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18.04.11Kommentieren

Interview mit Sebastian Kurt

"Unser Angebot richtet sich an Nutzer, die sich über Produkte aus einer anderen Perspektive informieren wollen"

Wer the Chicken nicht kennt, würde wahrscheinlich niemals darauf kommen, was hinter dieser Webseite steckt. Gründer und Geschäftsführer Sebastian Kurt erklärt uns im Interview mit förderland, worum es bei seinem Produkt und wie der Name zu stande kam. So viel können wir verraten: Es hat nicht direkt etwas mit Hühnern zu tun!

Sebastian Kurt, Geschäftsführer von the ChickenSebastian Kurt, Geschäftsführer von the Chicken

förderland: Hallo Herr Kurt! Stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor...

Sebastian Kurt: Ich bin Sebastian Kurt, Gründer und Geschäftsführer der Produkterlebnisplattform the Chicken, welche im Dezember letzten Jahres gelauncht wurde.

Sie haben gemeinsam mit Adrian Haß gegründet. Wie kam die Zusammenarbeit zustande und welche Kompetenzen bringt jeder von Ihnen mit ins Team?

Kurt: Adrian Haß und ich haben uns bereits im Studium kennen gelernt. Ich bin Diplom-Informatiker, Adrian Haß hat Bioinformatik und Scientific Computing studiert. Wir waren schon immer interessiert an eigenen Projekten. Jeder von uns hatte davor bereits an anderen Ideen mitgearbeitet. Während eines Exist-Stipendiums haben wir uns dann zusammengetan und konnten zum ersten Mal gemeinsam etwas angehen.

Ihr Start-up hört auf den Namen "the Chicken". Was genau steckt dahinter?

Kurt: "the Chicken" ist eine Online-Plattform, auf der sich Nutzer mittels der eigenen Produktvorlieben darstellen und mit anderen über ihre Produkterlebnisse austauschen können. Dabei stehen nicht nur die Produkte im Mittelpunkt, sondern die Aktionen, die der Nutzer mit diesen erlebt hat.

Wie ist die Idee zu "the Chicken" entstanden? Und welche Gedanken führten zu diesem doch ungewöhnlichen Namen?

Kurt: Unser Angebot richtet sich an Nutzer, die sich über Produkte aus einer anderen Perspektive informieren wollen, als es klassische Bewertungsportale momentan anbieten können. Angebote wie Amazon spiegeln detailliert nur wenige Einzelmeinungen wider oder geben umgekehrt wie bei Like-Buttons nur eine generelle Tendenz wieder. Mit the Chicken füllen wir die Lücke zwischen beiden Segmenten und erfüllen das Bedürfnis nach Information plus Emotion.

Der Name the Chicken kam uns eher zufällig in den Sinn. Viele Anbieter von sozialen Netzwerken nutzen den Begriff "Check-In", um bestimmte Vorgänge zu beschreiben. Im Rahmen der Diskussion um diesen Begriff, kam uns plötzlich in den Sinn, dass "Check-In" im Schüttelreim "Chicken" ergibt. Das fanden wir nicht nur herrlich absurd, sondern gleichzeitig sehr sympathisch. Obwohl wir unsere "Check-In"-Vorgänge letztendlich doch anders genannt haben, ist es bei dem Begriff "Chicken" für unsere Idee einer Produkterlebnisplattform geblieben.

Sie haben ja mehrere Investoren mit an Bord. Wie kamen die Kontakte
zustande? Und wie verläuft die Zusammenarbeit?

Kurt: Der Kontakt zur IBB kam über unsere damaligen Unternehmensberater beim Stipendium zustande, diese schlugen uns PROFIT als eine Möglichkeit der strukturierten Finanzierung vor. Unser erster Business-Angel wurde witzigerweise durch ein Retweet eines Twitter-Updates auf uns aufmerksam. Nach Austausch von Exec Summary und ausgiebigen Telefonaten brachte er dann noch einen weiteren Investor mit in die Runde. Die Zusammenarbeit verläuft sehr gut, denn beide Business-Angels unterstützen uns mit ihrem Know-how in den Bereichen, in denen sie sich aus ihrem eigenen Hintergrund heraus auskennen.

Was sind aus Ihrer Erfahrung die wichtigsten Argumente, um Investoren zu überzeugen?

Kurt: Neben einer guten Erklärung für den Kern der Idee, muss das Team stimmen. Dazu kommt dann der Businessplan, der eine Perspektive aufzeigt. Und ganz wichtig: Wenn Fragen auftauchen, muss man auf diese auch Antworten wissen. Das zeigt, dass man sich in dem Bereich wirklich auskennt und seine Hausaufgaben gemacht hat.

Sie waren ja auf den Live Shopping Days in Berlin zugegen. Was gibt es zu berichten?

Kurt: Die Live Shopping Days haben uns in vielerlei Hinsicht voran gebracht. Zum einen hatten wir hier die Möglichkeit, mit interessanten Startups und Profis aus der Szene in direkten und unkomplizierten Kontakt zu treten und so spannende Eindrücke und Erkenntnisse zu sammeln. Zum anderen haben wir auf den LSD11 aber auch zum ersten Mal die Möglichkeit gehabt, Produkte in einem neuen Rahmen vor Live-Publikum zu testen. Dabei haben wir den Besuchern vor Ort kostenlos kleine Snacks von namhaften Herstellern zur Verköstigung bereitgestellt, die wir zuvor mit einem QR-Code beklebt hatten. Per Scan kamen die Besucher so direkt zu der Produktdetailseite des Artikels und konnten unkompliziert auf the Chicken ihr Erlebnis mitteilen. Das Angebot wurde insgesamt positiv angenommen und wir planen in naher Zukunft weitere Aktionen in ähnlicher Form.

Wie wird sich das Thema E-Commerce Ihrer Ansicht nach entwickeln? Was sind die spannendsten Trends?

Kurt: Die meisten Erlebnisse mit Produkten sammeln wir unterwegs und in Interaktion mit anderen. Deshalb sehen wir unter anderem in mobilen Apps die Zukunft unseres Services, aber auch allgemein Mobile Commerce als nachhaltigen Trend an. Ein weiterer spannender Trend in diesem Zusammenhang ist Mobile Tagging von Produkten mit QR-Codes. Die umsatzförderenden Eigenschaften von QR-Codes werden erst von wenigen genutzt, ihr Einsatz für die Werbung von Produkten, wird aber meiner Meinung nach, in den nächsten Jahren boomen.

Wie wird es außerdem mit "The Chicken" weitergehen?

Kurt: Nach dem Launch unserer iOS-App, stellen wir demnächst eine Applikation für Android fertig. Außerdem planen wir, einen Einblick in das Empfehlungssystem geben zu können. So wird das Neuentdecken von Produkten oder interessanten Erlebnissen anderer noch plastischer.

Vielen Dank für das Interview!

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