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25.08.10Kommentieren

Interview mit Jungunternehmer Timo Schusser, NicByte Group

Wäschemäßig und auch sonst werde ich im "Hotel Mama" versorgt

Wer sich mit Timo Schusser und seinen Geschäfts-Erfolgen messen will, muss sich darauf einstellen, den Kürzeren zu ziehen. Er zählt gerade neunzehn Lenze, hat ein armlanges XING-Register und ist, seit er vierzehn Jahre alt ist im IT-Business. Wie er sowohl seine Firma, die NicByte Group, wie auch die Schule unter einen Hut kriegt und warum er auch im "Privatleben" bis zum Hals in IT-Projekten steckt, erzählt er uns heute. Viel Vergnügen!

Timo Schusser. NicByte GroupTimo Schusser. NicByte Group

Guten Tag Herr Schusser, heute möchten wir uns mit Ihnen über Ihr Unternehmen, die NicByte Group, aber auch Sie selbst unterhalten. Fangen wir doch einfach auch damit an: Was haben Sie gelernt und was können Sie?

Timo Schusser: Ich lerne noch. ;) Zur Zeit bin ich Schüler des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Langenzenn. Im Mai nächsten Jahres mache ich dort Abitur und studiere anschließend voraussichtlich Wirtschaftswissenschaften.Obwohl ich noch keine abgeschlossene Schulbildung und keine Berufsausbildung vorweisen kann, habe ich bereits im Kindesalter VHS Schulungen wie "Netzwerkgrundlagen kompakt" besucht und Schulungen absolviert, sodass ich bereits jetzt mit 19 Jahren fundierte Kenntnisse im IT-und Medienbereich aufweisen kann. Zudem habe ich Zertifizierungen erlangt - beispielsweise bin ich Intra2net Certified Professional und VMware Sales Professional. Zu meinen Kenntnissen gehören z.B. die Konzeption von Netzwerkstrukturen, die Systemadministration von heterogenen Netzwerken mit Mac und Windows sowie die Implementierung von IT-Sicherheits- sowie von Mailarchivierungslösungen.

Das, was wohl am eindrucksvollsten in Ihrer Vita ist, ist die Tatsache, dass Sie erst neunzehn Lenze zählen und noch zur Schule gehen. Wo liegen die Vorteile und wo die Nachteile Ihres Alters?

Schusser: Der Vorteil meines Alters liegt ganz klar darin, dass ich mit der Thematik aufgewachsen bin und alle Neuerungen hautnah erlebt habe und täglich neu erlebe. So surfte ich bereits im Alter von sechs Jahren mit einem 56k Modem im Internet, heute mit einer 25 Mbit Leitung. Genauso verhält es sich mit den Betriebssystemen von Microsoft. Angefangen habe ich mit Windows 95, zur Zeit nutze ich Windows 7. Im Apple Bereich habe ich mit Mac OS X Panther angefangen, mein erster Mac, den ich mir mit 14 Jahren gekauft habe, war ein Power Mac G5. Heute nutze ich Mac OS X Snow Leopard.
Jedoch gibt es natürlich auch Nachteile. Obwohl ich bereits mit 12 Jahren Freunden und Bekannten bei Computerproblemen geholfen habe und mit 14 Jahren meinen ersten Geschäftskunden akquirieren konnte, habe ich natürlich nicht die Berufserfahrung wie ein IT-Consultant oder Administrator, der seit 20 Jahren im Geschäft ist.

Bei dem, was Sie bisher unternehmerisch auf die Beine gestellt haben, drängt sich doch der Eindruck auf, dass Sie verschiedene andere Aspekte Ihres Lebens vernachlässigen mussten oder gar nicht kennen gelernt haben: Freundschaften, Unbeschwertheit, ausgehen, Sport und Freizeit ... wie verhält es sich damit?

Schusser: Solch ein Eindruck entsteht leider sehr schnell; nichtsdestotrotz ist es bei mir nicht der Fall.
Bisher konnte ich meine Zeit problemlos so einteilen, dass ich meine Freunde, Sport, Freizeit und Urlaub nicht vernachlässigt habe. Zum Einen ist IT mein Hobby, sodass ich mich in meiner Freizeit genauso mit der Thematik beschäftige und mich beim Ausprobieren weiterbilde: Learning by doing.
Sport war für mich nie wirklich ein Thema, so war ich nie in einem Sportverein und werde  wahrscheinlich auch nie Mitglied eines solchen werden. Trotzdem bin ich Sportarten wie Skating oder Schwimmen nachgegangen, außerdem bin ich immer noch begeisterter Skifahrer. Des Weiteren habe ich bereits im Alter von 14 Jahren meinen Segelgrundschein und den Katamaranschein gemacht. Ein Jahr später habe ich die Prüfung für den Sportbootführerschein Binnen unter Segel und mit 18 Jahren die Prüfung für den Sportbootführerschein Binnen und See unter Motor erfolgreich absolviert. Ebenso bin ich Inhaber des Fachkundenachweises nach dem Sprengstoffrecht für Führer von Wassersportfahrzeugen.
Im September 2007 fing ich mit dem Standard- und Lateintanzen an und habe insgesamt sieben Kurse bis zu Super-Goldstar besucht. Letztes Jahr habe ich den DGV-Platzreifekurs (Golf) bestanden. Daneben koche und esse ich gern, vorzugsweise italienisch, thailändisch und indisch.
Klar ist es so, dass ich auch im Urlaub mit Freunden von der Arbeit nicht verschont bleibe und ein Kundenanruf durchaus möglich ist. Dies hält sich jedoch glücklicherweise in Grenzen.

