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04.08.11Leser-Kommentare

Investition der Vielen

seedmatch.de startet Crowdfunding mit zwei Start-ups

Endlich ist es soweit: seedmatch.de - eine Dresdener Crowdfunding-Plattform bietet die ersten Start-up-Beteiligungen per Klick-Kauf an. Wen sich die Macher geangelt haben und wie die ganze Sache überhaupt funktioniert, das erzählen wir hier.

seedmatchseedmatch

Am ersten August knallten beim Dresdener Start-up seedmatch die Korken, denn es gab etwas zu feiern. Nach einer langwierigen Entwicklungsphase konnten der Crowdfunding-Community nun endlich die ersten zwei Start-ups präsentiert werden. Die Kandidaten heißen neuronation.de und cosmopol-shop.com, beides also Internet-Start-ups. Schauen wir sie uns kurz an:

neuronation.de bietet einen Online-"Gehirnjogging"-Service mit Freemium-Preismodell an. Das heißt: Die ersten Übungen sind gratis, für alle weiteren muss bezahlt werden. Das ganze kostet 2,90 Euro pro Übung - wirkt auf den ersten Blick nicht besonders teuer, aber wer alle 22 Zusatzübungen nach und nach kaufen möchte, der muss freilich dann schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Das Start-up wirbt damit, dass sich die Intelligenz mit seinem Service merklich verbessern ließe, sowie das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit fördere. neuronation wurde mit 600.000 Euro bewertet und benötigt 55.000 Euro an Investitionen. Zwei Gründer stehen hinter dem Start-up, der Sitz ist in Berlin und das Unternehmen selbst heißt Synaptikon GmbH.

cosmopol-shop.com - Wer in seinem Jahrhunderturlaub verschlafen hat, prägnante Souvenirs zu kaufen, der ist im cosmopol-shop genau richtig. Auf diesem E-Commerce-Angebot finden sich Andenken aus aller Welt, sei es nun eine mexikanische Pinata (eine Papierpuppe mit Bonbons darin, die man zerknüppeln muss) oder ein russischer Powerdrink. Der Shop ist seit einem Jahr auf dem Markt und hat sich ein regelmäßiges Publikum in einem Nischenmarkt erarbeitet. Mit der Finanzierung, die auf 80.000 Euro anvisiert wird, soll "der Vertrieb systematisiert" und Conversion-Rates optimiert werden. Das Unternehmen plant zukünftig auf Reiseportalen und Online-Marktplätzen vertreten zu sein. Auch der cosmopol-shop wurde von seedmatch auf 600.000 Euro geschätzt. Sitz des Unternehmens ist Düsseldorf, die Geschäftsform eine GmbH & Co KG.

Beide Start-ups bieten Vergünstigungen und Geschenke als zusätzlichen Investitionsanreiz an. So kann man dann nach erfolgreichem Anteilskauf günstiger gehirnjoggen oder darf sich über eine neuseeländische Pfeffersauce freuen.

Wie seedmatch funktioniert

Die Beteiligungen auf seedmatch sind formal stille Beteiligungen, das heißt: Man erhält anteilige Gewinnauszahlungen, muss aber die Klappe halten und hat im operativen Geschäft nichts mitzureden. Allerdings wird man über die Entwicklungen des Start-ups per E-Mail auf dem Laufenden gehalten. Nach einem Jahr, bekommt man als Investor die Möglichkeit, seine Anteile wieder abzustoßen, natürlich nach dem dann aktuellen Bewertungsstand. Anteile werden in 250-Euro-Scheibchen verkauft, wenn eine Investition nicht zu Stande kommt, das heißt, wenn die anvisierte Summe nicht erreicht wurde, dann erhalten die Anteilskäufer ihr Geld zurück.

Wer auf der anderen Seite sein Start-up auf der Plattform präsentieren möchte, der muss sich den kritischen Augen der seedmatch-Macher stellen. Das Unternehmen wird von den Verantwortlichen auf "bodenständige, realistische und faire Weise" bewertet oder es wird die Bewertung eines eventuellen Lead Investors übernommen. Kommt die angepeilte Investitionsrunde über seedmatch zu Stande, so zwackt sich seedmatch je nach Start-up 5 bis 10 Prozent der Investitionssumme ab. seedmatch verwaltet zudem zu einem guten Teil auch den Aufwand, den es braucht, um mit Investoren und Steuerberatern zu kommunizieren.

Die Vorteile, die ein Start-up beim Crowdfunding à la seedmatch genießt, liegen auf der Hand: Die Kapitalakquise wird gleichzeitig zur PR-Aktion, da das Unternehmen nun offensiv an die Öffentlichkeit tritt. Gründer können weiterhin durch persönliches Engagement etwa per Social Media Einfluss auf das Interesse an ihrem Start-up nehmen. Die Vielzahl der letztendlichen Investoren bewirkt zudem eine Multiplikation in vielen Belangen: Geschäftsbeziehungen, Vertriebskanäle oder Personalakquise werden so ordentlich befeuert.

Hinter seedmatch steckt übrigens ein dreiköpfiges Team plus zwei Beiräte. In einem Interview befragten wir vor kurzem übrigens seedmatch-Gründer Jens-Uwe Sauer detailliert über das Konzept hinter der Plattform. Wir werden Sie jedenfalls weiterhin auf dem Laufenden halten, wie es mit seedmatch weitergeht und welche Resümees das Team zieht.

Kommentare

  • Ilya Shabanov

    04.08.11 (12:53:37)

    Hallo
    vielen Dank f?r den Artikel. Allerdings m?chte ich Sie bitten den Firmennamen auf "synaptiKon" mit K zu ?ndern, da es sonst zu einer Verwechslung mit einem anderen Unternehmen kommen kann.

    Besten Dank!

  • Chris Herrmann

    04.08.11 (17:05:42)

    Danke f?r den Hinweis und eine Bitte um Entschuldigung. C. Herrmann, Redakteur

  • Andy

    17.08.11 (07:05:24)

    Schade das es in Deutschland immer nur Kopien aus dem Ausland gibt, solch eine Plattform gibt es in den USA schon l?nger, sogar der exakt selbe Aufbau (mit Video an der gleichen Position usw.). Na ja, vielleicht funktioniert gut kopiert ebenso.

  • Friederike

    25.08.11 (12:31:20)

    Hallo Andy,

    das ist ja spannend, die von Dir beschriebene Plattform aus den USA kennen wir noch gar nicht. Wie hei?t sie denn?

    Viele Gr??e, Friederike von Seedmatch

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