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28.10.15Kommentieren

Interview mit Ben Askew-Renaut

Mitgründer und CEO von Packlink

Packlink ist ein innovatives Vergleichs- und Buchungsportal für den Paketversand und mittlerweile in vier Ländern in Europa aktiv, darunter auch Deutschland. Auf der Online-Plattform können sowohl Endverbraucher als auch Unternehmen namhafte Paketdienste wie UPS, GLS, DPD, Hermes oder DHL vergleichen und deren Dienstleistungen direkt buchen.

Ben Askew-Renaut, Mitgründer und CEO von Packlink

Förderland.de: Was ist Packlink und wie funktioniert es?

Wir sind ein innovatives Vergleichs- und Buchungsportal für den Paketversand und mittlerweile in vier Ländern in Europa aktiv, darunter auch Deutschland. Auf unserer Online-Plattform können sowohl Endverbraucher als auch Unternehmen namhafte Paketdienste wie UPS, GLS, DPD, Hermes oder DHL vergleichen und deren Dienstleistungen direkt buchen. Dazu müssen einfach Gewicht, Maße des Pakets sowie das Start- und Zielland in den Versandrechner eingegeben werden. Packlink errechnet automatisch den günstigsten Preis. Gleichzeitig sparen die Nutzer durch unsere Sonderkontingente.

Förderland.de: Wie profitieren Händler und Privatpersonen von Packlink?

Für den klassischen C-to-C- oder auch kleineren B-to-C-Marktplatz ist es sehr schwierig beziehungsweise unmöglich, gute Konditionen bei Versandunternehmen auszuhandeln. Das trifft den Händler und die Käufer vor allem dann, wenn international verschickt wird. Hier sind die regulären Preise sehr hoch, auch innerhalb der EU. Durch die Integration von Packlink können die Versandkosten um bis zu 70 Prozent gesenkt werden – ein immenser Vorteil. Dies gilt ebenso für kleine E-Commerce-Shops, aber auch für Endverbraucher.

Förderland.de: Auf welcher Technologie basiert Packlink und welche Vorteile werden geboten?

Packlink und Packlink PRO sind Cloud-basierte Plattformen, auf denen Nutzer ihre Versandlösungen buchen können, die sich aber auch über eine API-Schnittstelle nahtlos in bestehende Online-Plattformen integrieren lassen. Erst kürzlich haben wir mit der Fashion-Plattform Videdressing eine Kooperation in Deutschland exklusiv geschlossen, bei der der Versand über Packlink gebucht wird – sprich eine volle Integration in die Online-Plattform. Wir schaffen damit eine günstige Versandlösung, bei der sich die Unternehmen voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Förderland.de: Auf welcher Technologie basiert Packlink und welche Vorteile werden geboten?

Unser neuestes Produkt ist die B2B-Lösung Packlink PRO, die im nächsten Monat in allen vier Ländern gestartet wird. Diese auf Firmenkunden zugeschnittene Lösung deckt insbesondere den Bedarf von Unternehmen mit größeren Versandmengen, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie aufstrebende E-Commerce-Shops ab. Mit dieser Lösung bieten wir speziell für Online-Shops, Start-Ups, aber auch etablierte Unternehmen attraktive Konditionen für den Vielversand an, die sich schnell und einfach online buchen lassen. Mit einem stetigen Anstieg des E-Commerce weltweit steigt auch der Bedarf an günstigen Versandoptionen. Diesem Trend werden wir gerecht, indem wir nicht nur günstige, sondern auch komfortable Versandmöglichkeiten anbieten.

Förderland.de: Packlink hat gerade erst eine Finanzierungsrunde über 12,6 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Wozu soll das Kapital eingesetzt werden und was ist konkret für Deutschland geplant?

Ein wichtiger Teil unsere Strategie für Deutschland ist sicherlich der oben genannte Start von Packlink PRO. Wir wollen eine ganzheitliche Lösung anbieten und in Deutschland, aber auch in ganz Europa, massiv wachsen. Das frische Kapital werden wir daher unter anderem für die Weiterentwicklung und Vermarktung von Packlink PRO sowie unserer bestehenden Plattform Packlink.de einsetzen. Darüber hinaus sprechen wir mit internationalen Marktplätzen, um die angesprochene Marktposition zu stärken und unseren Kunden ein noch größeres Produktportfolio und mehr Service anbieten zu können.

