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11.01.12Leser-Kommentar

Interview mit Corinna Powalla, Modomoto

"Vor allem wollen wir für Männer ein Problemlöser sein"

Modomoto ist ein neuer Service für Männer, die nicht gerne shoppen – sich aber trotzdem modisch kleiden wollen. Im Interview mit förderland spricht Gründerin Corinna Powalla über männliches Einkaufsverhalten, die Berliner Start-up-Szene und ihre Ansprüche an potenzielle Partner.

Macht Shoppingmuffel glücklich: Modomoto-Gründerin Corinna PowallaMacht Shoppingmuffel glücklich: Modomoto-Gründerin Corinna Powalla

förderland: Hallo Corinna, bevor wir auf dein Start-up Modomoto zu sprechen kommen, vielleicht einige Worte zu deiner Vita. Du konntest ja bereits bei einigen Berliner Start-ups Erfahrung sammeln ...

Corinna Powalla: Richtig! Ich habe mich schon während meines Studiums an der TU Berlin stark für die Berliner Start-up-Szene interessiert und Praktika bei StudiVZ und Artflakes gemacht. Nach dem Studium bin ich dann beim größten Online-Shop für Markenbrillen – Mister Spex –  gelandet und habe mich um Online Marketing und Business Intelligence gekümmert. Dann war es Zeit für was Eigenes – und so ist Modomoto entstanden. Die besten Ideen kommen ja immer, wenn man sich nach echten Problemen umsieht. Männer und Shopping: Das ist oft ein ganz großes Problem!

Die Berliner Start-up-Szene erlebt ja gerade einen unheimlichen Hype. Was macht Berlin für dich aus? Warum gründest du gerade in Berlin? Eine bewusste Entscheidung?

Powalla: Ja, der Boom ist schon gewaltig. Vor ein paar Jahren musste man sich vor seinen Freunden und Studienkollegen für den Weg in die Start-up-Branche noch rechtfertigen. Heute kommen die Leute aus den Banken und Beratungen scheinbar alle nach Berlin und wollen gründen. Und genau das macht auch den Zauber momentan aus. Diese Mischung aus den "German Executers" und den vielen verspielten Geeks, die einfach tolle Sachen bauen wollen. An Berlin geht kein Weg vorbei.

Jetzt aber zu Modomoto ... Mit deinem Start-up willst du aus männlichen Shoppingmuffeln Fashion Victims machen. Wie funktioniert das?

Powalla: Vor allem wollen wir für Männer ein Problemlöser sein. Viele Männer gehen nämlich einfach nicht gerne shoppen, haben vielleicht weder Lust noch Zeit. Diese Männer kaufen bisher auf folgende Weise ein: Zwei bis dreimal im Jahr gehen Sie in eines der großen Modehäuser und kaufen schnell viel Kleidung. Problem gelöst, sozusagen. Wir glauben, dass man dieses Problem deutlicher besser und eleganter lösen kann.

Auf Modomoto.de können sich Männer registrieren und bekommen dann von unseren Experten individuell auf sie abgestimmte Outfits nach Hause geliefert. Man kann bequem daheim anprobieren und behält nur was einem gefällt. Der Service sowie Hin-und Rückversand sind immer kostenlos.

In den USA ist "Curated Shopping" ein Riesenthema. Trunkclub, Cakestyle oder Shoedazzle rollen den Markt auf. Ist Modomoto also wiedermal der Clone einer Idee aus Übersee – oder fügt Ihr dem Konzept eine eigene Note hinzu?

Powalla: Das mit den Clonen ist so eine Sache. Ideen kommen in einzelnen Märkten auf, wenn die Märkte dafür bereit sind und werden dann auch ganz marktspezifisch umgesetzt.

Im Gegensatz zu Trunkclub legen wir zum Beispiel großen Wert auf einen umfassenden Fragebogen um den Kunden wirklich zu verstehen. Von Shoedazzle unterscheidet uns beispielsweise, dass Modomoto kein Abo ist. Wir sind natürlich auch an langfristigen Beziehungen zu unseren Kunden interessiert, überlassen es aber dem Kunden selbst, wann und wie viel er bestellen möchte.

Nach dem Going Live freut ihr euch "über ein reges Interesse der Herrenwelt". Kannst du ein paar Zahlen nennen?

Powalla: Dafür ist es vier Wochen nach dem Launch leider noch zu früh. Ich kann nur so viel verraten: Es gibt momentan zum ersten Mal eine Warteliste, die wir aber versuchen zügig abzuarbeiten.

Modomoto bist nicht nur du alleine. Auch dein Team und einige Business Angel sind mit an Bord. Wie ergänzen sich die Beteiligten?

Powalla: Ich bin hauptsächlich für das operative Geschäft und die Außendarstellung verantwortlich. Das heißt, ich sorge dafür, dass die Modomoto-Idee bekannter wird und die Prozesse so funktionieren, dass jeder Kunde zufrieden ist. Unser Team beschäftigt sich ja wirklich mit jedem einzelnen Kunden persönlich. Unsere Angels haben vor allem bei Produktdesign und technischer Entwicklung viel geholfen.

Ihr arbeitet zur Zeit an einer "größeren Finanzierungsrunde, um Modomoto richtig groß auszurollen". Mit welchen Kapitalgebern seit Ihr im Gespräch? Welche Erwartungen habt Ihr an potenzielle VCs? Wie viel Kapital benötigt Ihr? Und was habt Ihr damit vor?

Powalla: Dazu kann ich aktuell natürlich so gut wie gar nichts sagen. Außer, dass wir uns Partner wünschen, die nicht nur Kapital liefern. Davon gibt es für Start-ups in der frühen Phase momentan ausreichend. Wichtig ist uns, dass wir Partner haben, die wirklich disruptiv denken und das Modell von vorne bis hinten verstehen.

Warum wird Modomoto erfolgreich?

Powalla: Weil wir ein klares Produkt haben, das ein klares Problem löst. Ist doch klar, oder?

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

Kommentare

  • Mark

    13.01.12 (10:53:36)

    Bzgl. der Warteliste:
    Ich hatte mich vor rund 4 Wochen registriert, habe den Fragebogen ausgef?llt. Zur Weihnachtszeit kam eine Mail, dass die Bearbeitung sich verz?gert, seitdem kam nichts mehr.

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