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09.11.11Kommentieren

Target Partners

Venture Capitalists mit Unternehmer-DNA

Ein Start-up kann von einem Venture Capitalist mehr als Geld erwarten. Für Gründer mit Finanzierungsbedarf ist der Markt für Risikokapital jedoch oft schwer zu durchschauen. Das Maß an Erfahrung, Sparring-Potenzial, Qualität und Größe des Netzwerkes sowie das Know-how einzelner Mitarbeiter können als Kriterien zur Beurteilung angelegt werden.

Besitzt Unternehmer-DNA: Stefan Kalteis, ehemaliger Associate bei Target PartnersBesitzt Unternehmer-DNA: Stefan Kalteis, ehemaliger Associate bei Target Partners

Den guten Venture Capitalisten zeichnete es aus, die Sichtweise des Gründers einnehmen zu können: Denken und Handeln wie ein Unternehmer sind wichtige Voraussetzungen dafür, anderen dabei helfen zu können, den eigenen Businessplan ins Rollen zu bringen. Um Geschäftsmodelle, Märkte, Team und Technologien richtig bewerten zu können – und damit den wirtschaftlichen Erfolg des Gründers zu sichern – braucht es Spezialisten mit unternehmerischer Weitsicht. Das gilt insbesondere für die Phase nach dem Investment, in der Produkt, Dienstleistung und Unternehmensprozesse mit dem eingebrachten Kapital aufgestellt werden.

"Target Partners ist unternehmergetrieben", erklärt Kurt Müller, Partner bei Target Partners. "Unser Alumni ist geprägt von erfolgreichen Start-up-Gründern und Unternehmern." Mit 225 Millionen Euro Kapital zählt die Gesellschaft heute zu den führenden Venture Capital Investoren in Deutschland.

Für Erfolge im "Spiel" braucht es Vorreiter mit Weitblick

Marc Gumpinger kam 2008 als Associate zu Target Partners. Der Diplomkaufmann und promovierte Humanbiologe war nach seinen Studien vor allem als Software-Entwickler in der IT-Szene aktiv. Dicht am Puls der Zeit, gründete er Ende der 90er Jahre ein eigenes Unternehmen für Internethandel, das er wenig später verkaufte.

Kurz nach seiner Zeit als Associate bei Target Partners entwickelte er die Gründungsidee für Scoreloop www.scoreloop.com. Er diskutierte den Businessplan mit den Partnern bei Target Partners. Ein paar Wochen später hatten diese die erste Seed-Finanzierung überwiesen.

Das Unternehmen ist Dienstleister für "Social Gaming" und stellt Spiele-Entwicklern eine Infrastruktur zur Verfügung, über die der Enduser in der Lage ist, Freunde und Bekannte in seine Spiele einzubinden. "Bisher gab es nur Apps auf mobilen Endgeräten, die ausschließlich allein genutzt werden konnten", erklärt Gumpinger.

Mit seiner Gründungsidee setzte er 2009 auf einen globalen Wachstumsmarkt und die Rechnung ging nachweislich auf: Pro Woche steigt die Zahl der Scoreloop-User um eine Million, halb so viel wie bei Twitter. Schon heute ist das Unternehmen die Nummer eins auf "Android", neben dem "iPhone" eines der weltweit wichtigsten Smartphones. Das Ziel, mittelfristig eines der umsatzstärksten Unternehmen in "Social Gaming" und "Virtual Goods" zu sein, scheint aus heutiger Sicht greifbar. Auch da RIM es vor kurzem gekauft hat. Unternehmerisch zu denken heißt für Gumpinger vor allem, das Verhältnis von Chancen und Risiken richtig einschätzen zu können. Unternehmensgründer seien darin häufig unsicher.

Nur wer Visionen hat, kann rechtzeitig abheben

"Ein Unternehmer denkt nicht in vorgegebenen Kategorien. Er findet sich nicht mit Strukturen ab, sondern versucht, sein Umfeld als Visionär zu gestalten", sagt Christian Saller. Nachdem er zuvor drei Jahre lang als Associate und Investment Manager Investitionen für Target Partners getätigt hat, übernahm er im Februar 2008 zusammen mit den Gründern Wolfgang Heigl und Lars Jankowfsky die Geschäftsführung von swoodoo (www.swoodoo.com).

