoren, die von der ersten Planung der Geschäftsidee bis zur Erstellung des Businessplans zur Seite stehen
  • Unterstützung durch Microsoft-Spezialisten bei der technologischen Weiterentwicklung der Produkte sowie beim Vertrieb und Marketing
  • Zugang zu Experten der Microsoft Corporation in den USA
  • Möglichkeit sein Unternehmen in der globalen BizSpark Connect, die "BizSpark Online Networking Hub" einzutragen und sich so potenziellen Investoren, Partnern und Kunden zu präsentieren

Teilnahmebedingungen:

  • Entwicklung eines softwarebasierten Produktes oder einer Dienstleistung
  • Das Start-up ist nicht älter als drei Jahre
  • Weniger als 1 Million US-Dollar Umsatz

Momentan sucht "unternimm was" Start-ups mit zukunftsweisenden Cloud-Strategien auf Microsoft-Produkten. Bewerbungen in Form einer Kurzbeschreibung der Cloud-Geschäftsidee sind sofort online möglich.

Wehrmutstropfen:

  • Keine! Die Beschränkung auf softwarebasierte Produkte erscheint bei Microsoft nur logisch.

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