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22.08.14Kommentieren

Digitale Agenda der Bundesregierung

Vage Versprechungen – die digitale Agenda aus Start-up-Sicht

Im Koalitionsvertrag wurde sie angekündigt, seit dieser Woche ist sie beschlossene Sache: die Digitale Agenda der Bundesregierung, die Deutschland auf dem digitalen Sektor fit machen soll. In Aussicht gestellt wird dabei auch die Förderung der jungen digitalen Wirtschaft. Doch der Bundesverband Deutsche Startups zeigt sich enttäuscht: zu schwammig und ohne veritable Marschroute, um große Hoffnungen zu wecken.

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Grundsätzlich dient die Digitale Agenda 2014-2017 dazu, Chancen, die die Digitalisierung für Wirtschaft, Alltag und Bildung eröffnet, noch besser nutzbar zu machen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erläutert die Motivation hinter der Agenda: „Ziel ist es, Deutschland eine Führungsrolle bei der konsequenten, sozialverträglichen und vertrauenswürdigen Digitalisierung von Leben, Arbeiten und Wirtschaften zu ermöglichen.“

Netzausbau und Cybersicherheit

Ein zentrales Anliegen der Digitalen Agenda ist es, die digitale Infrastruktur Deutschlands zu verbessern. Bis 2018 soll das Hochgeschwindigkeitsnetz so weit ausgebaut werden, dass flächendeckend jeder Haushalt Zugang zu schnellem Internet erhalten kann. Künftig wird dann keine digitale Kluft mehr zwischen Ballungszentren und ländlichen Gegenden bestehen.

Neben der digitalen Aufrüstung stehen auch Datensicherheit und Schutz im Fokus der Digitalen Agenda. Hohe Sicherheitsstandards werden mit dem Ziel eingeführt, das Vertrauen auf User-Seite zu stärken. Verbesserte Verschlüsselungen, die Förderung von Sicherheitstechnologie und ein rigoroserer Datenschutz sollen mehr Sicherheit für private Nutzer und Unternehmen gewährleisten.

Förderung der digitalen Wirtschaft

Ein drittes essenzielles Ziel der Agenda ist die Stärkung der deutschen digitalen Wirtschaft. Dabei sollen vor allem junge innovative Unternehmen eine herausragende Rolle spielen: „Auf dem Weg zum digitalen Wachstumsland Nr. 1 in Europa setzen wir auf die Innovationskraft der Startups“ – soweit der Wortlaut der digitalen Agenda. Allerdings gibt die Agenda wenig Aufschluss darüber, auf welche Weise dies geschehen soll.

Gute Aussichten für Start-ups?

Die Ankündigungen innerhalb der Digitalen Agenda, die sich um die Unterstützung von Start-ups ranken, sind schnell umrissen: Der Gründergeist soll gefördert, die Finanzierungsbedingungen optimiert, das Matching mit etablierten Unternehmen erleichtert, Gründerinnen unterstützt und internationale Vernetzung angeregt werden . Viel zu unkonkrete Ziele, bemängelt der Bundesverband Deutsche Startups (BVDS).

Florian Nöll, Vorsitzender des BVDS, resümierte: „Wer große Erwartungen in die Digitale Agenda gesteckt hat, der muss feststellen, dass diese zumindest aus Sicht von Startups nicht erfüllt werden. Im Absatz zur Jungen Digitalen Wirtschaft finden sich keine Informationen, die nicht schon im Koalitionsvertrag vereinbart wurden. Eine Agenda muss jedoch eine klare Roadmap und konkrete Ziele beinhalten, wenn sie mehr sein will als eine Absichtserklärung.” Wo es bezüglich der Förderung von Start-ups Konkretisierungsbedarf innerhalb der Digitalen Agenda gibt, zeigt der BVDS in einem Positionspapier mit dem Titel Digitale Agenda = Startup Agenda auf.

Verbesserungsvorschläge aus Start-up-Sicht

Der BVDS fordert ganz konkrete Maßnahmen, die dazu beitragen, die grob skizzierten Ziele der Digitalen Agenda zu erreichen. Einige Beispiele: Laut BVDS ist es nicht ausreichend, zu postulieren, dass der Gründergeist gefördert werden soll. Vielmehr bedarf es praktischer Schritte. Sinnvoll ist es zum Beispiel, unternehmerisches Lernen stärker in Schulen und Universitäten zu etablieren und praxisorientiert auszurichten. Um die Finanzierungsbedingungen zu optimieren, hält der BVDS unter anderem einen Hightech-Wachstumsfond für notwendig. Um erfolgreiches Matching voranzutreiben, plädiert der BVDS dafür, breitangelegte Kampagne zur Business-Angel-Gewinnung  durchzuführen. Die Unterstützung für Gründerinnen ließe sich beispielsweise dadurch konkretisieren, dass in Coworking-Spaces und Gründerzentren auch Kitaplätze geschaffen werden, da die Vereinbarung von Kindern und Job für viele Frauen immer noch eine zentrale Herausforderung ist. Das sind nur einige Beispiele aus einer ganzen Reihe konkreter Vorschläge für eine praxisorientierte Agenda; weitere Forderungen des BVDS lassen sich in der Deutschen Startup Agenda nachlesen.

Sind Sie von den Ankündigungen der Bundesregierung ebenfalls enttäuscht oder halten Sie die Digitale Agenda für einen wichtigen ersten Schritt, wenn es darum geht, junge zukunftsweisende Unternehmen zu fördern?

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