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03.06.09Kommentieren

Serie: Secondhand – Das haben wir gerade noch gebraucht - Teil 4

ReDesign – 1. Markt-Produkte in 2.Markt-Gestalt

Diese sechsteilige Serie möchte einen Einblick über den Gebrauchtmarkt mit seinen Kennzahlen, Funktionsweisen und auch Stolpersteinen geben und soll dabei helfen, "neue" Beschaffungswege für die Ausstattung (Material, Personal, Verfahrenstechniken, etc.) eines Unternehmens und neue Gründungsmärkte kennenzulernen.  In diesem Beitrag geht es heute um den kreativen und wertschöpfenden Umgang mit "Abfall" des 1. Markts in ReDesign-Produkten. 

Ein Beitrag von Christine Müller

 

Was bedeutet ReDesign?

Unter ReDesign versteht man wörtlich: "To make a revision in the appearance or function of". Das bezieht sich - allgemein verstanden – genauso auf Webauftritte wie auf die Neugestaltung des Erscheinungsbildes eines Produktes oder der Funktion der Produkte. In dem hier behandelten Zusammenhang ist außerdem aber noch ganz wesentlich der Kontext „Ökologie, Umwelt, Nachhaltigkeit“ bei der Klärung der Bedeutung. Man versteht hier also unter dem Begriff "ReDesign" die Neugestaltung der Produkte über das Recycling hinaus. 

Mit anderen Worten geht es bei ReDesign im Kontext Ökologie immer auch um die Vermeidung von Ressourcenverschwendung. Hier sei auf eine Untersuchung der US-amerikanischen Academy of National Engineering verwiesen: In den USA werden 93 Prozent der abgebauten Ressourcen niemals in verkäufliche Produkte umgewandelt, 80 Prozent aller Produkte werden nach einmaligem Gebrauch weggeworfen, und 99 Prozent der in den Produkten enthaltenen Stoffe werden innerhalb von sechs Wochen nach dem Verkauf zu Abfall ein gewaltiger Kostenfaktor für die Wirtschaft und, vor allem, eine Verschwendung von Natur. (Quelle: B. R. Allenby, D. J. Richards (Hg.): The Greening of Industrial Ecosystems. Washington, 1994)

Wo findet sich überall ReDesign?

Der Markt des ReDesigns ist auch für Gründer sehr reizvoll, denn die Branchen, in denen sich neugestalte Produkte aus "Rest- und/oder Abfallprodukten" finden, sind weit gestreut und bieten noch viel ungenutztes Potential.

Das bekannteste Beispiel für ReDesign dürfte wohl die Bekleidungsfertigung sein. Wer kennt es nicht das Samt-Kleid, das sich Scarlett O’Hara aus den grünen Vorhängen von Tara genäht hat?  Wenn wir allgemein in die Welt schauen, dann finden sich vor allem in den Abfall-Transfer-Ländern kreative Neugestaltungen für Produkte: Schalen aus alten Telefonkabeln, etc. 
 
Beispiele:  ReDesign-Designer  – oder:  Altes Ausgangsmaterial mit neuem Anspruch 

Auch in Deutschland etabliert sich ReDesign seit einigen Jahren immer mehr bei Designern: So auch bei der Inhaberin von tueta.com. Die Diplom-Designerin Maren Krämer macht aus Plastiktüten innovative Taschen. Ähnliches findet sich auch bei Christiane Kotterer. Aus der eigenen Leidenschaft für das Segeln produziert Sie mit aus Segeltuch mit "Meer-Erfahrung" individuelle Taschen, Jacken, etc.

Zweitsinn: Fängt da an, wo andere Möbel aufhören. Zweitesleben von gebrauchten Produkten. Das Projekt Zweitsinn beschreibt sich mit Verweis auf ein Zitat von Kurt Schwitters: "Der verborgene Sinn weggeworfener Dinge". Der Verbund aus kleinen Unternehmen will Abfall nicht nur rein künstlerisch thematisieren. Ideen und Objekte sollen als Produkte real nutzbar/wieder einsetzbar sein. "Clevere", "schöne", "nützliche" Gegenstände werden von phantasievollen ReDesignern entworfen, prämiert und realisiert. So wird der verborgene Sinn weggeworfener Dinge neu interpretiert: Modernes Design aus vermeintlichen Abfällen. 

Ausblick

Im nächsten Beitrag geht es um Wirtschaftdaten Secondhand: Preise, Bezugsquellen und Struktur des Marktes.

Haben Sie schon mal ReDesign-Produkte gekauft oder selbst hergestellt? Schreiben Sie mir entweder an einrichten(at)das-curriculum.de oder diskutieren Sie mit in meiner XING-Gruppe. Ich werde in meinem nächsten Beitrag auf Ihre Antworten eingehen. Ich bin gespannt von Ihnen zu hören.

 

 

Autor: Christine Müller

Gründerin und Geschäftsführerin
Website des Autors
Christine Müller

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