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18.08.15Kommentieren

Interview mit Hans-Jürgen Schwarzer

startup-report.de

Ein eigenes Blog-Business wie startup-report.de zu starten ist der Traum vieler. Herr Schwarzer welche Tipps können Sie Blog-Neulingen mit auf den Weg geben?

Hans Jürgen SchwarzerBildquelle: Hans Jürgen Schwarzer startup-report.de

Hallo Herr Schwarzer, Ihre Seite startup-report.de richtet sich an Ahnungshaber, Geldhaber und Ideenhaber. Können Sie uns konkreter erklären, für wen startup-report.de gedacht und interessant ist?

Wir richten uns konkret an die genannten Ideenhaber, Ahnungshaber und Geldhaber. Am Anfang steht dabei – um kurz die Begriffe zu erläutern – der Ideenhaber als Startup-Gründer und kreativer Kopf, der seine Idee für ein Produkt oder auch ein Geschäftsmodell umsetzen möchte. Dazu braucht er den Ahnungshaber, also einen Techniker beispielsweise, der genau weiß, wie man die dafür passende Infrastruktur aufbaut, beispielsweise in Form einer Online-Plattform oder eines Geräts oder einer Maschine, die konkret gebaut werden muss. Und schließlich kommt als dritter Stakeholder der Geldhaber hinzu, der sein Geld eben nicht auf die klassische Art, sondern in die Zukunft investieren möchte in der Hoffnung auf eine außergewöhnliche Rendite. Und dazu ist es notwendig, dass er an die Idee des Ideenhabers glaubt ebenso wie an das Know-how des Ahnungshabers.

Genau diese drei Menschen wollen wir zusammenbringen und zu einem Ganzen verschweißen. Das gelingt uns, indem wir abwechselnd einige von ihnen vorstellen, wir führen persönliche Interviews oder beleuchten das jeweilige Startup mit all seinen Details genauer. Wir zeigen außerdem besonders „schräge“ Ideen oder technische Novitäten, die es zur Marktreife gebracht haben.

Wie ist die Idee zum startup-report.de entstanden?

Als Software- und Webschmiede und damit als Ahnungshaber haben wir schon eine ganze Reihe von Startups begleitet, wir haben etwa technische Plattformen für ihre Ideen aufgebaut oder sie beim Online-Marketing unterstützt.

Dabei haben wir gemerkt, dass Startups zwar oft in fast schon reißerischer Art in der Presse dargestellt werden, aber die ganzen entscheidenden Aspekte dahinter ziemlich untergehen – und das wird unserer Meinung nach der Sache, der guten Idee, die die Basis dieses vordergründigen Hypes bildet, nicht gerecht. Das alles sind doch schließlich wertvolle Informationen für all diejenigen, die noch am Anfang stehen! Was uns wieder zu Ihrer ersten Frage zurückbringt: Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, aufzuzeigen, welche Wechselwirkungen zwischen den drei Stakeholdern Ideenhaber, Ahnungshaber und Geldhaber möglich sind und wie sie zum gemeinsamen Erfolg führen können.

 

Warum braucht Deutschland einen weiteren Startup-Blog? Was hebt startup-report.de von der Konkurrenz ab?

In Bezug auf die Ideenhaber und Gründer haben wir beschlossen, nicht nur auf die aktuellen Neugründer einzugehen, die in der einschlägigen Presse vielfach bereits präsentiert wurden. Bei uns kommen auch Gründer zu Wort, die vor 40, 50 oder 60 Jahren mit einer vielleicht verrückten Idee hier in Deutschland an den Start gegangen sind und heute erfolgreich am Markt agieren. Darunter befinden sich so einige „Hidden Champions“, wenn Sie so wollen, Leute, die ein tolles, erfolgreiches Unternehmen aufgebaut haben und schlichtweg einen genialen Job machen, aber eben nicht so recht beachtet werden. Diese Unternehmer, echte „Macher“ im klassischen Sinn, sind ein gutes Vorbild für heutige Neugründer.

Darüber hinaus geben wir Einblicke in die Tätigkeit von Organisationen, die jetzt auch nicht immer profitorientiert sein müssen, aber trotzdem ihr Metier vorbildlich beherrschen.

Kurz gesagt: Wir schauen mit interessanten Interviews hinter die Kulissen und auf die Menschen, die diese Unternehmen und Organisationen zu dem gemacht haben, was sie sind.

Auch thematisch gehen wir teilweise ganz andere Wege. Herkömmliche Startup-Blogs sind normalerweise Hype-orientiert. Wir verschließen uns dem auch nicht, schließlich läuft da so manche spannende Sache, aber wir greifen ganz bewusst vor allem Themen auf, die eher außerhalb dieser Schiene laufen, ausgefallene Projekte, die tendenziell natürlich auch viel interessanter sind. 