Alle Achtung! Das hört sich nicht nur nach einer erfüllten Freizeit an, sondern zeugt auch von Ihrem Ehrgeiz und Ihrem Willen zum Erfolg. Doch verraten Sie uns: Sind Sie auch schon einmal an etwas gescheitert, was Sie heute noch wurmt?

Schusser: Eigentlich bis jetzt noch nicht, das wird aber sicher auch einmal passieren. Wenn entwicklungstechnisch etwas nicht gleich klappt, gibt es so gut wie immer Alternativlösungen und wenn es manchmal bei Kundengesprächen nicht zu einem Abschluss oder sonstigem kommt, dann klappt es vielleicht beim nächsten Mal.

Nun zu Ihrem Unternehmen NicByte: Was bieten Sie an? Und wie stehen Sie im Markt?

Schusser: NicByte ist Full-Service Dienstleister der IT- und Medienbranche, wobei wir uns auf Mac-lastige Netzwerke und Umgebungen spezialisiert haben. Dabei betreuen wir hauptsächlich Geschäftskunden in den Bereichen IT-Consulting und –management, konzipieren Netzwerkumgebungen, erstellen Storage, Backup und Sicherheitskonzepte, implementieren Sicherheits- und Mailarchivierungslösungen und administrieren die Netzwerke ebenso.
NicByte ist ebenfalls Apple Händler und versorgt seine Kunden mit Hard- und Software. Bei uns erhalten Sie ein Xserve Cluster mit Xsan und Fibre-Channel RAID Systemen, genauso wie einen Schnittplatz mit Final Cut oder ProTools.

Nachdem ich noch Schüler bin und nächstes Jahr für mein Abi pauken muss (auch mir fällt nicht alles in den Schoß...), kann ich neben meinen bisherigen Bestandskunden sicher den Einen oder Anderen noch bedienen. Um die für mich wichtige Servicequalität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten, kann ich aber nicht "ins Blaue" hinein akquirieren. Kunden müssen nicht nur gewonnen sondern auch gut betreut werden.

Und erteilen Sie uns doch eine Lektion im Unternehmensaufbau: Warum haben Sie NicByte in fünf verschiedene Bereiche aufgeteilt?

Schusser: Mit dem Rechtsformwechsel Ende 2009 habe ich mir überlegt, wie ich NicByte zukünftig nennen werde.
Die Entscheidung, als NicByte Group zu firmieren, kam dadurch zustande, weil ich die angebotenen Leistungen in Geschäftsbereiche aufteilen wollte, auch um einen gewissen Überblick zu ermöglichen.
Unsere Webseite ist seit kurzem überarbeitet, sodass auf der neuen Internetpräsenz nun eine andere Übersicht unseres Leistungsspektrums herrscht.

Warum sollte man eigentlich sein Netzwerk bei Ihnen planen lassen und nicht wo anders?

Schusser: Trotz meiner jungen Jahre – oder gerade deswegen – bin ich allen neuen Techniken, Entwicklungen und Möglichkeiten gegenüber sehr aufgeschlossen, teste diese natürlich intern und erweitere dadurch stetig meine Kenntnisse, die ich mit den bekannten und etablierten Verfahren und Arbeitsweisen sehr gut verknüpfen kann. Somit versuche ich, für meine Kunden eine optimale, stets auf den Einzelfall zugeschnittene, Lösung zu erarbeiten.
Ferner kann ich meine Preise im Vergleich zu größeren Anbietern attraktiv gestalten, zumal ich keine Fixkosten wie Büromieten, etc. habe.

Wie kommen Sie an Ihre Kunden? Sind Sie ein ausgemachter Vertriebsmensch oder ein emsiger Networker?

Schusser: Meine Kunden habe ich bisher durch Netzwerke wie Foren oder XING gewonnen. Mundpropaganda spielt bei mir jedoch eine wichtige Rolle. Einige Freunde und Bekannte sind in der IT- und Medienbranche tätig und empfehlen mich bei Projekten oder Aufträgen.

