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07.11.14Leser-Kommentar

Interview mit Philipp Seeser, CEO CliqMeet

"Wenn die Konkurrenten Google, Citrix und Microsoft heißen"

Philipp Seeser ist Gründer und Geschäftsführer von CliqMeet.com. Das im April 2013 gegründete Karlsruher Start-up hat eine browserbasierte Video- und Webkonferenzsoftware entwickelt und beim German Accelerator Programm teilgenommen. Im Interview spricht Seeser über das Geschäftskonzept, die Konkurrenz und darüber, welche Erfahrungen er aus dem Sillicon Valley mitgenommen hat.

Philipp Seeser, CEO von CliqMeet

förderland: Hallo Herr Seeser, bitte stellen Sie sich und CliqMeet kurz vor ...

Philipp Seeser: Ich bin 27 Jahre alt und bin Gründer und Geschäftsführer von CliqMeet.com. CliqMeet ist eine innovative browserbasierte Video- und Webkonferenzsoftware mit der Produktpräsentationen, Online-Trainings und Teambesprechungen live online ohne Installation durchgeführt werden können. Mit wenigen Klicks können Präsentationen, Dokumente oder Grafiken mit Kollegen oder Teilnehmern ortsunabhängig geteilt werden. Über Video, VoIP, Chat und einer direkt angebundenen Telefonkonferenz können die Teilnehmer miteinander kommunizieren. Alle Meetings können aufgezeichnet werden und stehen dann als MP4 Datei zum Download bereit.

Gib es nicht schon genug Anbieter von Video- und Webkonferenzlösungen, was unterscheidet Sie?

Seeser: Tatsächlich gibt es zahlreiche Lösungen auf dem Markt. Viele dieser Tools benötigen aber eine Installation oder ein Plugin. Wir sind einer der ersten weltweiten Anbieter, die komplett ohne Installation auskommen. Wir nutzen hierfür HTML5 und WebRTC (Real-Time-Kommunikation über Webbrowser). Somit können wir HD-Videoqualität und mobile Geräte unterstützen. Das Einschalten der Webcam und des Mikrofons funktionieren mit einem Klick und der Meeting-Raum wird durch Eingabe einer Webadresse betreten. Einfacher geht es nicht.

Ihre Konkurrenten sind Google, Citrix und Microsoft. Macht Sie das nicht nachdenklich?

Seeser: Klar, die Kräfteverhältnisse sind nicht besonders gleich verteilt. Aber jedes Produkt hat seine Vor- und Nachteile. Skype benötigt eine Installation und es besteht nicht die Möglichkeiten Präsentationen direkt im Raum zu teilen. Bei Google Hangouts erscheint die Chat-Eingabe erst nach über 30 Sekunden. Interaktive Online-Trainings sind somit nicht durchführbar.

Da die Produkte kostenlos sind, bieten wir CliqMeet auch in einer kostenlosen Variante an, die durch Werbung finanziert wird.  Wer keine Werbeeinblendungen haben möchte, kann diese durch ein Upgrade abschalten. Hinzukommt, dass wir kleiner und flexibler sind. In manchen Fällen fließen Kundenwünsche innerhalb weniger Tage in unser Produkt ein.

Was ist Ihr USP und Ihre Zielgruppe?


Seeser:
Unser USP liegt in der Usability, dazu zählt das sehr leichte Starten eines Meetings, die Interaktionsmöglichkeit mit den Teilnehmern sowie die Möglichkeit auch mit mobilen Geräten teilzunehmen. Um ein Meeting zu starten, muss lediglich eine Webadresse, z.B. www.cliqmeet.com/123 in den Browser eingeben werden, schon sind die Teilnehmer im Raum verbunden. Mit einem weiteren Klick kann jeder sein Mikrofon oder seine Webcam freischalten. Daneben können aber auch Anmeldeprozesse und sogar kostenpflichtige Veranstaltungen angelegt werden.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Seeser: Wir bieten drei Pakete an. Ein kostenloses Paket mit allen Funktionen, die durch Werbung finanziert wird.  Wer keine Werbeeinblendungen haben möchte, kann diese durch ein Upgrade auf unsere Pro-Version für 15 Euro/Monat abschalten. Für Unternehmen bieten wir ab 199 Euro ein Enterprise Paket an. Damit können Unternehmen Ihr eigenes Corporate Design verwenden. Dazu bieten wir priorisierten Support sowie weitere Integrations-Dienstleistungen an.

Sie haben vor kurzem beim German Accelerator Programm gewonnen und sind gerade aus dem Sillicon Valley zurückgekehrt. Welche Erfahrungen konnten Sie sammeln?

Seeser: Das war eine unbezahlbare Erfahrung. Wir waren bei Google, Facebook und vielen anderen namhaften Firmen. Der amerikanische Markt hat seine eigenen Gesetze. Das Thema Datenschutz spielt in den USA kaum eine Rolle. Jeder hat sein Google-Konto und nutzt Skype oder Hangouts auch im Unternehmensumfeld. Jedes Startup wird an der Skalierbarkeit seines Produktes gemessen. Wer sein Produkt nicht in die breite Masse skalieren kann, hat im Sillicon Valley kaum eine Chance.

Wie fällt Ihre derzeitige Bilanz aus?

Seeser: Bisher haben über 100.000 Teilnehmer bereits an einer Online-Veranstaltung über CliqMeet teilgenommen. Über 5.000 User nutzen CliqMeet für Webinare und tägliche Online-Meetings. Diese Kunden kommen fast ausschließlich auf Empfehlungen zu uns, da wir bisher bewusst auf Werbung und andere Marketing-Maßnahmen verzichtet haben. Trotzdem konnten  wir nun in den ersten 10 Monaten einen jährlichen Turnover (MAT) von 100T€ erreichen. Wir werden nun den Bekanntheitsgrad von CliqMeet Schritt-für Schritt ausbauen. Zudem bieten wir demnächst  Integrationsmöglichkeiten über API zu Wordpress und Moodle an. Darauf freuen wir uns schon sehr, da es eine sehr hohe Nachfrage nach Integrationsmöglichkeiten von CliqMeet gibt.

Vielen Dank für das Interiew!

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Kommentare

  • Martin L.

    07.11.14 (15:06:31)

    Respekt! Alles Gute wünsche ich euch!

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