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08.05.08Leser-Kommentar

Interview mit Christian Wedell

Wie aus Innovationen Markterfolge werden

Zur Organisation: Das Munich Network ist ein Netzwerk von Unternehmern, das die Gründung, das Wachstum und die Wertentwicklung von Technologie-Unternehmen in der Region München unterstützt. Dies geschieht über persönliche Kontakte, Kapital und unternehmerisches Know-how. Christian Wedell ist Gründer des IT-Unternehmens Copan und war vorher unter anderem als Geschäftsführer für Microsoft Deutschland tätig.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Innovationskraft der deutschen Technologie-Unternehmen?

Sehr gut, was die Technologie angeht. Und immer besser, was die berühmte "execution" betrifft – die Fähigkeit, zu Hause und international erfolgreich zu verkaufen.

Was machen amerikanische Technologie-Unternehmen anders und besser als deutsche?

Start-ups aus dem Silicon Valley hatten in den vergangenen Jahrzehnten einfach die besseren Voraussetzungen: ein viel größerer Heimatmarkt, ein riesiger "talent pool" von Forschern, Managern, Spezialisten für alle Bereiche der Unternehmen. Eine hoch entwickelte Venture Capital Industrie. Die Verhältnisse haben sich durch die Globalisierung aber deutlich geändert und auch europäische Start-ups haben im globalen Markt gute Chancen zum Mitspielen. Beispiele dafür gibt es inzwischen genug: Jamba, Skype, Jajah etwa.

Gibt es eine Faustregel dafür, wie aus Innovationen tatsächliche Markterfolge werden?

Das wäre ja schön, aber leider gibt es die nicht. Es spielen immer viele Faktoren eine Rolle – vor allem, was der Markt, die Kunden, wirklich brauchen können. Auch das "market timing": Viele wundervolle Ideen kamen zu früh oder zu spät in den Markt. Und natürlich die vielen Fähigkeiten, die Unternehmen aufbauen müssen, um erfolgreich zu sein.

Könnten deutsche Technologie-Unternehmen weltweit erfolgreicher sein, wenn es hierzulande mehr Venture Capital gäbe?

Ja, sicher. Es gibt zwar eine rege Venture-Capital-Industrie, und auch internationale Venture-Capital-Unternehmen sind zunehmend an Investments in deutsche Technologie-Unternehmen interessiert. Nur ist das verfügbare Venture Capital im internationalen Vergleich gemessen an der Gesamtwirtschaft viel zu wenig. So erklärt sich auch, dass Venture-Finanzierungen im Durchschnitt viel kleiner ausfallen als vergleichbare Unternehmen zum Beispiel in den USA erhalten. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn der Venture-Capital-Finanzierung auch staatlicherseits endlich hohe Bedeutung gegeben würde, die sich zum Beispiel in langfristig stabilen steuerlichen Rahmenbedingungen zeigen sollte. Das wäre sehr viel wichtiger als in jedem Fall viel zu klein angelegte staatliche Förderfonds. Privates Kapital für Finanzierung von Innovation wäre mehr als genug vorhanden. 

Was kann Munich Network leisten, um die Innovationskraft der Technologie-Unternehmen zu stärken?

Munich Network ist ein Netzwerk von innovativen Organisationen und Einzelpersonen. Unsere Mitglieder wollen nicht nur die Ressourcen in diesem Netzwerk nutzen, viele wollen auch ihre eigenen Erfahrungen und Möglichkeiten zum Nutzen der anderen Mitglieder einbringen. Da gibt es das Business-Angel-Netzwerk von erfahrenen Unternehmern, die in junge Unternehmen investieren und ihre unternehmerische Erfahrung einbringen wollen, das zum Teil von Mitgliedsfirmen durchgeführte Weiterbildungsprogramm, und natürlich die Beiträge zu unseren Konferenzen und Foren.

Was raten Sie Gründern, die ein Technologie-Unternehmen starten wollen?

Mitglied von Munich Network zu werden und alle Chancen zu nutzen, die sich im Kontakt mit anderen Mitgliedern, oder aus dem vielfältigen Angebot des Munich Network ergeben.

Dieses Interview wurde förderland zur Verfügung gestellt von Munich Network.

Kommentare

  • Gerald Franz

    08.05.08 (15:00:01)

    Die innovative Herstellung der neudeutschen kreativen Lieferantenrangordnung unserer Wirtschaft, beendet mit einer einzigen neuen Kennzahl, dem Bonit?tsindex, das erfolgreiche Zeitalter unseres gesamten Mittelstandes. Gleichzeitig macht sie die Existenzgr?ndungen von Firmen, deren Kapital nur aus Kreativit?t besteht, und deren Unterpfand sich nur aus Idealismus und Charisma zusammensetzen, nunmehr v?llig unm?glich.

    Daran, da? die Gro?konzerne ihre Zulieferer in mehrere Leistungsklassen unterteilten, ist der Mittelst?ndler seit Generationen gew?hnt. Auch mit dem sogenannten Bankenrating kann die Gesch?ftsleitung eines mittleren Familienunternehmens inzwischen halbwegs umgehen. Da? aber die deutschen Mittelst?ndler selbst die Spielregeln der Banken ?bernehmen, um sich damit finanziell weiter zu entlasten, das ist relativ neu. So kommt es vermehrt vor, da? die aus einem Bankrott hervorgegangene GmbH von Firma HABENICHTS GmbH, weiter ihre Altkunden beliefert, allerdings nur noch mit Subunternehmern. Eigenes Personal f?r die Produktion will man aus Kostengr?nden nicht mehr neu einstellen. Gleichzeitig will die GmbH von HABENICHTS aber auch keine Anzahlung mehr an ihre Subunternehmer leisten, obwohl man selbst diese Anzahlung vom Endkunden erh?lt. Daher sucht die vorgenannte GmbH nach einem Unterlieferanten, der finanziell derart stark ist, da? er tats?chlich auf eine derartige Anzahlung verzichten kann. Und dem Kleinbetrieb, der hier nicht mithalten kann, dem wird dann herablassend angedeutet, da? Betriebe mit einem schlechten Bonit?tsindex bei der GmbH von Habenichts zuk?nftig nicht mehr gelistet werden. Damit kommen auf Mittelstand und Kleingewerbe neue Erschwernisse hinzu. Und ?berleben werden diese neue Entwicklung nur die wenigsten. Nun stellt sich nur noch die satirische Frage, wer da am Ende noch ?brig bleibt, um den allerletzten Lichtschalter auszuknipsen.

    Gerald Franz

    http://www.gerald-franz.de/

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