<< Themensammlung Gründung

06.08.10

Start-ups international

Spannende Start-up Konzepte aus China, Schweden und den USA

Oft genügt es, einem bestehenden Produkt eine Kleinigkeit hinzuzufügen oder bei einer bestehenden Dienstleistung ein Service-Leck auszumachen, um als Start-up zum Erfolg zu schippern. Die drei Unternehmen, die wir heute vorstellen, haben diese Herangehensweise zur Perfektion gebracht. Und nun viel Vergnügen beim Lesen, wie jeden Freitag!

Apple Peel - Aus iPod mach iPhone!Apple Peel - Aus iPod mach iPhone!

Der saure Apfel

Apple Peel - Produktpiraterie ist eine Fertigkeit, die eine Vielzahl chinesischer Unternehmen bis zur Perfektion entwickelt haben. Meist beschränkt man sich aufs bloße Kopieren der westlichen Markenprodukte, doch hier möchten wir eine clevere Ausnahme-Erscheinung vorstellen, die den Computer-Hersteller Apple auf ganz andere Art ins Schwitzen bringt. Der Preisunterschied vom iPhone mit rund 750 Dollar zum iPod Touch mit etwa 240 US-Dollar beträgt nach Adam Riese glatte 510 Dollar. Der technologische Unterschied zwischen den beiden Geräten hingegen ist weit weniger groß. Das hat auch das chinesische Unternehmen bemerkt, das nun die so genannte Apple Peel, also Apfelschale entwickelte. Hierbei handelt es sich um eine Plastikschale, die um einen regulären iPod Touch geschachtelt wird und folgende interessante Komponenten enthält: ein Mikrofon, eine Extrabatterie und einen SIM-Karten-Leser. Drei kleine Teile, die aus dem iPod ein ausgewachsenes iPhone mit einer 4,5 Stunden Sprechdauer machen. Und der Preis kann sich mit 75 US-Dollar durchaus sehen lassen.
Potential: Zugegeben, ein zusammengebasteltes iPhone ist nicht jedermanns Sache, doch was tun mit den ganzen nutzlos gewordenen iPods, deren Besitzer sich iPhones zugelegt haben? Auf jeden Fall ist die Herangehensweise bei der Apple-Peel-Entwicklung ziemlich bemerkenswert und vorbildlich für andere Gründungen. Die Fragestellung lautet: Wie kann ich ein bestehendes Produkt durch ein Add-on verbessern? Das funktioniert übrigens nicht nur beim iPhone sondern auch mit Software-Anwendungen. Beispiel: Lookeen, ein deutscher Service zur Verbesserung von Outlook.

Zugaaabe!

Parts of Sweden - Wenn wir an schwedische Wirtschaftswunder denken, fallen uns auf Anhieb drei Schwergewichte ein: Ericsson, H&M und vor allem: Ikea. Das Unternehmen ist mittlerweile auf der ganzen Welt vertreten und setzt allein in Deutschland über 3 Milliarden Euro im Jahr um. Sagen wir's wie's ist: Ein richtig geiler Markt. Das dachten sich auch die Burschen von Parts of Sweden, die auf ihre Weise vom Erfolg des Möbelriesen profitieren wollten. Parts of Sweden nämlich bietet Möbelteile an, um bestehende Ikea-Möbel attraktiver zu machen. Beispiele hierfür wären etwa Regaleinlagen, Matratzen, Griffe oder Blenden. Alles passgenau zum entsprechenden Original-Modell.
Potential: Was Auto-Tuner schon seit Jahrzehnten praktizieren, hat nun auch die Wohnbranche erreicht. Und Parts of Sweden demonstriert genau das: Das Grenzenüberschreiten beim ökonomischen Denken. Wenn man es sich nur einmal durch den Kopf gehen lässt, kann man zu einer Vielzahl häuslicher Gegenstände ein Ding finden, um einen Extranutzen zu erzeugen. Der Clou bei der Umsetzung ist, dass man einen standardisierten Markt wie den von Ikea oder Opel findet, so passen alle Erweiterungen immer haargenau. Also los: Suchen Sie!

... und Ikea ist geliefert!

modernash.com - Ikea und kein Ende. Auch das dritte Start-up, was wir heute vorstellen, beschäftigt sich mit dem Ergänzen von bestehenden Angeboten. Dieses US-Unternehmen hat aber im Gegensatz zu den anderen beiden kein Produkt im Visier, sondern eine Dienstleistung. Oder besser gesagt: Eine nicht vorhandene Dienstleistung. modernash hat sich nämlich darauf spezialisiert, Ikea-Möbel nach Hause zu liefern und dort auch fachgerecht aufzubauen.
Potential: Nicht jeder hat einen Auto, was groß genug ist, eine Couchkombination zu fassen. Auch hat nicht jeder die Muskelkraft, um so eine Charge zu stemmen. Und wenn es ums Aufbauen von Schrankwänden geht, gerät so manches Wohnzimmer trotz gut gemeinter Ikea-Anleitung zum Szenenbild eines furiosen Loriot-Sketchs. Auch hierzulande, man glaubt es kaum, gibt es noch Regionen, die nicht von dem schwedischen Möbelhaus erschlossen sind. Lange Distanzen für Interessierte sind die Folge. Der Frust steigt. Doch ein wacher Gründer blickt noch weiter: Supermärkte, Baumärkte, Flughäfen ... die Service-Wüste erstreckt sich über große Weiten der Republik. Überall da, wo der Frust und der Stress in den Augen der Menschen zu sehen sind, muss ein cleverer Gründer daher seine Chance wittern.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer