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14.04.11Kommentieren

Fachbeitrag

Start-up von Freiberuflern

Roland M. ist Marketingfachmann und hat zum Jahresbeginn seine selbstständige Tätigkeit aufgenommen. Er ist der typische Existenzgründer von heute, der als Einzelkämpfer beginnt und als Freiberufler tätig ist. Die Anzahl der Freiberufler hat sich allein in den letzten 15 Jahren verdoppelt und die Tendenz ist weiter steigend.

Ein Beitrag von Wolfgang Riedel

Die freiberufliche Tätigkeit war ursprünglich ein typisches Berufsfeld von Heilberufen. Diese Berufsgruppe hat heute noch einen Anteil von ca. 30 Prozent an den über 1,1 Mio. Freiberuflern in Deutschland. Bemerkenswert ist, dass in Kulturberufen mittlerweile ca. 25 Prozent tätig sind. Auf das Segment beratender Berufe entfallen ca. 27 Prozent. Neugründungen sind besonders häufig bei Beratern, Trainern, IT-Fachleuten, PR-Fachleuten, Künstlern und Gutachtern zu beobachten.

Wo liegen die Unterschiede zu anderen Branchen?

Der Marketingspezialist Roland M. benötigt im Gegensatz zu Handwerkern oder Händlern  bei der Gründung keine Maschinen und keine Warenlager. Er braucht lediglich eine Büroeinrichtung, da er sein vorhandenes Fahrzeug geschäftlich nutzen kann. In der Anfangsphase sind auch keine Mitarbeiter und teuren Räumlichkeiten erforderlich.

Welche Knackpunkte sind zu beachten?

Es besteht die Gefahr, dass ein Start-up als Freiberufler unterschätzt wird, da sich die Arbeitssituation oft nicht gravierend ändert. Dies gilt insbesondere, wenn bereits als Angestellter im home-office gearbeitet wurde.

Zwingend notwendig ist ein strukturierter Businessplan, nicht nur fürs Arbeitsamt. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Punkte "Leistungspalette" und "Umsatzplanung" zu legen.

Herr M. hat bereits einen Auftrag von seinem bisherigen Arbeitgeber für ein spezielles Marketingprojekt. Die Fokussierung auf einen Abnehmer kann zwar für die Anfangsphase positiv sein, auf Dauer besteht damit jedoch die Gefahr der Abhängigkeit. Die strukturierte Aufgliederung der Leistungspalette gibt die Chance, nicht nur die eigene Arbeitskraft in Stunden zu verkaufen. Bei näherer Betrachtung gibt es immer Chancen, die eigenen Leistungen anzureichern und zu ergänzen.

Kooperationen mit Anbietern angrenzender Bereiche ermöglichen es nicht nur Einzelleistungen, sondern Gesamtpakete anzubieten. Es gibt eine große Zahl von Freiberuflern, die für eine Zusammenarbeit aufgeschlossen ist. Weiterhin haben beide Kooperationspartner einen Kundenkreis, der gemeinsam genutzt werden kann. Warum soll Roland M. nicht mit einem Personalberater oder einem betriebswirtschaftlichen Berater kooperieren?

Planung bedeutet den Zufall zu ersetzen!

Das gilt auch für die Ermittlung von realistisch erreichbaren Umsatzzielen. Umsätze sind die Ausgangsgröße für den zu erzielenden Ertrag. Die Kostenstruktur steht bei kleinen Gründungen meist fest und ist am Minimum orientiert. Da die Realisierung von Umsätzen oft länger dauert, als ursprünglich gedacht, ist eine Liquiditätsreserve zur Deckung der Kosten in den ersten drei bis sechs Monaten erforderlich. Mit dem Gründungszuschuss kann ein Teil abgedeckt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte zusätzlich eine Kontokorrentlinie oder ein Mikrokredit in Betracht gezogen werden.

Wenn unser freiberuflicher Marketingfachmann Roland M. diese Eckpunkte bei der Gründung beachtet und sein Hauptaugenmerk zunächst auf den Vertrieb richtet, sind gute Erfolgsaussichten vorhanden. Die Einbeziehung eines Gründungsberaters hilft Fehler zu vermeiden, die andere bereits gemacht haben.

Autor: Wolfgang Riedel

Berater und Coach
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Wolfgang Riedel

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