Was sind Ihrer Meinung nach die aktuell heißesten Themen der Startup-Szene? Welche Themen dominieren momentan Ihren Blog?

Es ist gar nicht so einfach, die „heißen“ Themen überhaupt zu fassen, weil sie oft genauso schnell auch wieder abkühlen und schon dem nächsten Thema Platz machen müssen. Das ist mit ein Grund, warum wir uns für unsere Reportagen unabhängig von den ganzen Hypes, von denen nach einer Woche vielleicht niemand mehr spricht, eigene Bereiche und ungewöhnliche Menschen suchen, die wir vorstellen. Momentan haben wir beispielsweise eine interessante Artikelserie zum Reputation Management. Und wir beschäftigen uns, Stichwort „ungewöhnlich“, mit Startups, die sich mit Brot befassen – das ist eine echt faszinierende Szene mit ausgefallenen Geschichten und teilweise sehr schrägen, aber super umgesetzten Ideen.

Welche drei Beiträge sollten neue Nutzer bei startup-report.de unbedingt lesen?

Da fällt mir spontan „Stullen Andi“ aus Mainz ein: Er versorgt die örtlichen Unternehmen mit Stullen, die so ganz das Gegenteil zum belegten Brot von der Stange sind. Dafür arbeitet er mit ausgewählten Bäckereien zusammen und verarbeitet ausschließlich frische, hochwertige Zutaten – ein durch und durch qualitätsbewusster Mensch, mit dem ich mich persönlich gut identifizieren kann, weil ich in meinem Metier genauso ticke.

Als Zweites würde ich auf die Geschichten der „Hidden Champions“ verweisen, von denen praktisch jede lesenswert und inspirierend ist für heutige Ideenhaber.

Nummer Drei ist ganz klar die Reportage zu Natalino Cupello, der in Mainz ein echt italienisches Caffè mit verschiedensten Kaffeesorten, Pralinen, Schokoladen und Gebäcken betreibt und mich absolut begeistert hat. Bei ihm hat mich überzeugt, wie kompromisslos er seinen Laden aufgebaut hat, da stimmen wirklich alle Details bis hin zur Bonbonniere. Wenn Sie das Caffè betreten, tauchen Sie buchstäblich in die italienische Lebensart ein, es hat eine geradezu magische Ausstrahlung – da komme ich jedes Mal aufs Neue ins Schwärmen!

Neben Ihrer Arbeit bei startup-report.de sind Sie Geschäftsführer der Schwarzer.de Software + Internet GmbH. Wie spielen diese beiden Tätigkeiten zusammen?

Das Zusammenspiel besteht darin, dass wir ganz verschiedene Kompetenzen in ein Startup-Projekt einbringen. So beschäftigt sich einer unserer Geschäftsbereiche mit dem Publizieren, indem wir Online-Plattformen schaffen, über die es möglich ist, die Zielgruppe direkt zu adressieren; mittlerweile haben wir insgesamt etwa 130 Publikationen in petto. Hierin eingegliedert ist eben gerade das Online-Magazin „Startup-Report“ – und wir können sehen, dass die anvisierten Zielgruppen darüber auch täglich zu uns finden. Außerdem bieten wir passende Marketingdienstleistungen.

Das Startup selber erhält wertvolle Informationen zu Fachthemen, es sieht, was „die anderen“ so tun, wobei wir die Geschichten dergestalt aufbauen, dass sie möglichst wenig Hype-orientiert sind, stattdessen anfassbar, lehrreich und sehr bodenständig. Manche sind, wenn ich an das Caffè Cupello denke, auch schlichtweg wunderbar unterhaltsam.

Ein eigenes Blog-Business zu starten ist der Traum vieler. Welche Tipps können Sie Blog-Neulingen mit auf den Weg geben?

Auf diese Frage möchte ich eher vom konzeptionellen Standpunkt aus antworten, denn bei unserer Tätigkeit geht es definitiv mehr um die Inhalte, deshalb spreche ich auch weniger von Blogs als von Online-Magazinen.

Konkrete Ratschläge sind naturgemäß schwierig, aber vielleicht kann ich hier noch einmal das Caffè Cupello beziehungsweise seinen Besitzer ins Spiel bringen, denn nach meinem Dafürhalten hat Natalino Cupello im Grunde einen vorbildlichen Weg verfolgt: Werde nicht Filialleiter im Unternehmen XYZ, sondern sei anders, sei frech, sei du selbst. Mach jeden Fehler, aber einer davon ist gar kein Fehler und der wird dich erfolgreich machen. So bekommt dein Projekt einen eigenen Charakter, wird wahrgenommen und geht nicht im allgemeinen Brei unter, in dem alle schwimmen.  

Vielen Dank für das Interview!

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