<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

21.02.13Kommentieren

Interview mit Carl Hoffmann, JobCrowd

"Was uns stolz macht ist, dass wir bereits einige knifflig zu besetzende Stellen erfolgreich über JobCrowd vermitteln konnten"

Wie sich gezeigt hat, ist die Job-Vermittlung über direkte Kontakte für beide Seiten die gewinnbringendste Methode. Das hat sich JobCrowd zu nutze gemacht: Hier kann sich jeder als "Social Headhunter" ausprobieren und erhält bei Erfolg die nicht geringen Vermittlungsprämien der Unternehmen. Ob und wie das genau funktioniert, erklärt Carl Hoffmann von JobCrowd im Interview mit förderland.

JobCrowd Gründer Carl Hoffmann und Michael Blazek (v.l.)JobCrowd Gründer Carl Hoffmann und Michael Blazek (v.l.)

förderland: Hallo Herr Hoffmann, Sie gehen auf dem Gebiet der Jobvermittlung neue Wege. Welches Konzept steht hinter Ihrem Start-up JobCrowd? 

Carl Hoffmann: Hinter JobCrowd steht das Konzept, im Recruiting das Potenzial persönlicher Netzwerke zu nutzen. Personaler sind sich mittlerweile einig, dass der Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter Kanal der effizienteste in der Personalgewinnung ist. Dies gilt sowohl für die Qualität der Bewerbung als auch für das Kosten-Nutzen Verhältnis.

Mit JobCrowd wollen wir das Potenzial dieses effizienten Kanals weiter heben, indem wir eine ganzheitliche Lösung anbieten, die es Unternehmen erlaubt, das Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter Programm über die Software-as-a-Service-Lösung "Talentry" digital im eigenen Unternehmen anzubieten.

Zusätzlich hat das Unternehmen die Möglichkeit, die Stellenanzeige auf unserer "Social Headhunting"-Plattform JobCrowd.de zu veröffentlichen und somit die Stelle von der Crowd, also jedem privaten Internetnutzer, besetzen zu lassen. In diesem Fall winkt - statt dem eigenen Mitarbeiter - dem empfehlenden "Social Headhunter" die ausgeschriebene Vermittlungsprämie.

Das Unternehmen kann also bei jeder Veröffentlichung einer Stelle entscheiden, ob nur die eigenen Mitarbeiter die Stelle sehen und über ihre sozialen Netzwerke weiterempfehlen dürfen oder jeder private Internetnutzer, der in diesem Fall als "Social Headhunter" nach geeigneten Kandidaten sucht.  

Wie ist die Idee entstanden? 

Hoffmann: Mein Mitgründer Michael Blazek hat damals bei einem stark wachsenden Softwareunternehmen gearbeitet, das ständig nach neuen Softwareentwicklern über das interne Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter Programm gesucht hat. Michael hatte durch sein Informatikstudium an der TU München ein riesiges Netzwerk an Entwicklern, denen er die vakanten Stellen nach und nach weiterempfohlen hat. Als er letztlich mehr Geld für das Empfehlen von Mitarbeitern als für das Programmieren an sich verdient hatte, war uns klar, dass man dieses Prinzip irgendwie internetfähig machen musste.  

Wie ist die bisherige Resonanz der Nutzer? Welche Erfolgsgeschichten gibt es bereits zu erzählen? 

Hoffmann: Auf Unternehmensseite haben wir bisher durchweg positives Feedback bekommen, was unsere Lösung angeht. Man spürt, dass es in Zeiten des Fachkräftemangels stets schwieriger wird, gute Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Besonders stark spürt man das in der IT. Was uns stolz macht ist, dass wir bereits die eine oder andere sehr knifflig zu besetzende Stelle erfolgreich über JobCrowd vermitteln konnten. Erfolgsgeschichten reichen vom Professor, der einen seiner Doktoranden erfolgreich empfohlen hat bis zum Studenten, der durch die Empfehlung seines Bekannten ausnahmsweise für den Monat mal nicht knapp bei Kasse war.  

Was waren die größten Herausforderungen in der Startphase? Und wie haben Sie die gemeistert? 

Hoffmann: In der Anfangsphase gab es natürlich einige Herausforderungen wie: "Wo nehme ich wie viel Startkapital her? Wie viele Anteile bin ich dafür bereit abzugeben?" etc. Die größte Herausforderung war es aber eigentlich, den richtigen Zeitpunkt für unseren Markteintritt zu bestimmen. Wir haben diese Herausforderung letztlich so gelöst, dass wir uns dafür entschieden haben, schnell mit JobCrowd.de online zu gehen und die Software mit dem Feedback unserer Kunden nach und nach zu verbessern. Ich finde, bisher sind wir mit dieser Entscheidung auch ganz gut gefahren.  

Ihr Start-up wird von der Unternehmertum unterstützt, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der Technischen Universität München. Wie gestaltet sich diese Zusammenarbeit? 

Hoffmann: Die Unternehmertum war insbesondere in der Anfangsphase eine große Hilfe. Durch die veranstalten Gründerseminare und Workshops haben wir letztlich den Grundstein für eine erfolgreiche Gründung gelegt. Darüber hinaus haben sich Michael und ich über den Talentpool der Unternehmertum überhaupt erst kennen gelernt und wurden sozusagen auf Grundlage unserer ergänzenden Fähigkeiten erfolgreich gematched. Derzeit profitieren wir vor allem vom riesigen Netzwerk, das die Unternehmertum zur Verfügung stellt. Seien es Kontakte zu Investoren oder Zugang zu gründungsbegeisterten Praktikanten, die uns bei JobCrowd unterstützen.   

Was sind die größten Herausforderungen für 2013? Wie wird sich JobCrowd entwickeln? 

Hoffmann: Wir planen für 2013 ein großes Series A Wachstumsinvestment, um unser Konzept deutschlandweit zu skalieren. Das wird für uns auf jeden Fall eine der Kernherausforderungen in diesem Jahr. Darüber hinaus arbeiten wir stetig an weiteren Features für unsere SaaS-Lösung "Talentry", die es erfolgreich an Unternehmen zu vertreiben gilt. Zu guter letzt hoffen wir, dass unsere Werbemaßnahmen weiter ziehen und wir noch mehr Nutzer als "Social Headhunter" für unsere Plattform JobCrowd.de gewinnen können.  

Vielen Dank für das Interview!

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer