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14.12.15Kommentieren

Überblick

Wachstumsfinanzierung für Gründer

2015 ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland wieder gesunken. Ausgehend von den Marktbeobachtungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn lag die Zahl der Neugründungen im ersten Halbjahr 2015 bei 158.800. Gegenüber dem Vorjahr wieder ein Rückgang. Der Trend zu weniger Unternehmensneugründungen setzt sich in Deutschland fort. Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass Gründer heute einfach schlechte Karten am Markt haben. Mit einer guten Idee und Know-how lässt sich auch 2015 Erfolg haben.

Das eigene Unternehmen hat die ersten Hürden genommen und ist auf dem Erfolgsweg? In solchen Momenten wird die Finanzierung weiteren Wachstums oftmals nicht einfach.Bildrechte: McLac2000 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com. Das eigene Unternehmen hat die ersten Hürden genommen und ist auf dem Erfolgsweg? In solchen Momenten wird die Finanzierung weiteren Wachstums oftmals nicht einfach.

Die Unternehmensgründung muss letzten Endes auf vielen Säulen ruhen.

Ein wichtiges Element ist die richtige Marktlücke. Das zweite Element einer erfolgversprechenden Gründung sind die richtigen Ideen, wie sich die Lücke nutzen lässt. Und als dritten Punkt brauchen Existenzgründer das Handwerkszeug, um aus der Idee ein Unternehmen werden zu lassen.

Nur wo:

  • Geschäftsidee
  • betriebswirtschaftliches Know-how
  • rechtliches Grundwissen

zusammenkommen, entsteht ein erfolgreiches Start-Up. Wie geht es nach der Gründung weiter? Startups – etwa im E-Commerce – erreichen nach den ersten Erfolgen schnell eine Grenze. Ohne zusätzliches Kapital ist kein Wachstum am Markt möglich. Auf welche Weise kann eine solche Wachstumsfinanzierung für die Gründung auf die Beine gestellt werden?

Sale and Lease Back - ein Weg zum Erfolg?

Sale-Lease-Back oder Sale-and-Rent-Back sind Bezeichnung für eine Finanzierungsvariante, die auf den ersten Blick für den späteren Leasingnehmer deutliche Vorteile hat. Was steckt genau hinter dem sogenannten Rückmietkauf?

Generell werden Wirtschaftsgüter, die ein Unternehmen erwirbt, über das Umlauf- und Anlagevermögen aktiviert. Diese Tatsache spielt sowohl im Bilanz- als auch dem Steuerrecht eine Rolle. Das Problem: Eine Minderung der Umsätze durch die Anschaffungskosten ist in aller Regel nicht umgehend in voller Höhe möglich.

So werden in Deutschland:

  • Gebäude allgemein über 50 Jahre
  • Drehbänke für 16 Jahre oder  
  • PCs für drei Jahre

abgeschrieben. Über diesen Zeitraum wirkt sich das Wirtschaftsgut wertmindernd aus. Beim Sale and Lease Back entsteht folgende Situation: Der Leasingnehmer verkauft ein Wirtschaftsgut – beispielsweise eine CNC-Maschine – an den Leasinggeber. Dieser „verleiht“ die Maschine an den Leasingnehmer, der weiterhin damit arbeiten kann.

Der Vorteil: Durch den Verkauf des Wirtschaftsguts entsteht beim Leasingnehmer sofort Liquidität, wie auch ein Artikel auf der Webseite gruender-welt.com erklärt. Parallel sind die Leasingraten sofort steuerlich wirksam und reduzieren die Betriebseinnahmen. Das Problem: Eventuell erreichte Wertsteigerungen – etwa im Zusammenhang mit Lizenzen – gehen dem ursprünglichen Eigentümer verloren. Parallel besteht die Gefahr einer nachteiligen Vertragsgestaltung für den Leasingnehmer.

Langfristige Finanzierungsmodelle für das Start-Up-Wachstum

Im Hinblick auf die Finanzierung eines Start-Ups bieten sich heute verschiedene Wege an. Die Sale-and-Lease-Back-Option stößt an Grenzen, wo Unternehmen kaum mit materiellen Wirtschaftsgütern arbeiten. An dieser Stelle sind andere Optionen auszuwählen. Generell wäre es durchaus denkbar, sich um eine höhere Kapitaldecke durch Finanzprodukte zu bemühen.

