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24.09.15

Tipps und Hinweise für Selbstständige!

Unternehmen führen und Know-how ausbauen

Selbstständige müssen in ihrem Fachgebiet stets auf dem Laufenden bleiben, wenn sie den Ansprüchen Ihrer Kunden dauerhaft gerecht werden wollen. Mithilfe von Fortbildungen ist es außerdem möglich, das eigene Spektrum und Portfolio an Dienstleistungen zu erweitern.

Quelle: Fotolia.com © Gaj Rudolf

Gerade in hart umkämpften Berufszweigen kann dies einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung gegenüber Mitbewerbern bedeuten. Selbstständigen steht heute ein weitreichendes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten zur Auswahl, die ein breites Wissen der verschiedenen Fachbereiche vermitteln.

Theoretische und praktische Möglichkeiten der Weiterbildung

Am häufigsten bilden sich Selbstständige autodidaktisch mithilfe von Fachbüchern weiter. Auch durch den Austausch mit anderen Geschäftsführern und der Besuch von Konferenzen und Vorträgen lässt sich die eigene Sachkenntnis erweitern und vertiefen. Informationen aus dem Internet, beispielsweise aus Blogs oder Foren werden ebenfalls gern genutzt.


Eine große Rolle im praktischen Bereich spielt außerdem das Prinzip "Learning by Doing", gekoppelt mit "Versuch und Irrtum". Diese Methode dient vor allem dem Lösen von Alltagsfragen im jeweiligen Fachgebiet.


Eine weitere, nicht weniger erfolgreiche Form der Weiterbildung ist das Fernstudium, mit dem sich parallel zur beruflichen Tätigkeit zum Teil sogar ein akademischer Grad erwerben lässt.

Betriebswirtschaftliche Grundkompetenzen als Grundlage für den Unternehmenserfolg

Viele Selbstständige scheitern an mangelnden Kenntnissen in betriebswirtschaftlichen Bereichen wie Buchhaltung und Steuern. Etwa 32 Prozent der neu gegründeten Unternehmen überleben laut KfW Gründungsmonitor die ersten drei Jahre nicht.


Um sich und ihrer Firma einen optimalen Start zu ermöglichen, sollten Existenzgründer sich daher sobald wie möglich entsprechende Kenntnisse aneignen und diese immer wieder auf den neuesten Stand bringen. Unverzichtbare Grundelemente wirtschaftlichen Handelns sind beispielsweise:

  • das Aufstellen von Businessplänen
  • die Ermittlung laufender und unregelmäßiger Kosten
  • das Sicherstellen der Finanzierung und der Liquidität
  • die Klärung rechtlicher und steuerlicher Belange

Je nach Fernschule sind unterschiedliche Studiengänge verfügbar, in denen sich Selbstständige das benötigte Wissen aneignen können. Neben Weiterbildungen mit geprüften staatlichen und IHK Abschlüssen haben Fernstudierende zum Beispiel auch die Möglichkeit, sich einen Bachelor in Betriebswirtschaft anzueignen. Die Studiendauer kann dabei frei gewählt werden – bei einem Fernstudium an der IUBH können so wahlweise sechs, acht oder zwölf Semester studiert werden.


Für Hochschulabsolventen gibt es darüber hinaus spezielle Existenzgründerseminare und -workshops, in denen sie sich betriebswirtschaftliches Know-how innerhalb kürzester Zeit aneignen können. In erster Linie zielen akademische Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmer auf die Vertiefung bereits vorhandener betriebswirtschaftlicher Kenntnisse, verschiedene Marketing- und Managementmaßnahmen, die Unternehmensführung und die Informationstechnologie ab. Ebenso kann es von Vorteil sein, Grundwissen in Volkswirtschaftslehre zu erwerben. Letzteres spielt insbesondere für international agierende Firmeninhaber eine zentrale Rolle.

Auch für Selbstständige gibt es Zuschüsse vom Staat

Wie Arbeitnehmern bietet sich auch Selbstständigen die Gelegenheit, von staatlichen Förderungen zu profitieren. So unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Weiterbildungsinteressierte, die in ihre berufliche Zukunft investieren wollen, mit einer Bildungsprämie.


Bedingung hierfür ist, dass sie mindestens fünfzehn Stunden pro Woche erwerbstätig sind und ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen maximal 20.000 Euro beträgt (bei Paaren mit gemeinsamer Veranlagung 40.000 Euro). Des Weiteren ist die deutsche Staatsangehörigkeit beziehungsweise eine Arbeitsgenehmigung für Deutschland erforderlich.


Wer sich einen Prämiengutschein sichern möchte, muss zunächst eine Beratungsstelle aufsuchen. Diese prüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden, und hilft bei Bedarf auch bei der Suche nach einer geeigneten Weiterbildungsmaßnahme. Natürlich können die Antragsteller auch konkrete Wünsche äußern und ihren bevorzugten Bildungsträger benennen. Es ist jedoch längst nicht alles förderfähig: nicht jeder Anbieter, keine aus anderen Geldtöpfen bezuschussten Kurse und auch kein Einzelunterricht.


Selbstständige, die einen Prämiengutschein erhalten, dürfen diesen innerhalb von sechs Monaten für eine Weiterbildung einlösen. Er deckt bis zu fünfzig Prozent der Kursgebühren ab, maximal jedoch 500 Euro. Kostet die Fortbildung 500 Euro, muss der Teilnehmer demzufolge nur die Hälfte, also 250 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Betragen die Ausgaben für den Wunschkurs 1.100 Euro, gibt es 500 Euro Förderung, während 600 Euro selbst zu zahlen sind.

Kosten für das Fernstudium von der Steuer absetzen

Wer neben seiner beruflichen Selbstständigkeit ein Fernstudium in Angriff nimmt, kann die anfallenden Aufwendungen in voller Höhe im Rahmen der Gewinnermittlung als Betriebsausgaben geltend machen. In diesem Fall ist die Weiterbildung relevant für die Einnahmensicherung und die Fortführung des Unternehmens und somit sind auch die Ausgaben für Studiengebühren, Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fahrten zu Präsenzveranstaltungen sowie Unterkunft und Verpflegung voll abzugsfähig.


Da die steuerliche Absetzbarkeit für Selbstständige von zahlreichen individuellen Faktoren abhängt, kann kein allgemeiner Lösungsansatz gegeben werden. Wer sich hierzu genauer informieren möchte, findet in seinem Steuerberater, aber auch im Finanzamt, einen passenden Ansprechpartner.

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