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19.10.10Kommentieren

Interview mit Adrian Thoma, sellaround.net

"Sellaround wird erfolgreich, weil der Social Commerce Markt auf dem Sprung zum Megatrend und Mainstream wird"

Auf Sellaround erstellt man Widgets, die Werbebanner und Mini-Shop in einem sind, da der Verkaufsprozess direkt integriert ist. Gründer Adrian Thoma erklärt im Interview mit förderland, wie sein Geschäftskonzept funktioniert, warum sein Projekt erfolgreich sein wird und warum er ein paar Jahre viel Zeit in einem Luftschutzbunker verbracht hat.

Adrian Thoma, Gründer von sellaround.netAdrian Thoma, Gründer von sellaround.net

förderland: Sie haben ein paar Jahre ziemlich viel Zeit in einem Luftschutzbunker unterhalb des Stuttgarter Marienplatzes verbracht. Erklären Sie uns kurz, warum?

Adrian Thoma: Knallhart recherchiert! Klingt aber schlimmer als es war: ich habe früher mit meinem Mit-Gründer Jens Schmelzle in der Band "Submarien" (www.submarien.com) gespielt. Der Bandname spielt auf den Proberaum im Luftschutzbunker unter dem Marienplatz in Stuttgart an, Sub-Marien(platz) sozusagen. Das war eine tolle Zeit, wir haben über 150 Konzerte in Deutschland, Österreich, England und Schweden gespielt, 2006 den Deutschen Rockpreis gewonnen und 2009 unsere erste richtige Veröffentlichung mit dem Ablum "Not a Robot" gemacht. Schlussendlich hat uns die Band auch dahin geführt wo wir jetzt stehen: wir haben nach dem Studium die Online-Agentur Maria GmbH gegründet – auch bei der Namensgebung verfolgt uns also der Proberaum im Luftschutzbunker.

Was reizt Sie mehr: Das Musiker- oder das Unternehmer-Dasein?

Thoma: Um ehrlich zu sein ist der Unterschied gar nicht mal so groß, das können viele Leute nicht verstehen. Bei beidem geht es darum, etwas auf die Beine zu stellen, vorauszudenken, sich zu lösen von Normen. Beide Berufe sind eindeutig Berufungen, man wird dazu geboren und muss es wirklich lieben, um es durchzustehen. Was mich am Unternehmer-Dasein am meisten reizt ist der Wirkunsgrad. Im Musikbusiness kommst du oft an Grenzen, die du ohne viel Glück oder fremde Hilfe einfach nicht überschreiten kannst. Diese Fremdbestimmung fand ich immer unangenehm.

Gerade eben haben Sie mit Sellaround das Produktportfolio der Maria GmbH erweitert – was bietet das Portal?

Thoma: Sellaround (Youtube-Video) ist ein Social Selling Portal, auf dem User kostenlos Widgets erstellen können. Die sind Werbebanner und Mini-Shop in einem, da der Verkaufsprozess direkt im Widget stattfindet. Die Widgets können nun ganz einfach im Netz verteilt werden: eingebettet in einen Blog, als QR-Code in Print, als Link auf Twitter oder als App in Facebook-Profilen. Dadurch wird jeder mit nur wenigen Klicks zum Verkäufer, der E-Commerce wird massiv dezentralisiert. Damit sich die Widgets noch viraler verbreiten, gibt es die Möglichkeit Produkte zum Wiederverkauf freizugeben. Der Verkäufer kann dann bestimmen, wie viel Prozent er vom Verkaufspreis an einen Wiederverkäufer abtreten möchte, wenn das Produkt z.B. über dessen Facebook-Profil verkauft wurde. Damit ist Sellaround.net auch ein sehr spannendes Affiliate-Portal.

Welches Geschäftskonzept steckt hinter Sellaround?

Thoma: Sellaround.net ist kostenlos. Es wird lediglich im Falle eines erfolgreichen Verkaufs über die Plattform eine Gebühr von 8 Prozent des Transaktionspreises fällig.

Wer steht hinter Sellaround und wie ist es entstanden?

Thoma: Ich hatte die Idee zu Sellaround im Frühjahr 2010. Ich habe mich daraufhin mit Manuel Schneider, unserem Chef-Entwickler bei der Maria unterhalten und wir haben bei der Machbarkeitsanalyse festgestellt, dass vor allem durch die umfangreiche Paypal API die Idee gut funktionieren kann. Daraufhin hat unser Konzepter Matthias Klostermeier ein Kommunikationskonzept und Klickdummies entworfen und zusammen mit Daniel Meier das Screendesign entwickelt. Wir sind mit der Maria eingebettet in die Top21 Gruppe. Dort leitet Jan Ziegler die Grundlagenprogrammierung und gemeinsam mit seinem Team haben wir Sellaround dann zum Juli 2010 in die Beta-Phase gebracht.

Stimmt es, dass Sie keine Investoren im Rücken haben und Eigenentwicklungen komplett aus eigener Tasche finanzieren?

Thoma: Richtig. Wir haben das Glück, dass wir über die Maria GmbH und die Top21 GmbH alle benötigten Ressourcen für die reine Herstellung inhouse haben. Nun sind wir aber in der Tat auf der Suche nach strategischen Partnern bzw. Investoren, um bei der Markteinführung ein bisschen mehr PS auf die Straße zu bekommen – ich freue mich über Anrufe.

Warum wird Sellaround erfolgreich?

Thoma: Sellaround wird erfolgreich, weil der Social Commerce Markt auf dem Sprung zum Megatrend und Mainstream wird. Wenn man allein betrachtet,  wie sich Facebook in Bezug auf Nutzerzahlen, Reichweite und Verweildauer entwickelt hat und auf der anderen Seite sieht, wie viele Unternehmen mittlerweile auch funktionale Elemente auf den entsprechenden Social Media Kanälen anbieten, haben wir, denke ich mit Sellaround ein extrem gutes Hilfsmittel geschaffen, mit dem diese Kanäle und deren Reichweite für den Abverkauf genutzt werden können.

Welche spannenden Trends sehen Sie generell im E-Commerce?

Thoma: Die Schlagworte sind Social Commerce, F-Commerce, Mobile Commerce und vereinfachte Bezahlungen. Es muss sich in Zukunft jeder Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen im Internet der Frage stellen, wie man neue Zielgruppen erreicht, auf welchen Kanälen man diese bedient und wie man das Einkaufen im Internet entkomplizieren kann. Ich glaube, dass wir mit Sellaround auf all diese Trends eine passende Antwort geben können.

Haben Sie weitere Projekte in der Pipeline?

Thoma: Als Maria GmbH sind wir nicht nur Dienstleister für Onlinevermarktungskonzepte, wir erstellen auch interessante Inhalte. Mit unserem Produkt "simpleshow" (Youtube-Video) erklären wir alle möglichen Themen auf eine einfache Art und Weise in 3-4 Minuten. In dem Bereich arbeiten wir gerade daran eine Art Franchising-System aufzusetzen über das wir mit mehreren Produktionsteams Erklär-Clips erstellen. Ein weiteres interessantes Projekt ist unsere Anwendung "Deal des Tages". Damit ermöglichen wir es Tageszeitungsverlagen onlinebasierte Coupons á la Groupon einzustellen, zu verwalten und zu vermarkten. Erste Verlage werden damit im Frühjahr 2011 live gehen.

Vielen Dank für das Interview!

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