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04.10.11

Innovestment

Neue Crowdfunding-Plattform für Start-ups

Der Trend "Crowdfunding" zieht weitere Kreise: Während bislang vor allem kulturelle und soziale Projekte über diese neue Methode finanziert wurden, hat Seedmatch das Crowdfunding-Konzept erstmals auf die Start-up-Finanzierung übertragen. Mit innovestment.de ist jetzt eine weitere derartige Plattform an den Start gegangen.

Das Innovestment-Team(Foto: Oliver Schulze, Köln)Das Innovestment-Team(Foto: Oliver Schulze, Köln)

Die Idee von Crowdfunding ist einfach: Viele Mikroinvestoren stemmen gemeinsam den Kapitalbedarf für ein größeres Projekt – oder eben ganzes Unternehmen. Vor allem Kreativprojekte sowie soziale Projekte haben bislang von der Finanzierung durch eine breite Masse profitiert. Aber auch Start-ups lassen sich über viele private Investoren finanzieren, wie die Crowdfunding-Plattform Seedmatch seit Mai 2011 demonstriert. Filipe da Costa schlägt mit der Innovestment GmbH in die gleiche Kerbe: "In meiner Tätigkeit als Coach für Ausgründungen der RWTH Aachen habe ich selbst erlebt, wie schwierig es für junge Unternehmen ist, Kapitalgeber zu finden. Deshalb werden viele innovative Ideen nie bis zur Marktreife gebracht."

Beide Seiten profitieren

Aber auch für Privatanleger ist es schwierig, in Jungunternehmen zu investieren. Filipe da Costa stellte mit seinem Kollegen Daniel Appelhoff fest, dass sich zwar viele Menschen dafür interessieren, in Gründungsteams und Ideen zu investieren, "aber wenige private Investoren haben die Zeit und Fachkenntnisse, einzelne Start-ups gründlich zu prüfen und die entsprechenden Verträge zu verhandeln. Und die üblichen fünf- bis sechsstelligen Kapitalmengen bringen nur Wenige mit." Daher haben sie gemeinsam mit Alexander Rajko und Norbert Töpker innovestment.de, ein Spin-Off der RWTH Aachen, ins Leben gerufen.

Bereits ab 2000 Euro kann hier in eine innovative Geschäftsidee investiert werden. Wer sich für ein Jungunternehmen interessiert, kann weitere Informationen wie Businessplan und Referenzen anfordern. Im Rahmen einer Auktion werden stille Beteiligungen verkauft, die im Gegenzug vertraglich festgelegte prozentuale Beteiligungen am jährlichen Gewinn sowie am späteren Verkaufserlös des Unternehmens bedeuten.

Crowdfunding steigert den Bekanntheitsgrad

Derzeit stellen sich drei frisch gegründete Unternehmen auf Innovestment.de der Crowd vor: Audiogent (interaktive Hörbücher), Particular (Nanopartikel) und Ludufactur (personalisierte Gesellschaftsspiele). Rober Lübke, Geschäftsführer von Audiogent, ist von der neuen Finanzierungsmethode überzeugt: "Ein Crowdfunding über Innovestment hat für Audiogent den großen Vorteil, dass wir unsere große Fancommunity an unserem Unternehmen beteiligen können, und dabei in unserem Zielkundenmarkt noch weitere Bekanntheit gewinnen."

Auch in der Schweiz hat man das Potential von Crowdfunding für Start-ups entdeckt: Mit investiere.ch, betrieben von der Verve Capital Partners AG, möchte man die vorherrschende Risikokapital-Finanzierungslücke im Frühphasenbereich hier ebenso durch Privatinvestitionen schließen.

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