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14.12.10Kommentieren

Kolumne von Olaf Jacobi

Verderben Investoren den Deal oder sind sie das Salz in der Suppe? – Teil III

Ein Venture Capital-Investor ist das Salz in der Suppe, wenn er zum Unternehmen passt. Doch oftmals braucht das Unternehmen mehrere Investoren, um den Kapitalbedarf zu decken. Bedeuten mehrere Investoren auch mehr Salz? Olaf Jacobi, Partner beim Münchner Venture Capital-Investor Target Partners, erklärt in seiner förderland-Kolumnenreihe, was Start-ups beachten sollten, damit Investoren nicht den Deal verderben, sondern einen Mehrwert bieten.

Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich.Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich.

Ein Jungunternehmer sollte sich einen Venture Capital-Investor aussuchen, der zu seinem Unternehmen passt. Worauf er bei der Auswahl achten muss, war Thema der ersten Kolumne. Doch ein Investor ist oftmals nicht genug – deshalb beschäftigte sich der zweite Teil der Kolumnenreihe mit den Fragen, wann mehrere Investoren sinnvoll sind und was der Gründer bei einem Venture Capital-Syndikat beachten sollte. Thema heute: Was sind die Vor- und Nachteile, wenn mehrere Investoren an einem Unternehmen beteiligt sind?

Auf der sicheren Seite

Ein klarer – und naheliegender – Vorteil von mehreren Investoren ist der Zugang zu mehr Kapital. Nicht immer läuft bei einem Start-up alles rund. Die Stolpersteine liegen an verschiedenen Stellen: Die Produktentwicklung dauert länger als geplant, der Sales-Zyklus ist ebenfalls länger und unter Umständen wächst der Markt langsamer als erwartet. All das resultiert in einem größeren Kapitalbedarf, als anfangs berechnet. In diesen Fällen hat das Unternehmen mit einem Venture Capital-Syndikat den Vorteil, dass Geldreserven, umgangssprachlich "dry powder", vorhanden sind. Bei einer zusätzlichen Finanzierungsrunde muss das Start-up keine neuen externen Investoren suchen. Das spart Zeit und Nerven.

Vitamin B

Ein weiterer Pluspunkt eines Venture Capital-Syndikats: das Netzwerk ist größer. Mehrere Investoren bedeuten zusätzliche Kontakte, die nützlich für die Entwicklung des Unternehmens sind. Will sich ein IT-Unternehmen beispielsweise zunächst auf den deutschen Markt konzentrieren, im späteren Verlauf dann den US-amerikanischen Markt anvisieren, wäre jeweils ein nationaler sowie internationaler Investor interessant. Zudem verfügen unterschiedliche Venture Capitalisten nicht nur über eine größere Kontaktdatenbank, sondern bringen auch weiteres Know-how und Erfahrungen mit. Der Idealfall für den Gründer: Investoren mit diversifiziertem Wissen, die sich gegenseitig ergänzen.

Geteilte Meinung

Unterschiedliche Erfahrungen und Know-how können allerdings auch gespaltene Meinungen verursachen. Selbst wenn die Investoren anfangs identische Visionen und Vorstellungen haben, können diese nach ein paar Jahren auseinanderdriften. Die Investoren sind sich beispielsweise nicht mehr einig: Nehmen wir an weiteren Finanzierungsrunden teil? Welche sind dabei die Bedingungen? Zusätzliche Streitpunkte entstehen bei Personalentscheidungen oder wenn es um den idealen Zeitpunkt für den Verkauf geht. Die Meinungsverschiedenheiten kosten Zeit und verlangsamen das Wachstum des Start-ups.

Lange Kommunikationswege

Generell gilt: Je mehr Personen bei einer Entscheidung mitreden, desto langsamer und komplizierter wird die Kommunikation und somit auch die Lösungsfindung. Hat ein Start-up einen Investor an Bord, gibt es auch nur eine Meinung – eine Entscheidung ist schnell getroffen.

Fazit

Ob Venture Capital-Syndikat oder nicht, entscheidet der Kapitalbedarf: Weiß das Start-up von Anfang an, dass es bis zum Exit viel Kapital benötigen wird, sind mehrere Investoren sinnvoll. Denn auch wenn manchmal zu viele Investoren den Deal verderben können, gilt der Grundsatz: Cash is King.

Zur Person:
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich. 2005 gründete er Collax Inc. (Boston und München), die Linux-Serversysteme für den Mittelstand anbietet und leitete das Unternehmen bis Ende 2006 als CEO. Zuvor war Olaf Jacobi Investor und Vertriebsvorstand der Cobion AG (IT-Security Software), die 2004 erfolgreich an ISS Internet Security Systems Inc. (Atlanta) verkauft wurde.

Von 1999 bis 2002 gehörte er zum Vorstand der ACG AG (NEMAX 50). Von 1992 bis 1999 war Olaf Jacobi in verschiedenen Managementpositionen im IT-Sektor tätig, unter anderem als Senior VP Marketing und Mitglied der Geschäftsführung der Minolta GmbH.

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