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11.06.14Kommentieren

Interview mit ...

Naren Shaam, GoEuro

Mit GoEuro wird das Reisen in Europa erleichtert. Das Unternehmen bietet auf einfachste Art einen Überblick über alle Reisemöglichkeiten in Europa. Ob mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Autovermietung, Reisende können auf der Internetseite des Berliner Start-ups mit nur einer Suche alle Verbindungen aller Verkehrsmittel finden. Was dahinter steckt und wie es zu der Idee kam, erzählt uns der Gründer Naren Shaam im Interview.

Naren Shaam, GoEuro

GoEuro ist eine Reisesuchmaschine. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Will man günstig und schnell durch Europa reisen, hilft GoEuro mit seiner Seite www.goeuro.de dabei, die Transportmöglichkeiten der einzelnen Länder miteinander zu vergleichen und zu kombinieren. In nur wenigen Sekunden werden Verbindungen mit Bus, Bahn und Flugzeug aufgelistet. Damit entfällt die Suche auf mehreren Webseiten bei verschiedenen Anbieter.

Was unterscheidet GoEuro von anderen Reisesuchmaschinen?

Zum einen vergleichen wir die kompletten Reisezeiten. Bei einem Flug werden so z.B. auch die Transferzeiten zum und vom Flughafen, sowie die Check-in und Wartezeiten mit einbezogen. Wir errechnen auch die gesamten Reisekosten, d.h. die angezeigten Preise sind inklusive der Kosten für die Anreise zum Flughafen. Außerdem deckt unsere Datenbank jeden Ort in Europa ab, darunter auch kleine Ortschaften. Konkret heißt das, dass man bei seiner Suche nicht mehr den nächstegelegenen Bahnhof oder Flughafen in die Suchmaske eingeben muss, sondern einfach nach dem tatsächlichen Ort sucht. GoEuro findet dann von dort die besten Verbindungen zum Ziel. Unsere Erfahrung zeigt, dass für diese Art der Suche eine große Nachfrage besteht. Seit unserem Launch vor einem Jahr wurden bei uns schon Verbindungen von 15.698 unterschiedlichen Abfahrtsorten zu 20.684 individuellen Zielorten gesucht. Und nicht zuletzt ermöglicht GoEuro die Kombination einzelner Transportmittel und findet dadurch oft Verbindungen, die keine andere Suchmaschine anzeigt.

Wie ist die Idee zu GoEuro entstanden?

Ich reise selber leidenschaftlich gern. Nach meinem Studium in den USA wollte ich 2010 unbedingt eine längere Reise durch Europa unternehmen. Ich plante vier Monate lang durch die einzelnen Länder zu reisen. Die Reise war ein wunderbares Erlebnis, allerdings gestaltete sich die Routenplanung recht schwierig. Zwar gibt es ein sehr gut ausgebaut Bus-, Schienen- und Flugnetz, der Zugang zu all diesen Informationen stellt sich aber eher als kompliziert dar. Trotz intensiver Recherche habe ich doch viele Reisen zu teuer oder kompliziert gebucht. Außerdem kostete mich die Suche sehr viel Zeit. Ich dachte, das muss einfach vereinfacht werden. So habe ich nach der Reise beschlossen mich dem Problem anzunehmen und eine europaweite Informationsquelle zu schaffen, die alle Orte und Transportanbieter in Europa vereint, um anderen Reisenden die Suche nach der richtigen Route zu erleichtern.

Welches Geschäftsmodell nutzt GoEuro?

Wir haben mit jedem Transportanbieter, der bei uns vertreten ist, einen individuellen Vertrag geschlossen. Somit können wir unsere Daten direkt von den Anbietern beziehen. Die auf GoEuro angezeigten Suchergebnisse sind damit stets aktuell. Die Verträge sind provisionsbasiert. Für jedes vermittelte Ticket bekommen wir also eine Vermittlungsgebühr.

Wer steckt hinter GoEuro?

Wir bei GoEuro sind ein Team von 60 Mitarbeiten aus 23 verschiedenen Nationen. Etwa die Hälfte unserer Mitarbeiten sind zudem weiblich, eine Seltenheit in einem so technikbasierten Startup wie GoEuro. Wir alle sitzen in unserem Büro in Berlin.

Als Investoren konnten wir Hasso Plattner Ventures, Battery Ventures und Lakestar an uns binden.

GoEuro ist vor einem Jahr online gegangen. In welcher Entwicklungsphase befindet sich das Unternehmen heute?

Derzeit ist GoEuro für sieben europäische Länder optimiert, das heißt wir zeigen die Bus-, Bahn- und Flugverbindungen: Deutschland, Großbritannien, Spanien, Niederlande, Belgien, Luxemburg und Italien. Trotzdem befinden wir uns natürlich noch in der Wachstumsphase. Das wird auch so bleiben, bis wir für alle Länder in Europa optimiert sind.

Wie sieht die Wachstumsstrategie von GoEuro denn genau aus?

Unsere Strategie sieht vor, das Produkt GoEuro immer weiter zu verbessern. Dazu gehört zum einen die Ausweitung in weitere Länder Europas, aber auch die weitere Optimierung in den bereits bestehenden. D.h. wir wollen noch mehr Bus-, Bahn- und Fluganbieter integrieren, um unseren Nutzern ein noch umfangreicheres Netz an Transportleistungen bieten zu können. Und auch neue Features werden weiter hinzugefügt. Gerade haben wir zum Beispiel auch unsere App auf den Markt gebracht.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Bei uns stehen die Türen immer offen. Jeder Mitarbeiter soll das Gefühl haben, ein wichtiger und unentbehrlicher Teil von GoEuro zu sein. Jeder ist hier mitverantwortlich für den Erfolg. Trotz unseres mittlerweilen recht großen Teams von 60 Mitarbeitern fördern wir flache Hierarchien und die selbständige Mitarbeit. So schaffen wir ein kreatives Umfeld in allen Teams und damit Innovationen.

Über Naren Shaam Naren Shaam absolvierte sein Studium an der renommierten Harvard University. Nach seinem Studium arbeitete er in New York im Finanzsektor. 2012 ging er ohne ein Wort Deutsch zu sprechen nach Berlin und gründete das Reisevergleichsportal GoEuro, welches nun seit einem Jahr online und mittlerweile in sieben europäischen Ländern aktiv ist. Als erstem Unternehmer überhaupt gelang es Naren mit bisher "unknackbaren" Staatsunternehmen wie der Deutschen Bahn oder der spanischen Renfe, die ihre Daten noch nie zuvor mit einem anderen Unternehmen geteilt hatten, Verträge abzuschließen. Außerdem gelang es ihm in kurzer Zeit zwei millionenschwere Investitionsrunden für sich zu entscheiden und so Top-Investoren ins Boot zu holen.

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