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08.04.09Kommentieren

Kolumne von Olaf Jacobi

Welche Formen der Start-up-Finanzierung kommen für junge Unternehmen in Frage? - Teil III

Vor Aufnahme der operativen Geschäftstätigkeit durchlaufen viele Gründerteams das Stadium der Marktanalyse und Produktentwicklung. Bereits in dieser ersten und kostenintensiven Phase der Unternehmensgründung wird ausreichend Kapital benötigt, um die ertragslose Zeit bis zur Markteinführung zu überbrücken. Olaf Jacobi, Partner beim Münchener Venture-Capital-Investor Target Partners, gibt in seiner förderland-Kolumne eine Übersicht darüber, welche Formen der Start-up-Finanzierung in Frage kommen. Dabei sind besonders Gründerfonds, Business Angels, Seed- und Early-Stage-Venture-Capital-Investoren von Bedeutung.

Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investiert als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-BereichOlaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investiert als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich

Im ersten Beitrag dieser Serie zu den möglichen Formen der Start-up-Finanzierung habe ich die Einzelheiten des Gründerfonds vorgestellt. In der zweiten Ausgabe wurden Business Angels im Detail beschrieben. Der heutige dritte und letzte Teil erklärt, was es mit Seed- und Early-Stage-Venture-Capital-Investoren auf sich hat.

Die passende Finanzierung gemäß Gründungsfortschritt

Beteiligungsgesellschaften stellen Seed- und Early-Stage-Venture-Capital zu verschiedenen Phasen eines Start-ups zur Verfügung. Venture Capital wird in der Seed-Phase bereits vor der Produktfertigstellung benötigt und dient damit meist als Investition zur Technologie- und Produktentwicklung. Bei Kapital in der Early-Stage-Phase sind bereits erste Produkte und auch Kunden vorhanden, hier gilt es, gezielt in den Organisationsaufbau des Start-ups und in die Kundengewinnung zu investieren.

Die deutsche Venture Capital-Landschaft im Überblick

Seit 2003 sind die Möglichkeiten für Gründerteams sehr gering, in Deutschland einen passenden Seed Venture Capital-Investor zu finden. Beteiligungsgesellschaften haben sich aus der Finanzierung dieser Unternehmensphase als Hauptinvestmentfokus zurückgezogen. Daher wurde von der Bundesregierung der High-Tech Gründerfonds ins Leben gerufen. Die führenden Early-Stage-Venture-Capital-Investoren sind unter anderem: EarlyBird, Target Partners und als paneuropäischer Investor Wellington Partners. Des Weiteren gibt es kleinere Venture-Capital-Gesellschaften wie Neuhaus Partners oder Baytech, die von Jungunternehmern berücksichtigt werden sollten.

Der typische Ablauf einer Sart-up-Finanzierung

Die ersten finanziellen Mittel stellt der Gründer selbst zur Verfügung. Meist deckt das erste Kapital die Ausgaben des Jungunternehmens nur für kurze Zeit. Hier ist es wichtig, einen geeigneten Business Angel zu finden, der das Start-up mit Know-Hhw und mit einem ersten Investment unterstützt. Welche Kriterien es bei der Auswahl eines Business Angels zu beachten gibt, wurde in der vorangegangenen Ausgabe meiner Kolumne im Detail beschrieben. Benötigt das Start-up weiteres Kapital, sind Early-Stage-Venture-Capital-Investoren die erste Wahl. Die Beteiligungssumme bei der ersten VC-Runde liegt in der Regel bei ein bis drei Millionen Euro, die auch von zwei Investoren bereitgestellt werden kann.

Tipps für Jungunternehmer bei der Suche nach Venture Capital

Ein Businessplan sollte initial an nur wenige Venture-Capital-Investoren verschickt werden, um aus dem ersten Feedback für weitere VC-Ansprachen zu lernen. Eine gute Vorauswahl der möglichen VC-Partner ist daher sehr wichtig. Hier kann das Gründerteam auf die Erfahrungen des Business Angels zurückgreifen. Dieser ist nicht nur bei der Investorensuche heranzuziehen, sondern auch bei der Gestaltung des Businessplans. Dieses Dokument muss in sich schlüssig sein und die wichtigsten Merkmale des Start-ups kurz und prägnant auf den Punkt bringen. Das Markpotenzial ist bei der Entscheidung über mögliche Beteiligungen ebenso entscheidend wie der dargestellte Kundennutzen oder das zukünftige Alleinstellungsmerkmal des Jungunternehmens. Ein bereits in der Gründungsphase vollständig besetztes Management mit klaren Zielen hilft bei der Akquisition von frischem Kapital. 

Die heute dargestellten Möglichkeiten der Seed- und Early-Stage-Venture-Capital-Finanzierung schließen diese Kolumnenreihe ab und zeigen, dass es für Jungunternehmer auch in Krisenzeiten verlässliche Kapitalquellen gibt.

Zur Person:
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich. 2005 gründete er Collax Inc. (Boston und München), die Linux-Serversysteme für den Mittelstand anbietet und leitete das Unternehmen bis Ende 2006 als CEO. Zuvor war Olaf Jacobi Investor und Vertriebsvorstand der Cobion AG (IT-Security Software), die 2004 erfolgreich an ISS Internet Security Systems Inc. (Atlanta) verkauft wurde.

Von 1999 bis 2002 gehörte er zum Vorstand der ACG AG (NEMAX 50). Von 1992 bis 1999 war Olaf Jacobi in verschiedenen Managementpositionen im IT-Sektor tätig, unter anderem als Senior VP Marketing und Mitglied der Geschäftsführung der Minolta GmbH.

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