Inzwischen ist die Flugsuchmaschine das größte Portal in einem umkämpften Markt und wurde 2010 von dem Suchriesen Kayak übernommen. "Wir haben versucht, das beste Produkt zu kreieren", so Saller rückblickend. Teil der Strategie war es, Mitbewerber zu Partnern zu machen und über die Funktion der "Metasuche" eine größtmögliche Markttransparenz zu schaffen.

Per Mausklick liefert swoodoo seinen Usern heute den günstigsten Flug zu Bestzeiten in wenigen Sekunden. "Wir haben uns nicht an anderen orientiert, sondern etwas komplett Neues geschaffen", erklärt Saller. "Powersuche" und "Preismatrix" waren Teil des innovativen Konzepts, das sich hauptsächlich am Kundeninteresse orientiert hat.

Nach seiner Zeit bei Target Partners war der promovierte Mathematiker Finanzchef bei Giga TV. Der Jugendsender wurde 2008 an Premiere verkauft. Was für ihn einen guten Venture Capitalist ausmacht? "Er braucht den nötigen Weitblick", erklärt Saller. "Zur richtigen Bewertung von Geschäften gehört vor allem Erfahrung."

Erfahrung ist die Basis von allen frischen Ideen

Limango (www.limango.de) ist eine Shopping-Community für Frauen und junge Familien. Johannes Ditterich gründete das Unternehmen 2007 zusammen mit Martin Oppenrieder und Sven van den Bergh. Das Geschäft funktioniert über Mund-zu-Mund-Propaganda: Nur registrierte Mitglieder können bei Verkaufsaktionen shoppen und laden Freunde und Bekannte ein. Hochwertige Markenware wird über die Internetplattform für bis zu 70 Prozent unter dem Ladenpreis angeboten. Die Hersteller profitieren durch die Exklusivität der Käuferschaft und können über limango saisonunabhängige Produkte sowie Stock Overs aus anderen Märkten verkaufen.

Seit 2009 ist das Unternehmen, das allein in Deutschland inzwischen rund 1,6 Mio. Mitglieder hat, eine 100-prozentige Tochter der Otto Group. Mit dem starken Partner Otto und frischem Kapital hat limango Rückenwind für die weitere Expansion. "Wir sind heute bereits Marktführer als Private-Shopping Anbieter für Frauen und Familien in Deutschland und expandieren derzeit in mehrere Auslandsmärkte", erklärt Ditterich.

Der Erfolg des Managers gründet sich unter anderem auf sein trainiertes Urteilsvermögen. "Ein Banker hätte früher ganz sicher nicht in Google investiert", weiß er. Für einen Gründer und Venture Capitalisten dagegen stehe die Vision über den Kennzahlen. "Es gibt Muster die den Erfolg eines Unternehmens wahrscheinlicher machen und die gilt es zu erkennen", sagt Ditterich aus seiner Erfahrung als ehemaliger Spezialist für Venture Capital. Von 2005 bis 2007 war er Associate bei Target Partners und hat schon vorher als Berater zahlreiche Start-ups im IT-Bereich in die richtigen Bahnen gelenkt. Sein Know-how hat er im eigenen Geschäftsmodell erfolgreich umgesetzt.

Unternehmergeist haben, heißt: Erfolge suchen und finden

Stefan Kalteis hat als Associate aus Target Partners heraus gleich zwei Unternehmen mit-gegründet. 2007 war aus seiner Sicht die Zeit reif für die Personensuchmaschine "123 people" ( www.123people.de ) und den Online-Reiseführer "tripwolf" (www.tripwolf.com). Nach einem eigens entwickelten Suchalgorithmus und in Echtzeit durchsucht "123people" das Internet nach Informationen zu Namen und liefert Auskünfte über Adressen, Telefonnummern, Bildern, Videos oder soziale Netzwerke. Bereits nach nur zwei Jahren konnte Kalteis das Unternehmen erfolgreich verkaufen. Heute ist "123people" Teil der PageJaunes Group.

