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10.09.14Kommentieren

Wie ich mich als Gründer präsentiere

Tipps vom Coach der neuen VOX Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“

Als Teil der neuen VOX Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ hat der Düsseldorfer Gründercoach Felix Thönnessen hinter den Kulissen als Berater mitgewirkt. Sehr häufig spielte hier das Thema Selbstmarketing im Bezug auf das Investorengespräch eine sehr große Rolle. Wie präsentiere ich mich als Gründer? Wie wirke ich kompetent? Wie verhalte ich mich seriös? Auf all diese Fragen gibt Felix Thönnessen in diesem humorvollen Beitrag eine Antwort.

Felix Thönnessen, Existenzgründerchoach

Kleider machen Leute

Ich werde oft gefragt, was die richtige Kleidung für einen Kundentermin ist. Ob man lieber im schicken Nadelstreifenanzug oder in lockerer Jeans daher kommt. Und ja, die Frage ist mehr als nachvollziehbar.  Aber wie entscheide ich über das, was ich anziehe? Gar nicht so einfach. Zunächst sollte man sich Gedanken darüber machen, was der Gesprächspartner vielleicht tragen wird, wie alt er ist, in welcher Branche er arbeitet oder wie groß das Unternehmen ist. Das ist zumindest ein guter Anhaltspunkt für den eigenen Griff in den Kleiderschrank. Besonders wichtig ist vor allem: Sie können sich auch eindeutig zu anspruchsvoll kleiden. Ich verwende hier bewusst den Ausdruck „anspruchsvoll“. Wenn Sie als Marketingberater mit Krawattennadel und Einstecktuch daher kommen, stellt sich natürlich die Frage, ob man mit Ihnen einen kreativen Kopf verbindet. Neben Ihrem Gegenüber spielt es natürlich noch eine Rolle, was Sie ausdrücken wollen. Möchten Sie vor allem Ihre Kompetenz betonen, ihre Kundennähe oder vielleicht wollen Sie grade Ihren modischen Geschmack herausstellen. Machen Sie sich hier viele Gedanken, weil Ihr Kunde oder Geschäftspartner die Positionierung Ihres Unternehmens vielleicht auch an Ihrer Kleidung festmacht – ob es Ihnen gefällt oder nicht. Manchmal kann auch ein auffallendes Accessoire zum Ziel führen, wenn es Ihre Wiedererkennung unterstreicht. Aber bitte nicht mit einem Sombrero zum nächsten Termin – es sei denn Sie vertreiben original mexikanischen Tequila.

Neben der Kleidung spielen noch 1000 andere Faktoren eine Rolle, und da wir hier nicht alle abarbeiten können, picke ich mir noch ein paar heraus, von denen ich weiß, dass sie im Investoren- oder Kundengespräch entscheidend sein können.

Stimme und Sprache im Selbstmarketing

Nehmen wir uns doch mal dem Thema „Sprache“ an. Ähnlich wie bei der Kleidung sollten Sie auf die Sprache Ihres Gegenübers achten. Natürlich sollen Sie jetzt keinen Papagei darstellen und alles nachplappern. Aber versuchen Sie doch einmal ein Ohr dafür zu bekommen, welche Sprache Ihr Gegenüber verwendet. Damit meine ich jetzt nicht Sprache im Sinne von Landessprache, sondern Sprache im Sinne der Verwendung einzelner Worte. Ist die Sprache zum Beispiel eher umgangssprachlich, mit Anglizismen besetzt oder besonders gewählt? Das hilft häufig schon ungemein dabei, ein Bild Ihres Gegenübers zu zeichnen und so die Grundlage für die eigene Selbstvermarktung zu legen.

Neben der Wortwahl spielt aber auch der Redeanteil eine große Rolle. Bitte, bitte versuchen Sie, sich an der ein oder anderen Stelle ein wenig zu zügeln. Natürlich ist das Ziel eines Gespräches häufig, den Gesprächspartner von seiner Idee oder seinen Vorstellungen zu überzeugen, aber nicht um jeden Preis. Geben Sie dem Gegenüber Zeit für Fragen, geben Sie Zeit für Anmerkungen, lernen Sie aus den Hinweisen, die Sie in einem Gespräch herausfiltern können. Viele Unternehmer sitzen in meinem Büro, buchen eine Beratungsstunde und haben einen Redeanteil von 50 Minuten. Macht nach Adam Riese über 80 Prozent der gebuchten Zeit. Das ist ja schon rein wirtschaftlich absoluter Unsinn. Also, manchmal ist „einfach zuhören“ der bessere Ansatz. Außerdem erfahren Sie so ja auch viel mehr von Ihrem Gegenüber und können diese Informationen für sich nutzen.