Die Rede ist von:

  • Aktien
  • Unternehmensanleihen

Hierbei handelt es sich um zwei Optionen, die Potenzial haben. Jedem Gründer muss aber auch klar sein, wo die Nachteile liegen.

Grundsätzlich ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die Emission von Wertpapieren – egal in welcher Form – ein sehr zeit- und kostenintensiver Prozess ist. Ein Zeitraum von 12 Monaten ist beispielsweise für die Ausgabe von Aktien keine Seltenheit.

Hinzu kommt, dass für die Emission es notwendig sein kann, das Unternehmen in seiner Struktur zu verändern. Und selbst wenn Experten dem Start-Up eventuell die Börsenfähigkeit bescheinigen, bedeutet dies nicht zwangsläufig auch eine hohe Börsenreife.

Vielmehr müssen verschiedene Aspekte auf den Punkt zusammenpassen, wie:

  • Kapitalwerte
  • Marktsegment
  • Markenreichweite
  • Cash-Flow vom Emittent zum Investor usw.

Zusätzlich ist zu beachten, dass für die Ausgabe der Wertpapiere gewisse regulatorische Hürden zu überwinden sind. Letztlich ist die Emission von Anleihen oder Aktien für Start-Ups eine nicht ganz einfache Form der Wachstumsfinanzierung.

Welche erfolgsversprechenden Wege existieren sonst noch?

Unternehmens-/Mittelstandsanleihen oder gar Aktien sind Finanzierungsmodelle, die heute in der Start-Up-Szene nicht nur diskutiert, sondern von einigen Firmen bereits praktiziert werden. Aber: Hieraus ergeben sich durchaus Risiken. Beispiel: Jede Anleihe, die man als Unternehmen ausgibt, muss mit Zinsen zurückgezahlt werden. Bei etwa fünf Prozent Zinsen summiert sich das Ganze bei einer Anleihesumme von 10 Millionen Euro schnell auf sechsstellige Beträge. Und die muss das Start-Up langfristig erwirtschaften.

Bleibt noch die Suche nach alternativen Lösungen. Eine Option sind die Business-Angels. Letztere beteiligen sich am Unternehmen finanziell und stehen häufig auch mit ihrem Know-how zur Verfügung. Prinzipiell sollte man als Gründer an dieser Stelle bereit sein, sich nicht nur den Rat anderer anzunehmen, sondern das Start-Up für andere zu öffnen – es entsteht eine Beteiligung. In den letzten Jahren haben sich rund um die Wachstumsfinanzierung aber noch einige andere Möglichkeiten entwickelt. Die Rede ist von Förderungen. Auf Ebene von Bund und Ländern stehen heute Mittel bereit, welche nicht nur der Finanzierung von Gründungen dienen – sondern einen Schritt weiter gehen.

Ein erster Ansatzpunkt hierfür kann die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums sein. Hier sind derzeit mehrere hundert Förderungen gelistet – ohne Mittel, die aus den Töpfen der EU kommen. Zu den Alternativen gehört natürlich auch der Unternehmenskredit von Banken. Letztlich ist zu prüfen, welches Element aus Sicht des Unternehmens die besten Chancen und Konditionen bietet.

Der Weg an die Börse ist ein Weg zur weiteren Wachstumsfinanzierung, jedoch bedarf es einer sehr intensiven und langwierigen Vorbereitung.

Fazit: Das Start-Up zum Big Player machen

Wer ein Unternehmen gründen will, braucht Geld. Dieser Grundsatz lässt sich auch auf die Zeit nach der Gründung übertragen. Sobald es ums Wachstum geht, benötigen Start-Ups häufig finanzielle Unterstützung. Letztere kann aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen.

Denkbar sind:

  • Anleihen und Aktien
  • Beteiligungen
  • Stille Teilhaberschaften
  • Förderungen
  • Kredite

Generell ist immer abzuwägen, welche Option die besten Möglichkeiten bietet. Denn nicht immer bleibt man bei den verschiedenen Finanzierungsinstrumenten der Herr im Hause, man sollte teilen können. Eine Tatsache muss aber in jedem Fall gelten: Nur wenn die Gründung wirklich Aussicht auf Erfolg hat, wird man die Wachstumsfinanzierung stemmen können. Denn Investoren greifen Gründern selten gratis unter die Arme, sondern wollen dafür auch entsprechende Erfolge und Renditen sehen.

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