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11.12.12Kommentieren

Interview mit Doug DeVos, Präsident der Amway Corporation

"Viele Deutsche haben eine positive Einstellung zur Selbständigkeit"

Amway, eines der weltweit führenden Direktvertriebsunternehmen, hat die Einstellung der Deutschen und Europäer zur Selbständigkeit untersucht – und als European Entrepreneurship Report zum Auftakt der Gründerwoche 2012 veröffentlicht. Im Interview mit förderland spricht Doug DeVos, Sohn des Firmengründers und Präsident der Amway Corporation, über die Ergebnisse.

Doug DeVos, Präsident der Amway CorporationDoug DeVos, Präsident der Amway Corporation

förderland: Guten Tag Herr DeVos! Bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor.

DeVos: Sehr gerne! Ich bin Doug DeVos, Präsident der Amway Corporation. Zusammen mit Steve Van Andel, dem Vorstandvorsitzenden von Amway, leite ich das Unternehmen seit 2002. Dieses wurde von unseren Vätern 1959 gegründet. Geboren aus der Idee zweier junger Leute mit Unternehmergeist, ist daraus eines der weltweit führenden Direktvertriebsunternehmen geworden. Heute ist Amway in mehr als 100 Ländern und Territorien tätig und verzeichnet einen weltweiten Umsatz von über als 9 Milliarden Euro. Rund drei Millionen selbständige Vertriebspartner – davon 85.000 in Deutschland – verkaufen unsere Produkte aus den Bereichen Schönheit, Ernährung und Haushalt überall auf der Welt. Wir helfen Personen, ein Einkommen zu generieren, indem wir sie auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützen.

Zum Auftakt der Gründerwoche 2012 veröffentlichte Amway den jährlichen European Entrepreneurship Report. Wie ist die Einstellung der Deutschen zum Thema Selbständigkeit?

DeVos: Viele Deutsche haben eine positive Einstellung zur Selbständigkeit. Besonders hoch ist dabei der Anteil der unter 30-Jährigen. Es gibt ein unglaubliches Potenzial in Deutschland. Und Deutschland ist seit der Gründung der deutschen Niederlassung 1975 ein wichtiger Markt für uns. Außerdem denke ich, dass die Deutschen dazu neigen, nachhaltige Unternehmen zu gründen.

Welche Gründe gibt es für die Befragen, Selbständigkeit einem Angestelltenverhältnis vorzuziehen?

DeVos: Es gibt viele Gründe, die für eine Unternehmensgründung sprechen. Eine wichtige Rolle nimmt dabei das Thema Selbstbestimmung ein. Man will sein eigener Boss sein und eigene Prioritäten setzen. Firmengründer sind zudem äußerst motiviert und wollen für ihren Lebensstil selbst verantwortlich sein. Mit dem Geschäftsmodell von Amway unterstützen wir Personen überall auf der Welt dabei, dies zu erreichen. Wir bieten Produkt- und Vertriebstrainings sowie ein Netzwerk, das ihnen ermöglicht, von erfahrenen Vertriebspartnern zu lernen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Was sind laut der Studie die größten Hürden auf dem Weg in die Selbständigkeit?

DeVos: Viele haben großartige Ideen und würden sich gerne selbständig machen. Die Umfrage zeigt, dass dann letztendlich aber nur ein kleiner Anteil diesen Schritt auch wagt – viel weniger als man erwarten würde. Erkundigt man sich nach den Gründen, nennen viele die Angst zu scheitern, fehlendes Startkapital oder mangelndes Vertrauen in die eigenen unternehmerischen Fähigkeiten. 

Unsere Erfahrung zeigt, dass Deutsche sehr vorsichtige Unternehmensgründer sind – verglichen mit den Amerikanern. Wenn man in den USA keinen Erfolg mit seiner Geschäftsidee hat, wird das als Teil einer Entwicklung gesehen. Man startet einfach noch einmal und versucht, aus den vorangegangenen Fehlern zu lernen. Meine Beobachtungen zeigen, dass ein Versagen für Deutsche derart negativ ist, dass es sie davon abhält, sich selbständig zu machen. 

Mein Vater hat zusammen mit seinem Geschäftspartner Jay Van Andel einiges ausprobiert, bevor sie die Idee hatten, Amway zu gründen. Keine dieser vorhergehenden Ideen war erfolgreich, nicht im Geringsten. Mit dem Amway Geschäftsmodell hatten sie etwas gefunden, das funktionierte. Und heute profitieren mehr als drei Millionen Menschen von der Idee, sich mit Produkten des täglichen Bedarfs selbständig zu machen.

Was denken Sie, bleibt der Trend zur Selbständigkeit bestehen?

DeVos: Überall auf der Welt sehen wir, dass junge Leute die Chance ergreifen, sich selbständig zu machen. Nehmen Sie Asien oder Russland als Beispiel – der Unternehmergeist in diesen Ländern ist erstaunlich! Und ich bin mir sicher, dass auch in Europa – und speziell in Deutschland – Personen mit den unterschiedlichsten Hintergründen von einer Selbständigkeit profitieren können. Denken Sie beispielsweise an alleinerziehende Eltern, die eine hohe Flexibilität bei ihrer Arbeitszeit benötigen. 

Oder schauen Sie sich die Arbeitsgewohnheiten der jüngeren Generation an. Diese Generation will alles: Sie will ihr eigener Chef sein, Zeit für Hobbies und Familie haben und Erfüllung bei ihrer Tätigkeit finden. Ich kenne keinen besseren Weg, dies alles zu vereinen als mit einer selbständigen Tätigkeit.

Wie kann die deutsche Politik dazu beitragen, Selbständigkeit attraktiver zu machen?

DeVos: Ich bin kein Experte, was die Politik in Deutschland betrifft. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass es hilfreich ist, Menschen dabei zu unterstützen, sich unternehmerische Kenntnisse anzueignen. Amway bietet seinen Vertriebspartnern deshalb zahlreiche Schulungsmöglichkeiten an. Und es zeigt sich: Jene Vertriebspartner, die diese Angebote auch nutzen, sind häufig erfolgreicher als andere. Zudem ist es wichtig, Netzwerke für Selbständige zu schaffen. Unsere Vertriebspartner profitieren sehr davon: Sie entwickeln sich innerhalb dieser Netzwerke weiter und bleiben motiviert.

Zum Schluss – haben Sie einen persönlichen Tipp für Personen, die sich selbständig machen wollen?

DeVos: Ich kann nur sagen: Probieren Sie es einfach aus! Nutzen Sie für die ersten Schritte in die Selbständigkeit Geschäftsmodelle, die sich schon millionenfach bewährt haben – wie beispielsweise das Amway Geschäftsmodell. Sie können eine Menge lernen und sich Kenntnisse sowie Fähigkeiten aneignen, die in vielen Arbeitsbereichen nützlich sind. Das Investment dafür ist sehr gering. Und sie haben die Möglichkeit, parallel zu ihrem bestehenden Job in die Selbständigkeit zu starten und erst einmal ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Alles Weitere liegt an Ihnen.

Vielen Dank für das Interview!

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