Auch die Idee von "tripwolf" ist geflogen. Die Internetplattform versorgt die User mit Reiseinformationen, Buchungsoptionen und Insiderwissen der Community über mehr als 50.000 Reiseziele. Inzwischen gab es für "tripwolf" die zweite Finanzierungsrunde mit "Mairdumont". Der Marktführer für touristische Informationen in Deutschland und Europa ist in das Geschäft eingestiegen und liefert seitdem eigene Inhalte für die Online-Seiten von "tripwolf". Damit hat das Unternehmen gerade einen wichtigen Meilenstein auf der Zielgeraden in Richtung Marktführerschaft in Europa erreicht.

Von seiner Passion kann der ehemalige Venture Capitalist nicht lassen; er hat sich weiteren Firmenprojekten zugewandt: Payolution (www.payolution.com), welches Internet-Händler eine komfortable Möglichkeit bietet sicher mit Kunden abzurechnen, wurde nach nur vier Monaten im September vom Online-Bezahldienst Skrill Group erworben. Während seiner Tätigkeit als Associate für Target Partners haben bereits einige Firmen von seiner ungebremsten Motivation, etwas erfolgreich auf die Beine zu stellen, profitiert, darunter ChipVision (www.chipvision.com) und Mercateo (www.mercateo.com).

"Der Unternehmergeist von VCs ist essenziell für den Erfolg von investierten Firmen", so Stefan Kalteis. "Der Investor muss bei jedem Schritt genau verstehen, wo beim Unternehmer der Schuh drückt. Sonst kann er kein guter Sparringpartner sein."

Geistige Mobilität schafft unendliche Möglichkeiten

Thomas Bleyer war bis 2004 Investmentmanager bei Target Partners. Investiert hat er während dieser Zeit in unterschiedliche Segmente, darunter Software und Mobile Services. Für das amerikanische Unternehmen VIA NET. WORKS baute er als Mitglied des Start-up-Teams zuvor die Geschäfte in Europa und Südamerika mit auf. Dem Team gelang es, in wenigen Jahren einen internationalen Service Provider mit 100 Mio. Dollar Jahresumsatz aufzubauen und an die Börse zu bringen.

Im Anschluss an seine Tätigkeit bei Target Partners beteiligte sich Bleyer an zwei Unternehmensgründungen. Eine davon, Brand New World, ist Anbieter im Bereich Audience Relationship Management. In 2009 hob er Ravensburger Digital als Tochter des renommierten Spieleanbieters Ravensburger mit aus der Taufe. Das Unternehmen, das als "One-Man-Show" startete, ist inzwischen auf 20 Mitarbeiter angewachsen. Das Geschäftsmodell von Ravensburger Digital ist es, die Spiele von Ravensburger in gleicher Form und mit hohem Wiedererkennungswert sowohl online als auch auf mobilen Endgeräten verfügbar zu machen. Bleyer will Ravensburger Digital in den nächsten Jahren zu einem relevanten Teil innerhalb der Ravensburger Gruppe ausbauen und das Unternehmen genauso erfolgreich machen wie Ravensburger selbst.

Der Einschätzung seiner ehemaligen Kollegen stimmt er zu: "Es ist wichtig zu verstehen, wie Unternehmer ticken", sagt er. "Nur so kann man auf Augenhöhe arbeiten." Die Quintessenz seiner persönlichen Erfahrung sei aber auch ein unbeirrbarer Optimismus. "Wenn man jahrelang mit Unternehmern zu tun hat, lernt man, das Glas immer halb voll zu sehen", erklärt Bleyer. Neben allen Dingen, die schief gehen könnten, bleibe stets ein unendlicher Raum für neue Möglichkeiten. Ein guter Venture Capitalist sei für ihn daher jemand, der seinen Job bereits ein paar Jahre mache. "Die Optionen richtig kanalisieren kann nur, wer auch Erfahrung darin hat, wie es nicht funktioniert."

"Marc Gumpinger, Christian Saller, Johannes Ditterich, Stefan Kalteis und Thomas Bleyer sind gute Beispiele für das Profil aller Kollegen bei Target Partners", erklärt Kurt Müller. "Unser Personalkonzept zahlt sich vor allem für unsere Portfolio-Unternehmen aus. Wir holen Leute mit Unternehmer-DNA zu uns und legen damit die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Unternehmern."

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