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21.04.08Leser-Kommentar

Was ist eigentlich ein...

Spin-off - ein Ableger mit Marktchancen

Ein Wissenschaftler hat an einem Forschungsinstitut eine zündende Idee: Er sieht eine Marktchance, wenn er ein Forschungsergebnis in ein Produkt verwandelt. Eine Geschäftsidee ist geboren, der Weg in die Selbstständigkeit beginnt. Auf diese Weise entsteht ein Spin-off, was man wörtlich mit "Ableger" übersetzen kann. Das Spin-off hat seine Wurzeln in einem Forschungsinstitut oder Unternehmen - die Gründer können in der Regel auf Ressourcen des alten Arbeitgebers aufbauen.

Wissenschaft in einen ökonomischen Vorteil umsetzen - das ist eine Form des Spin-offs, wobei man im universitären Bereich auch von "Ausgründungen" spricht.

 

Solche Spin-offs gibt es ebenfalls in Unternehmen, wo sich Beschäftigte mit einer Geschäftsidee selbstständig machen, die sie an ihrem Arbeitsplatz entwickelt haben.

Doch ein Spin-off kann auch eine andere Herkunft haben: Große Unternehmen erschließen sich neue Geschäftsfelder oder entwickeln innovative Technologie, indem sie abhängige Tochterunternehmen gründen (Outsourcing). Das geschieht, um Risiken zu verlagern und um Kernkompetenzen zu bündeln.

Eine etwas andere Bedeutung hat der Begriff Spin-off in den Vereinigten Staaten: Aktienkapital einer bestehenden Gesellschaft wird aufgeteilt, und zwar auf zwei oder mehrere neue Unternehmen, die Spin-offs genannt werden.

Was verbirgt sich also hinter dem Begriff Spin-off? Angestellte von bestehenden Unternehmen oder Forschungsinstituten gründen ein Spin-off, um Technologien, Produkte oder Dienstleistungen wirtschaftlich zu verwerten, die sie selber im Rahmen ihres alten Beschäftigungsverhältnisses entwickelt haben. Ihr Mutterunternehmen hat an diesen Geschäftsfeldern kein Interesse - es gibt den Gründern grünes Licht für einen eigenen Start am Markt.

Ideenfindungsphase:

Der potentielle Gründer ist zunächst noch in seinem Unternehmen angestellt. Eine Idee für seinen Spin-off entwickelt er in seinem eigenen Arbeitsbereich, den er genau kennt. Wo schlummert ein unerkanntes Potenzial? Mit dieser Frage ist die Überlegung verbunden, ob es beim gegenwärtigen Arbeitgeber Produkte, Dienstleistungen oder Technologien gibt, an deren Verwertung kein Interesse besteht. Dabei ist immer zu klären: Bestehen in diesem Bereich Schutzrechte, sei es auf Seiten des Arbeitgebers, sei es auf Seiten einer dritten Partei? Auch das "timing" spielt eine Rolle: Wann kommt der geeignete Zeitpunkt, um den alten Arbeitgeber in die Spin-off-Pläne einzuweihen? Außerdem muss man herausfinden, ob weitere Interessenkonflikte zwischen der eigenen Gründung und dem alten Arbeitgeber auftreten können.

Planungsphase:

Die Frage der Finanzierung steht im Vordergrund, wobei sich eventuell eine Unterstützung durch den alten Arbeitgeber aushandeln lässt. Kontakte im alten Unternehmen sind auch nützlich, um qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Wichtig ist es zu überlegen, in welchen Bereichen auf Ressourcen oder Kompetenzen des alten Arbeitgebers zurückgegriffen werden kann. Ziel sollte es sein, möglichst große Synergieeffekte zwischen der eigenen Gründung und dem alten Unternehmen zu erreichen. Günstig ist es sicher, dieses Unternehmen als Kunden zu gewinnen.

Festigungsphase:

Um die eigene Gründung zu stabilisieren, kann es sinnvoll sein, vorhandene Kontakte und Kompetenzen im alten Unternehmen zu nutzen. Dabei können Konflikte auftreten. Zum Beispiel ist zu klären, ob auf den bestehenden Kundenstamm zugegriffen werden kann, ohne die Interessen des alten Arbeitgebers zu verletzen. Es ist aber auch daran zu denken, dass die Kooperation ein Ende finden kann. Plötzlich wird das alte Unternehmen zu einem Konkurrenten - auf diese Situation muss man vorbereitet sein.

Expansionsphase:

Neue Kunden sind zu finden, das Produktportfolio wird diversifiziert. In diesem Stadium stellt sich die Frage, wie das eigene Unternehmen vom Mutterunternehmen gelöst werden kann. Wer auf eigenen Füßen steht, läuft nicht Gefahr, in eine zu große Abhängigkeit vom alten Unternehmen zu geraten. Neue Partner und Märkte tragen dazu bei, dem eigenen Unternehmen eine echte Eigenständigkeit zu geben.

Ein Spin-off braucht eine zündende Idee - aber auch ein gutes Gründungsteam, ein sauber formulierten Businessplan und eine solide Unternehmensfinanzierung. Da besteht kein Unterschied zu Gründungen, die unabhängig von bestehenden Institutionen erfolgen. Gerade Wissenschaftler aus dem technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich sollten in ihrem Team für kaufmännische Kompetenz sorgen. Zumal es bis zur Marktreife des Produkts nötig ist, dass sich externe Investoren dauerhaft engagieren. Auf jeden Fall bieten Spin-offs die Chance, unternehmerische Initiativen nicht im luftleeren Raum zu entwickeln. Eine gute Voraussetzung, um sich den Risiken des Marktes zu stellen.

Kommentare

  • Gerhard G?lberg

    22.12.10 (23:49:41)

    Wenn ich meinem Nachbarn einen 100-Euro-Schein gebe und erhalte daf?r zwei 50-Euro-Scheine, dann sind es immer moch 100 Euro.
    Wenn eine US-Firma einen Spin-off macht, dann verlangt mein Finanzminister eine Kapitalversteuerung von 50 Euro als Kapitalertrag. Wenn das ein B?rger machen w?rde, w?re es Betrug.

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