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25.01.10Leser-Kommentar

Interview mit Stephan Bayer, Sofatutor

"Professionelle Beratung und Erfahrungsaustausch mit anderen Start-ups bringen schnell Transparenz in die Investment-Welt"

Seit April 2009 steht Sofatutor für "angenehmes Lernen" via Video. Jetzt hat das Berliner Start-up seine erste Finanzierungsrunde hinter sich. Im Interview mit förderland spricht Gründer Stephan Bayer über die Suche nach Investoren, über die Erfahrung, das erste mal mit VCs an einem Tisch zu sitzen, und den Weg in die Zukunft, den das frische Kapital ebnet.

Stephan Bayer, Gründer von SofatutorStephan Bayer, Gründer von Sofatutor

förderland: Hallo Herr Bayer, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Leser vor. Wie sieht Ihr bisheriger beruflicher bzw. unternehmerischer Werdegang aus?

Stephan Bayer: Ich bin 26 Jahre alt, habe Sozialwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität in Berlin studiert, bis Andreas Spading und ich im Sommer 2007 angefangen haben, an dem Online-Lern-Dienst sofatutor zu arbeiten.

Was bieten Sie mit Ihrem Start-up sofatutor Ihren Kunden? Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Stephan Bayer: Sofatutor ist eine Online-Lern-Plattform. Schüler und Studierende lernen bei uns mit kurzen Erklärvideos und Tests den Stoff für Klausuren und Prüfungen. Fächer wie Mathematik, Physik oder Betriebswirtschaftslehre sind in kleine Lerneinheiten unterteilt. Die Filme werden von Lehrern, ehemaligen Lehrern, Nachhilfelehrern, aber auch von Schülern und Studenten produziert. Jeder kann Videos auf sofatutor stellen und damit Geld verdienen. Fachexperten überprüfen jedes Lernvideo, bevor es online veröffentlicht wird. Wir bieten für jede Lernsituation ein jederzeit kündbares Abo für ein bis sechs Monate ab acht Euro pro Monat an. Die Einnahmen werden mit den Produzenten der Lern-Videos geteilt und click-genau abgerechnet.

Sie sind seit April 2009 online. Was gibt es aus der Entwicklungsphase zu berichten? Vor allem: Wie haben Sie die Entwicklung des Portals finanziert?

Stephan Bayer: Dem Ausarbeiten der Grundidee folgte eine Phase der Präzisierung des Konzepts: Das Produkt und das Geschäftsmodell mussten konkretisiert und auf Umsetzbarkeit überprüft werden. Wir haben Vieles ausprobiert und mit vielen Menschen gesprochen, bevor wir mit der Entwicklung der Plattform begonnen haben. Diese Zeit konnten wir durch ein Exist-Gründerstipendium an der Humboldt-Universität finanzieren. Im Anschluss hat uns die Beuth-Hochschule für Technik in ihre Gründerwerkstatt aufgenommen. Außerdem haben wir in 2008 eine Seed-Finanzierung von Business Angels erhalten.

Wie haben sich Ihre Umsätze bzw. Mitgliederzahlen seit dem Start des Portals entwickelt?

Stephan Bayer: Unsere Nutzer sind Schüler und Studierende. Wir sind 2009 genau in der Abiturphase gestartet, was schnell die ersten zahlenden Nutzer brachte. Bis zum Schulanfang 2009 hatte sich sofatutor schon unter einigen Schülern herumgesprochen, sodass wir seit September sehr zufrieden mit dem monatlichen Wachstum sind. Dies kommt besonders den Produzenten der Videos auf sofatutor zugute: Sie sind alle sehr glücklich mit ihrem Anteil an den monatlichen Einnahmen. Genaue Zahlen wollen wir noch nicht veröffentlichen.

Seit etwa einem Jahr sind Sie auf der Suche nach Venture Capital. Wie sind Sie die Sache angegangen? Was gibt es von der Kapitalsuche zu berichten?

Stephan Bayer: Ja, wir haben sehr früh begonnen, uns nach dem richtigen Investor für unser Projekt umzusehen. Und da wir zum ersten Mal in unserem Leben eine Finanzierungsrunde in diesem Stil vorhatten, war uns wichtig, die Gepflogenheiten der Branche kennen zu lernen. Das war eine spannende Zeit. Wir konnten mit Vertretern der meisten großen deutschen Venture Capital Fonds sprechen. Die Ansprüche, die diese an Start-ups stellen, sind mit der Krise gewachsen. Gleichzeitig ist unsere Firma gewachsen. Ende des Jahres 2009 schienen dann unsere Vorstellungen und die der Investoren deckungsgleich zu sein.

Letztendlich waren Sie erfolgreich und haben gerade Ihre erste Finanzierungsrunde hinter sich. Wer ist der Investor? Wie werden Sie das frische Kapital nutzen?

Stephan Bayer: Der Hamburger Investor J.C.M.B. und die IBB Beteiligungsgesellschaft zählen zu den neuen Gesellschaftern der sofatutor GmbH. Mit dem Geld puffern wir die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben ab, denn noch trägt sich sofatutor nicht selbst. Unsere Ausgaben konzentrieren wir auf die technische Weiterentwicklung, den Ausbau des Angebots an Filmen und die Vermarktung.

Wie ist das, wenn man das erste mal mit Investoren an einem Tisch sitzt? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und was können Sie anderen Gründern an Tipps mit auf den Weg geben?

Stephan Bayer: Wenn man relativ jung ist und auch ehrlich zugibt, den Schritt einer VC-Finanzierung das erste Mal zu machen, besteht die Chance, dass ein erfahrener Gegenüber die Möglichkeit auf ein extrem gutes Geschäft wittert. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unter Druck setzen lassen. Professionelle Beratung und Erfahrungsaustausch mit anderen Startu.ps bringen schnell Transparenz in die Investment-Welt. Uns war ein respektvoller Umgang wichtig und, dass die Investment Manager das Angebot verstehen und davon so begeistert sind wie wir.

Wie wird es weitergehen mit sofatutor? Ist vielleicht sogar schon eine zweite Finanzierungsrunde geplant?

Stephan Bayer: Eine zweite Finanzierungsrunde planen wir aktuell nicht. Wir freuen uns, jetzt wieder voll operativ tätig sein zu können. Unsere Ziele stecken wir hoch: Wir möchten den gesamten Schulstoff und das Grundstudium der beliebtesten Studiengänge auf sofatutor.com abbilden, um Millionen Menschen eine wertvolle Quelle didaktisch exzellenter Erklärungen zu bieten.

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

  • NormanWessel

    15.04.10 (08:35:59)

    Interessantes Interview, aus dieser Perspektive hab ich das noch garnicht betrachtet

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