Förderland.de: Wie wurde dieses Ziel erreicht, welche Erfahrungen können an andere Gründer weitergegeben werden?

Aus meiner Erfahrung als Gründer gibt es bei der Suche nach Investoren oder bei neuen Investitionsrunden einiges zu beachten. So ist es sicher nützlich, sich in der Seed-Phase so viele Fonds wie möglich anzusehen. Dabei sollte man mit denjenigen starten, die für einen selbst vielleicht weniger interessant sind, um aus dem Feedback der potentiellen Investoren so viel wie möglich zu lernen. So kann man den Pitch noch Schritt für Schritt ausbauen und ihm den letzten Feinschliff verpassen. Weiterhin war es für uns ungemein wichtig, einen erfahrenen Anwalt in Sachen Fundraising an unserer Seite zu haben. Gerade bei der ersten Investitionsrunde ist es sinnvoll, sich Unterstützung für die Verhandlungen zu holen. In der Series A und B Förderung haben wir auf dem Netzwerk bestehender Investoren aufgebaut – so muss man nicht von Null anfangen und kann von persönlichen Kontakten profitieren. Hier gilt aus unserer Erfahrung: So viele persönliche Vorstellungen wie möglich nutzen. Vielleicht auch ein Learning: Die Botschaft sollte im Pitch so klar wie möglich formuliert werden – als Gründer hat man oft einen sehr detaillierten Plan und möchte alles bis ins kleinste Detail vorstellen. Sicher ist eine profunde Kenntnis des Geschäftsmodells und Marktumfelds eine Grundvoraussetzung. Für den Pitch sollte man es aber nicht zu kompliziert machen und sicherstellen, dass der Investor alle Schlüsselbotschaften präzise und klar nachvollziehen kann.

Förderland.de: Wie sieht es mit dem Team aus? Welchen Hintergrund bringen Sie als Gründer mit, was hat Sie zu dieser Idee bewogen?

Das Team spielt natürlich eine sehr große Rolle – gerade in der Anfangsphase ist Gründen wirklich Schwerstarbeit. Hier müssen alle an einem Strang ziehen und sich gemeinsam für die Idee einsetzen. Das gilt auch und besonders, wenn mehrere Partner gleichberechtigt für das Startup arbeiten. Bei mir und Javier beispielsweise hat die Chemie von Anfang an gestimmt. Wir haben uns durch einen gemeinsamen Freund kennengelernt und über Ideen für ein Startup ausgetauscht. Dabei haben wir auch eine Menge Ideen verworfen, bis wir schließlich die eine gefunden haben, die uns begeistert hat und die wir unbedingt ausprobieren wollten. Die Idee hinter Packlink ist sehr einfach: Wir wollten Endverbrauchern den Zugang zu Paketdiensten so einfach und bequem wie möglich gestalten. Gleichzeitig sollten aber auch E-Commerce-Unternehmen von einer Versandtechnologie profitieren, wie sie sonst nur großen Unternehmen vorbehalten ist.

Ich selbst habe bereits ein erfolgreiches Startup in Frankreich gegründet und habe mich bereits vor einiger Zeit der Software-Logistiksparte zugewandt, unter anderem mit Positionen bei OMI und Retalix. Hier ist mir bewusst geworden, dass gerade im Bereich der Logistik viele Anpassungsmöglichkeiten vorhanden sind. Mit Javier zusammen haben wir dann mit der Mission gestartet, den Versand für B2C und B2B zu vereinfachen. Javier ergänzt das Gründerteam sehr gut durch seine Expertise im Bereich Marketing und Psychologie sowie IT Management. Sicher hat uns beiden bei der Gründung geholfen, dass wir einen wirtschaftlichen Background aus dem Studium mitbringen.

Förderland.de: Was waren bisher Erfolge und was ging daneben?

Große Erfolge waren und sind für uns die erfolgreichen Finanzierungsrunden. Wir wollten uns nicht von Familie und Freunden abhängig machen, sondern selbst finanzieren. Und dies ist uns auch gelungen. So konnten wir auch eine Kapitalverwässerung verhindern.

Schwierig war für uns, dass wir keinen Mitgründer gefunden haben, der bereits viel Expertise aus dem technischen Bereich mitbringt. Dies hätte uns sicher von Anfang an bei der Erstellung der Plattformarchitektur geholfen und nachträgliche Überarbeitungen verhindert.

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