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27.04.08Kommentieren

Interview mit Arne Stoschek

"Präsentationen sind Verkaufsveranstaltungen"

CeBit, Deutsches Eigenkapitalforum, NUK-Businessplan-Wettbewerb - Die netjobbing-Gründer Arne Stoschek und Nils Dreyer haben ihre Idee schon auf vielen Veranstaltungen präsentiert. Mit Erfolg: Erst gestern belegten sie den zweiten Platz beim Bochumer Gründerwettbewerb "Senkrechtstarter". Im Interview mit förderland verrät Arne Stoschek, wie er sich vorbereitet, was er anderen Start-up-Betreibern empfiehlt und warum Gründer sich manchmal etwas von Politiker abschauen sollten.

Arne Stoschek von netjobbing. Foto: netjobbing.Arne Stoschek von netjobbing. Foto: netjobbing.

förderland: Herr Stoschek, Sie haben Ihr Start-up netjobbing mittlerweile schon auf einigen Veranstaltungen vorgestellt. Wie war das erste Mal und wie haben Sie und Ihr Gründerkollege sich darauf vorbereitet?

Stoschek: Das erste Mal haben wir unsere Idee vor einer Jury beim Businessplan-Wettbewerb start2grow in Dortmund vorgestellt. Unseren "Auftritt" dort haben wir vorher einstudiert wie Laienschauspieler. In Stichpunkten haben wir festgehalten, was gesagt werden soll und dabei auch festgelegt, bei welchen Stichwörtern wir uns den Ball gegenseitig zuspielen. Denn es erscheint immer etwas seltsam, wenn zwei Leute auf der Bühne stehen und nur einer redet. Souveräner wirkt es, wenn beide aktiv an der Präsentation teilnehmen. Ich glaube, wir haben das auch ganz gut hinbekommen. Wir hatten fünf Minuten Zeit und es gab einen Anforderungskatalog, an dem wir uns orientieren konnten. Die Idee der Gründung, Wettbewerbs- und Marktanalyse und die Alleinstellungsmerkmale unserer Idee sollten dabei herausgearbeitet werden.

förderland: Und das passt alles in fünf Minuten?

Stoschek: Fünf Minuten sind eine sehr lange Zeit - unser Gespräch hier dauert vermutlich auch nicht viel länger.

förderland: Was war die kürzeste Zeit, die Sie bisher für einen Elevator Pitch zur Verfügung hatten?

Stoschek: Der kürzeste Pitch steht mir noch bevor. Dort bleiben mir nur 120 Sekunden, um unsere Idee zu präsentieren. Aber auch diese sind recht lang, finde ich. Die Veranstaltung kann man mit Open Mic vergleichen, also man bekommt das Mikrofon in die Hand und es gibt keine Präsentation, keine Folien, nichts Haptisches - man muss die Zeit nutzen, um im Gedächtnis der Zuschauer eine Spur zu hinterlassen. Der Pitch sollte die Zuschauer im besten Fall dazu animieren, später auf uns zuzukommen, um mehr über die Idee zu erfahren.

förderland: Für solche Veranstaltungen sollte man schon einen gewissen Verkäufergeist mitbringen, oder?

Stoschek: Definitiv. Die Präsentationen sind nichts anderes als Verkaufsveranstaltungen. Man verkauft sich und sein Konzept entweder vor potenziellen Kunden oder vor Geldgebern.

förderland: Hat sich Ihre Vorbereitung auf solche Präsentationen nach so vielen Pitches verändert? Studieren Sie Auftritte immer noch ein?

Stoschek: Ich habe heute zum Beispiel die Diktierfunktion meines Handys genutzt, um mal aufzuzeichnen, was ich später sagen möchte. Einfach um hinterher zu testen, ob das eine, zwei oder mehr Minuten füllt. Es findet in so kurzer Zeit ja auch keine Interaktion mit dem Publikum statt, sondern man spult hier eher sein Programm ab.

förderland: Was können Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Stoschek: Es ist wichtig, dass man versucht möglichst entspannt an den Auftritt heranzugehen. Man sollte möglichst so sein wie immer. Außerdem ist es ratsam, die eigene Sprechweise nicht künstlich zu verstellen oder Fachbegriffe zu benutzen, die ohnehin keiner versteht. Wenn man das befolgt, wirkt man souverän und dann macht der Pitch auch Spaß. Das spürt dann auch das Publikum sofort.

förderland: Sind alle Ihre Pitches bisher so verlaufen, wie Sie es sich vorher erhofft hatten?

Stoschek: Ich habe mich schon das ein oder andere Mal das gefragt "Warst du jetzt zu schnell?" oder "Warst du zu enthusiastisch?". Es gibt auch Veranstaltungen mit Frage-und-Antwort-Runden für die Zuschauer. Da muss man aufpassen, sich nicht zu sehr in eine bestimmte Ecke drängen zu lassen. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass man auf solche Fragen eher wie ein Politiker antworten sollte. Man gibt eine kurze, präzise Antwort und leitet das Gespräch wieder mit einem "Aber was viel wichtiger ist…" zu seinem eigentlichen Thema zurück. Diese Kurve muss man kriegen, damit man seine Präsentation nicht aus den Augen verliert. Es gibt immer Leute die nur nörgeln wollen.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

© 2008 förderland

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