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07.12.11

Farfromhomepage

"Revolutionen beginnen ja bekanntlich in der Garage"

Das Berliner Start-up Farfromhomepage hat ein Schnittprogramm für Webinhalte entwickelt. Das hört auf den Namen Guido und soll zum "Creative Browsing" animieren. Die Gründer, Manuel Scheidegger und Janosch Asen, kommen aus den Geisteswissenschaften, haben die Startphase mittels Gründungsförderung der Freien Universität Berlin, EXIST, privatem Geld und viel Enthusiasmus überwunden und sind jetzt auf der Suche nach Investoren. Ihr Ziel: Ganz großes Kino.

Die Farfromhomepage-Gründer Manuel Scheidegger und Janosch AsenDie Farfromhomepage-Gründer Manuel Scheidegger und Janosch Asen

Ein Schnittprogramm für Webinhalte? Creative Browsing? Was soll das denn sein? Die Farfromhomepage-Gründer Scheidegger und Asen erklären es folgendermaßen:"Im Internet wird tonnenweise erzählt. Aber immer in alten Medien: Videos bei Youtube, Bilder bei Flickr, oder Games in Flash-Animationen. Der Browser spielt alles einzeln ab. Dabei ist das Tolle am Netz die Bewegung durch Content und die gleichzeitige Verfügung von allen Medien auf einmal. Plötzlich realisiert man, dass man mehrere Fenster offen hat und eine Geschichte entsteht. Das ist die Grundidee von Creative Browsing."

Und auf dieser Grundidee baut das von Farfromhomepage entwickelte Tool Guido auf. Das sieht aus und funktioniert wie ein Schnittprogramm für Filme und bietet dem User die Möglichkeit, Bilder, Texte, YouTube Clips, Musik von SoundCloud oder ganze Websites neu zu montieren, zu kommentieren und mit Effekten zu bearbeiten. Das Besondere: Die eingefügten Webschnipsel verhalten sich ebenso wie die Originalinhalte; Verlinkungen funktionieren, Grafiken lassen sich downloaden, Videos abspielen. Inhalte werden dabei nicht auf eigenen Servern gespeichert, sondern in Echtzeit von der Quelle bezogen.

So entstehen Cross-Content-Touren, die Nutzer auf der Farfromhomepage-Plattform anderen präsentieren und verwalten können. Noch befindet sich das Tool in der geschlossenen Beta Phase. Interessierte können sich aber hier anmelden und Farfromhomepage testen.

"Die Einbettung wird in Form eines Widgets möglich sein"

Im nächsten Jahr soll es dann eine Pro-Version geben, mit der Unternehmen die Möglichkeit gegeben wird, Touren auf der eigenen Website zu integrieren. "Auch in der Grundvariante wird man Touren auf der eigenen Seite einbinden und teilen können, allerdings nicht ganz im Umfang der Pro-Version. Die Einbettung wird in Form eines Widgets möglich sein, das auf unsere Plattform weiterleitet. In der Pro-Version, die für private Nutzung sehr günstig sein wird, ist dagegen das direkte Abspielen auf der eigenen Seite möglich", erklärt Asen. "Für private Nutzer soll das Tool sehr günstig angeboten werden. Im kommerziellen Bereich wird der Preis nach Unternehmensgröße gestaffelt, so dass Einmannbetriebe und kleine Unternehmen zu einem geringen Preis einsteigen können, größere Unternehmen aber einen erhöhten Betrag bezahlen", fügt er hinzu.

Gefördert wird Farfromhomepage von Profund, der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin und dem EXIST-Gründerstipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. "Die Programmierung wurde zusätzlich durch privates Geld von uns beiden finanziert. Aber auch das war nur möglich, da unsere Programmierer und anderen Mitarbeiter ebenso begeistert von der Idee sind wie wir. Viele von ihnen arbeiten teils neben dem Studium umsonst mit oder sehr 'günstig'", so die Gründer.

"Wir suchen derzeit nach dem passenden Investor"

In der Entwicklungsphase kam Scheidegger und Asen der Standort Berlin zugute. Der biete etliche Vorteile, so Asen. Man werde durch die Freie Universität mit einem Büroraum und Infrastruktur unterstützt. Zusätzlich habe es sich als Glücksfall erwiesen, dass man ausgezeichnete Informatikstudenten von der FU und TU als Praktikanten und freie Mitarbeiter gewinnen konnte. Hinzu komme, dass die IT-Branche ein Auge auf Berlin als Kreativ- & Innovations-Zentrum geworfen habe, was aktuell die Ansprache von Investoren und möglichen Partnern erleichtere. "Wir suchen derzeit nach dem passenden Investor, der nicht nur Kapital, sondern auch strategisches Know-how für einen US-Play mitbringt. Sollte sich da nichts tun, werden wir aber auch so weitermachen. Revolutionen beginnen ja bekanntlich in der Garage", so Asen.

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