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21.10.11

Start-ups international

Qminder.com (EST), browsertexting.com (DK) und Bindle.com (US)

Drei verschieden Länder – drei verschiedene Geschäftskonzepte. Lernen wir also auch heute wieder von den Ideen und den Lösungen anderer Start-up-Nationen. Heute beschäftigen wir uns mit Warteschlangen, Effizienz und Zielgruppen. Viel Vergnügen!

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Treffen mit Godot!

Qminderapp.com – Klein aber oho kommen die Esten daher. Das clevere Völkchen, was sich extrem gut aufs Gründen versteht, produziert Ideen und Start-ups am laufenden Band. Und die App, die wir heute vorstellen, ist unser persönlicher Wunschkandidat für alle Wartezimmer, denn mit Qminder kann man in der Schlange stehen, ohne in der Schlange zu stehen. Und sogar das Nummerchen ziehen wird virtuell.
Will Herr Willmann nun am Freitag zum Ohrenarzt, dann besucht er an dem Tage die Website der Praxis und drückt den Qminder-Button. Er erfährt sofort, wieviele Leute noch vor ihm dran sind und die Software kalkuliert im selben Atemzuge, wie lange wohl die durchschnittliche Wartezeit ist. Der Empfang der Arztpraxis drückt immer auf ein Knöpfchen, wenn ein Patient behandelt wurde.
Potential: Noch einfacher und flexibler als Termine zu machen ist diese App. Sie spart uns viel Zeit für andere, wichtigere Dinge, als das Warten. Wartezimmer in Praxen, Ämtern und Krankenhäusern müssten nur noch ein Drittel so groß sein. Die Gründer haben sehr clever gedacht und ein waches Auge bewiesen. Anstatt im Wartezimmer auf dem Smartphone herumzuspielen, um die Zeit totzuschlagen, haben sie ein Problem erkannt und es adäquat gelöst. Deshalb auch ein wertvoller Tipp: Ärgern Sie sich einfach nicht mehr, liebe Gründer, sondern immer wenn Sie sich ärgern wollen, versuchen Sie herauszufinden, was die Ursache für das Ärgernis war und ob man etwas daran ändern könnte. Und konkreter: überlegen Sie bitte, wo Menschen noch überall warten müssen: Am Flughafen, als Mann: vor der Boutique, am Bahnhof, im Stau – und finden Sie Lösungen, die das Warten eindämmen.

Computer werden immer mehr wie Telefone

browsertexting.com – Warum Leute im Smartphone-Zeitalter immer noch die altmodischen SMS verschicken ist rätselhaft, E-Mails und Massaging-Dienste sind gratis und haben einen viel größeren Zeichenumfang. Dennoch sind die kleinen Dinger nicht totzukriegen – mehr noch: Es gibt immer wieder Leute, die sich neue Gadgets für SMS ausdenken. So auch die Dänen, die sich diesen Service ausgedacht haben. Anstatt sich auf den Miniaturtasten des Telefons die Finger gordisch zu verknoten, kann der User nunmehr seine SMS mit einer Browser-App schreiben. Das funktioniert leider nur mit Android-Telefonen, Apple verbietet SMS-Anwendungen. Die Installation ist übrigens kinderleicht: Einfach den QR-Code auf dem Bildschirm scannen – nichts eintippen.
Potential: Wer wirklich viele SMS schreiben muss, für den ist der Service sicherlich Gold wert – auch weil man recht einfach Gruppen-SMS versenden kann. Wenn die Dänen nun auch noch Telefonate auf den Computer bringen würden, würden sie dem Service eine adäquate Erweiterung zukommen lassen, die ein einfaches Einrichten von Telefonanlagen ermöglichte. So könnte man seine Kommunikation komplett auf den Rechner verschieben, warum soll man sich beim Reden auch ständig etwas ans Ohr halten und warum braucht man überhaupt zwei Geräte wenn man doch den Alleskönner Computer hat, dessen einziges Manko ist, dass er nicht in die Hosentasche passt.

Die Dinge, die ich an Dir mag

Bindle.me – Bindle, zu deutsch „Bündel“ interpretiert das Thema „Internet of Things“ ganz individuell. Denn auf Bindle soll man die Sachen horten und verwalten, die man besitzt – nicht jede Büroklammer, sondern die Dinge, von denen wir der Ansicht sind, dass sie uns definieren: Das iPhone, das Rennrad, das Thinkpad, den Turnschuh, den Kopfhörer – unsere ganzen Neuerwerbungen und Dinge, die uns als eine bestimmte Zielgruppe definieren. Hat man seine Gegenstände nun eingegeben, hält man virtuell Verbindung zu den Herstellern und Zubehör- und Medien-Anbiete: „WAS? Ein neues iPhone ist draußen – will ich vielleicht mein altes verkaufen oder habe ich mein altes weiter lieb? Die Garantie auf meinen Rechner läuft in 3 Monaten aus und meine Ray Ban-Brille haben jetzt schon 200 Leute in meiner Stadt? - Wie Mainstream, ich brauche eine andere.“

Potential: Bindle hält uns unfreiwillig das vor Augen, was wir geworden sind: markengläubige Zielgruppenangehörige. Marken definieren uns heute oft mehr als unser Charakter – aber das sollte uns nicht zu denken geben, schauen wir lieber auf die Monetarisierungs-Möglichkeiten eines Bindle: Hier könnten Daten verkauft werden – genauere Consumer-Daten noch als Google, hochwertige Affiliate-Links und soziale Markenkommunikation – ähnlich wie Facebook-Fanseiten. Doch Bindle hat wie viele Online-Gründungen heutzutage das Problem, sich in der Masse durchzusetzen. Man könnte es schaffen, indem man den Service in bestehende Social Media-Angebote wie Facebook einbindet, indem man Lead-User – am besten Celebreties dazu benutzt, den Service heiß zu machen und indem man ihn so einfach wie möglich macht – am besten mit Handy-Kamera-Anbindung.

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