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22.11.10Kommentieren

Interview mit Torsten Kämper, edudip

"Wer in der Anfangszeit nur auf virales Marketing setzt, hat verloren"

Torsten Kämper ist 34 Jahre alt, hat an der RWTH Aachen Elektrotechnik studiert, bereits ein Internet Start-Up mit über 30 Mitarbeitern aufgebaut – und jetzt die edudip GmbH gegründet. Im Interview mit förderland spricht er darüber, wie die Idee entstand, eine Plattform für Online Seminare aufzubauen und wie man die Idee verbreitet.

Torsten Kämper, Gründer von edudipTorsten Kämper, Gründer von edudip

Anfang 2010 sind Sie mit edudip an den Start gegangen. Was bieten Sie Ihren Kunden? Und welches Geschäftskonzept steckt dahinter?

Torsten Kämper: edudip ist eine sehr einfach zu bedienende Plattform für Live-Online-Seminare zu beliebigen Themen. Wissbegierige können hier aus einem (in Kürze vielfältigen) Angebot auswählen und direkt vom Arbeitsplatz, zu Hause oder unterwegs teilnehmen. Interaktiv per Webcam und Mikrofon können Fragen gestellt und beantwortet werden. Ohne Installation und Schulungsaufwand. Und hat man eine Veranstaltung verpasst, kann man nachträglich auf eine automatisch hinterlegte Aufzeichnung zugreifen.

Bildungsanbieter, wie Trainer, Coaches oder Experten zu speziellen Themen können auf edudip in kürzester Zeit eigene Seminare einstellen und durchführen. Hierbei entscheidet der Anbieter den Preis seines Angebotes und edudip übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung.

Neben dieser öffentlichen, frei zugänglichen Plattform bieten wir unsere Technologie aber auch gezielt Unternehmen an. Für Mitarbeiter- und Kundenschulungen oder auch Informationsveranstaltungen können wir edudip in die gegebene Infrastruktur des Unternehmens einbetten. Oder auch eine komplett eigenständige White-Label-Lösung als Online-Akademie errichten. Ein beachtlicher Mehrwert, zumal der Aufwand für eine solche Integration im Vergleich zu bisherigen E-Learning Angeboten sehr gering ist.

Wie kommt man als diplomierter Elektrotechniker auf die Idee, eine E-Learning-Plattform zu gründen?

Kämper: Mitte letzten Jahres kam mir dieser neue Trend der "Online-Seminare" zu Ohren und aus Neugierde suchte ich im Internet nach Angeboten zu speziellen Themen, die mich interessieren. Eine lange und müßige Suche ohne großen Erfolg. Zwar stolperte ich über den einen oder anderen Einzelanbieter, etwas Einheitliches und Transparentes gab es allerdings nicht. So lag das Problem auf der Hand und nach relativ kurzer Zeit stand fest, dass ich es lösen wollte.

Wie hat sich denn edudip vom Start weg entwickelt? Nehmen denn "Wissbegierige" auf der einen, "Wissensanbieter" auf der anderen Seite Ihr Angebot an? Und geht Ihr Geschäftskonzept auf?

Kämper: Die Firmengründung war zwar schon im Februar, aber wir hatten noch jede Menge Arbeit vor uns und starteten die geschlossene Betaphase Anfang August. Nach ausgiebigen Testläufen mit mehreren Testkunden haben wir die Betaversion dann Mitte September frei zugänglich gemacht.

Wir waren von der äußerst positiven Marktakzeptanz angenehm überrascht und haben viel Lob erhalten. Ein schönes Gefühl nach mehreren Monaten Entwicklung im Kämmerchen ohne jegliches Feedback. Kleine Unternehmen oder Einzelanbieter wie Trainer oder Coaches nehmen unsere Dienstleistungen sehr gerne in Anspruch. Und in unserem öffentlichen Marktplatz kommen stetig neue Seminarangebote hinzu, viele sind in der Pipeline.

Zudem haben auch schon viele Anfragen von großen Unternehmen vorliegen, die wir derzeit abarbeiten. Rundum: Wir sind sehr zufrieden!

Was tun Sie, um die Reichweite Ihres Angebot zu steigern? Sie nutzen ja ausgiebig zahlreiche Social Media-Kanäle – ein Feld auf dem viele größere Unternehmen ja noch ziemlich unbeholfen vorgehen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wie geht man das Thema Social Media als Start-up geschickt an?

Kämper: Das wichtigste aus meiner Erfahrung vorweg: Wer in der Anfangszeit nur auf virales Marketing setzt, hat verloren. Wir haben das Glück, dass unser System inhärent viral ist, da Seminaranbieter aus unserer Plattform heraus direkt ihre Teilnehmer einladen können und somit indirekt auch Werbung für uns machen. Besser geht`s eigentlich nicht. Allerdings läuft das nicht von alleine an, im Gegenteil, gerade am Anfang muss man viel Kraft und Zeit aufwenden, damit man überhaupt mal eine Basis erreicht.

Generell helfen uns die sozialen Kanäle schon enorm und hier haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Unser Angebot lässt sich dort auch sehr gut publizieren.

Aufgrund flacher Hierarchien, wie ja meistens üblich in einem Start-up, sind wir reaktionsschnell, flexibel und offen für neue Ideen. Gerade dies ist bei großen Unternehmen selten der Fall und von daher haben junge Unternehmen hier einen bedeutenden Vorteil. Ich denke die wichtigsten Punkte, die man im Umgang mit Social Media beachten sollte sind Kontinuität, Glaubwürdigkeit und Geduld.

Was waren die größten Herausforderungen auf dem Weg von der Idee bis zum Going-Live? Und wie haben Sie das Ganze finanziert?

Kämper: Die erste große Herausforderung war die Entscheidung, ob wir den Kern der Plattform, also den virtuellen Seminarraum extern oder intern entwickeln sollten. Nach ausgiebiger Marktrecherche fanden wir kein geeignetes Produkt und die Eigenentwicklung stand fest. Damit gab es auch gleich die nächste große Herausforderung, nämlich den ersten Prototypen von edudip in kürzester Zeit zu realisieren. Dieses Ziel haben wir erreicht. Das gesamte Projekt wird aus Eigenkapitel und einem Business Angel finanziert.

Was sind Ihre Ziele für 2011? Und wie wollen Sie die erreichen?

Kämper: Technisch gesehen ist eines der Ziele für 2011, den virtuellen Seminarraum um weitere Funktionen auszubauen, wie z. B. das Screen Sharing, interaktive Umfragen u.v.m. Ein weiterer Mehrwert besteht in der zukünftigen Erweiterung von edudip durch unsere White-Label-Lösung speziell für Unternehmen, zur individuellen Verwaltung und Durchführung von Mitarbeiterschulungen oder Kundenpräsentationen. Natürlich streben wir für 2011 auch an, mit der edudip-Plattform und den vielfältigen Angeboten den Markt weiter zu durchdringen. Um diese Ziele zu erreichen, bauen wir das Team kontinuierlich weiter aus.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

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