Mimik und Gestik

Neben der Sprache hat jeder von uns Hände und in der Regel eine mehr oder weniger gut ausgebaute Gesichtsmimik. Auch damit können Sie zum Beispiel in einem Investorengespräch überzeugen. Wichtig: Lachen ist keine Strafe und ist etwas, das Sie hoffentlich auch im Privatleben tun – zumindest würde ich Ihnen das ans Herz legen. Ein freundlicher Gesichtsausdruck kann gleich zu Beginn eine angenehme Atmosphäre schaffen, die Ihnen dabei hilft, sich und ihr Anliegen viel besser zu vermarkten.

Nutzen Sie Ihre Hände und Ihren ganzen Körper dazu, Ihre Stimmung zu unterstreichen. Sitzen Sie aufrecht und zeigen Sie Selbstbewusstsein. Zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie von Ihrer Idee überzeugt sind. Ihre Hände können dabei eine ganz besondere Rolle spielen. Denken Sie hier zum Beispiel an Angela Merkels Raute und überlegen Sie sich, was die wohl aussagen soll. Betonen Sie Thesen, heben Sie einzelne Bereiche hervor oder unterstreichen Sie wichtige Aussagen. Nichts bleibt länger im Kopf als ein gut gemaltes Bild. Zeichnen Sie Ihre Welt und Ihre Ideen und Sie bleiben in Erinnerung.

Richtig präsentieren

Da es so viele Bereiche gibt, die eine Rolle spielen, fällt es mir schwer mich nur auf die Wichtigsten zu konzentrieren. Aber ich möchte Sie ja auch nur animieren und keinen wissenschaftliche Abhandlung veröffentlichen. Eine Frage, die mir immer wieder begegnet ist die, welche Materialien man einsetzen soll, um etwas zu präsentieren. Dabei ist die Auswahl natürlich groß. Sie können etwa nicht in jedes Kundengespräch mit einem Beamer und einer Leinwand einmarschieren und ganz groß auffahren. Oftmals ist die Präsentation im Kleinen sogar noch viel erfolgreicher. Machen Sie sich vorher ausgiebig Gedanken darüber, was im Zentrum Ihrer Präsentation stehen soll. Sie oder Ihre Idee? Wenn Sie digitale Inhalte präsentieren wollen, ist natürlich häufig das Präsentationsprogramm Powerpoint ein Hilfsinstrument. Aber langweilen Sie bitte weder Ihren Zuhörer noch mich mit einer Präsentation über eine Millionen Folien. Das interessiert wirklich niemanden. Setzen Sie auf Schlagbegriffe und erläutern Sie den Rest mündlich. Das wirkt wesentlich angenehmer, freier und somit letztendlich auch überzeugender.

Schauen Sie sich aber auch neue Präsentationsmethoden wie Prezi an. Hier gibt es tolle Möglichkeiten, mit Bewegung Aufmerksamkeit und Interesse zu generieren. Es kann aber auch durchaus sein, dass es Sinn macht auf einen Overheadprojektor – ja richtig dieser Kasten aus der Schule – oder ein Flipchart zu setzen. Das hängt ganz davon ab, was Sie darstellen wollen. Wenn Sie natürlich ein vorzeigbares Produkt haben, umso besser. Dann sollte das im Mittelpunkt stehen und alles drum herum nur einen Rahmen bieten.

Sie wollen mehr zum Thema "Präsentationstechniken" und den effizienten Einsatz von Hilfsmitteln wie PowerPoint und Flipcharts erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen folgendes Video-Seminar:

Den kompletten Kurs finden Sie hier.

Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon? Ulf Sniegocki wird Sie in die Lage versetzen, jedes noch so trockene Thema so zu verpacken, dass die Leute an Ihren Lippen kleben werden. Entertainment statt Langeweile lautet seine Devise. Der erfahrene Kommunikationstrainer verrät Ihnen die Techniken und Tricks, wie Sie erfolgreich präsentieren und das Publikum für Ihr Anliegen begeistern. Steigern Sie Ihre Überzeugungskraft und gewinnen Sie die Zuhörer für sich!

Fazit

Das sind vier kleine Tipps, die Ihnen dabei helfen, ein wenig besser vorbereitet in ein solches Gespräch zu gehen. Sei es vor Investoren wie bei „Die Höhle der Löwen“ oder auch in ein Kunden- oder Kooperationsgespräch. Stellen Sie sich vorab vor, was Sie erreichen wollen, dann schaffen Sie das auch. Niemand außer Ihnen selbst steht so hinter der Idee wie Sie selbst – zeigen Sie das.

Gründercoach Felix Thönnessen

Inhaber thoennessenpartner Unternehmensberatung für Existenzgründung, Förderung und Marketing

E-Mail: info@thoennessenpartner.de
Web: www.thoennessenpartner.de

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