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14.12.11

Recht

Wann ist eine Weihnachtsfeier eine Weihnachtsfeier?

Sie möchten mit Ihren Mitarbeitern feiern, haben dafür vor Weihnachten aber eigentlich keine Zeit mehr? Kein Problem: Sie können auch im Januar Party machen. Dann ist es immer noch eine "Weihnachtsfeier" – also rein versicherungsrechtlich. Die entscheidenden Punkte für Sie und Ihre Mitarbeiter, wann für die Versicherung eine Weihnachtsfeier eine Weihnachtfeier ist, erfahren Sie bei uns. Nicht dass eine gut gemeinte Veranstaltung ein böses Nachspiel hat.

Ein krönender Jahresabschluss soll so eine Weihnachtsfeier sein. Und in vielen Betrieben mausert sich so eine erst spröde "Muss"-Veranstaltung zum jährlich wiederkehrenden coolen Event. Für Sie als Arbeitgeber ist es wichtig, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen und diese dann auch Ihren Mitarbeitern weiter zu geben. Denn: Auch (oder gerade) auf einer Weihnachtsfeier kann sich ein Mitarbeiter verletzen. Der Versicherungsschutz über das Unternehmen ist aber nur gewährleistet, wenn sich hinterher einwandfrei feststellen lässt, dass es sich rein rechtlich tatsächlich um eine Weihnachtsfeier gehandelt hat. Wichtig sind dabei laut Experten für Arbeitsrecht die folgenden Punkte: 

  • Die Feier soll die Betriebsverbundenheit unter Kollegen und mit den Chefs fördern, 
  • Der Chef billigt und fördert die Feier, übernimmt z. B. die Organisation. Er oder sein Vertreter machen selbst mit (oder hatten dies zumindest fest vor). 
  • Alle Betriebsangehörigen (bei großen Betrieben wenigstens alle einer Abteilung) sind eingeladen, nicht nur einige ausgewählte. 

Aufgrund dieser Voraussetzungen entschied z.B. das Sozialgericht Berlin, dass der Beinbruch eines Angestellten auf einer Bowling-Bahn ein Arbeitsunfall und von der Unfallversicherung gedeckt ist (AZ S 163 U 562/09).

Problematisch kann auch der Punkt werden, wann eine Weihnachtsfeier beendet ist; wann das Zusammensein also nur noch privater Natur war. Bei den meisten Feiern wird ja kein offizielles Ende verkündet. Wichtig: Eine betriebliche Weihnachtsfeier ist im versicherungsrechtlichen Sinn z.B. auch dann beendet, wenn nur noch der Chef und ein Mitarbeiter anwesend sind. Zu diesem Urteil kam das hessische Landessozialgericht (AZ L 3 U 71/06). In dem genannten Fall wurde das Stürzen des Arbeitnehmers zudem auf dessen hohen Alkoholgenuss zurückgeführt. Auch deshalb war der Unfall nicht durch den Versicherungsschutz des Arbeitgebers gedeckt. Ein wichtiger Punkt, auf den die Mitarbeiter vorab unbedingt aufmerksam gemacht werden sollten.  

Wie schon angesprochen, ist versicherungsrechtlich das Datum der Weihnachtsfeier nicht von entscheidender Bedeutung. Dass kommt jenen entgegen, die sich eine bestimmte Feier-Lokalität vorstellt haben. Im Dezember sind die besten oft bereits Jahre im Voraus ausgebucht. Wenn es dann auch noch aus arbeitstechnischer Sicht für Sie mehr Sinn macht, im Januar zu feiern, nur zu. Es ist vermutlich auch sehr viel billiger als in der teuersten Zeit des Jahres - aber das weiß Ihr Steuerberater besser. 

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