Sie haben kein Studium hinter sich, trotzdem sind Sie so unternehmerisch aktiv, als hätten Sie den HHL-Master in der Tasche. Wie und wo haben Sie sich Ihr unternehmerisches Wissen angeeignet?

Schusser: Zum einen bin ich sehr wirtschaftsaffin und habe mir im Selbststudium BWL Themen wie Rechnungswesen, Bilanzierung oder Abschreibung beigebracht. Zum anderen habe ich Wirtschaft & Recht als Leistungskurs gewählt und kann von dem beigebrachten Wissen profitieren.

Und haben Sie noch vor, zu studieren? Oder sind Sie gläubiger Autodidakt?

Schusser: Studieren werde ich auf jeden Fall. Wie bereits oben angemerkt, werde ich voraussichtlich Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Informatik oder Marketing studieren, um so mein Wissen weiter auszubauen und um eine solide Grundlage zu schaffen, die in der Wirtschaft sowie bei meinen künftigen Geschäftspartnern anerkannt wird. Als reinem Autodidakten würde einem vermutlich oft nicht immer entsprechendes Know-How als auch Kompetenz und Professionalität zugesprochen werden.

Gibt es keine Autoritätsprobleme, sowohl gegenüber Geschäftspartnern als auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern, wenn man noch Teenager ist? Wie gehen Sie an diese Problematik heran?

Schusser: Bis jetzt habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Meiner Meinung nach kommt es auch nicht auf das Alter, sondern auf die Kompetenz und auf das Auftreten an, ob man erfolgreich ist oder nicht. Bereits im Alter von 14 Jahren habe ich Geschäftskunden problemlos betreut. Kunden waren gegenüber mir nie kritisch und haben sich bei Problemen und Fragen vertrauensvoll an mich gewandt.

Diese Frage kann ich mir nicht verkneifen: Wer wäscht eigentlich Ihre Socken?

Schusser: Ich lebe noch bei meinen Eltern, die mich von klein auf schon immer gefördert, bestärkt und unterstützt haben (mein Vater baute mit mir, als ich sieben Jahre alt war, meinen ersten Computer selbst zusammen). Wäschemäßig und auch sonst werde ich im "Hotel Mama" versorgt, was mir natürlich viel Zeit spart, die ich anderweitig einsetzen kann. Aber, die "Staubsauger" vom Dienst in unserem Haus sind mein Vater und ich...

Sie haben neben Ihrem Unternehmen noch allerlei Projekte laufen. Weihen Sie unsere Leser doch in Ihre Leidenschaften ein!

Schusser: Im September 2009 ist mein Buch "Deine Daten reisen um die Welt: sicher ist, dass nix sicher ist!" im Thiemo Graf Verlag erschienen. Dieses Buch richtet sich an Kinder und Jugendliche, die sich näher mit dem Thema Datenschutz beschäftigten möchten und somit ihr Verhalten gegenüber sozialen Netzwerken, ICQ, MSN & Co. besser einschätzen können.

Mit dem Blog zum Buch "www.schule-im-netz.eu" möchte ich die Leser nachhaltig mit Infos rund um das Thema Datenschutz versorgen und die Sensibilität gegenüber sozialen Medien steigern.

Ein weiteres Projekt von mir nennt sich "StartUp Consulting". Mit "StartUp Consulting" möchte ich junge Unternehmer bei der Gründung, dem Aufbau und dem Betrieb ihrer eigenen Unternehmung beraten und fördern. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, einen kompetenten Ansprechpartner mit guten Kontakten zu haben.
Als Microsoft BizSpark Netzwerkpartner kann ich IT-StartUps ebenfalls Zugriff auf alle Microsoft Produkte gewähren.

Was treibt Sie eigentlich an? Und wo wollen Sie hin?

Schusser: Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, arbeite ich mit Spaß und freue mich auf die Herausforderungen, die neue Aufträge mit sich bringen.
Nach meinem Schulabschluss und meinem Studium möchte ich mit NicByte im Beratungssektor Fuß fassen und Kunden verschiedenster Branchen als IT-Consultant beraten.

Sicherlich lief nicht immer alles ganz glatt in Ihrer Unternehmerlaufbahn. Welches waren die wichtigsten Lektionen, die Sie gelernt haben?

Schusser: Das Wichtigste was ich gelernt habe, ist, nie aufzugeben, auch wenn ein scheinbar abgeschlossenes Projekt doch nicht realisiert wird.

Und zum Abschluss: Haben Sie noch ein Traum-Projekt in der Schublade, das Sie irgendwann realisieren wollen?

Schusser: Ich denke, jeder Unternehmer hat ein Traum-Projekt, das er einmal realisieren möchte. Zu meinem möchte ich jedoch keine Angaben machen. Denn eines Tages wird es dieses vielleicht einmal geben und dann möchte ich derjenige sein, der es lizenziert. ;)

Ich danke für das Interview und wünsche Ihnen viel Erfolg!

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