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26.04.10Leser-Kommentar

Interview mit Thomas Werner, Geschäftsführer von vfree.tv

"Mit unserer Lösung sehen wir eine Möglichkeit, wieder ein qualitatives und individuelles Fernseherlebnis zu bieten"

Schauen, was man will, wann man es will - das Team von vfree.tv macht es möglich. Geschäftsführer Thomas Werner, der mit seiner Idee Hauptpreisträger des Gründerwettbewerbs "Mit Multimedia erfolgreich starten" geworden ist, steht förderland im Interview Rede und Antwort. Dabei verrät er, wie er seinen Kunden die TV-Inhalte zuspielt, die sie mit der höchsten Wahrscheinlichkeit sehen möchten.

v.l.n.r Dr. Thomas Werner, Andreas Lahr, Staatssekretär Otto (BMWi)v.l.n.r Dr. Thomas Werner, Andreas Lahr, Staatssekretär Otto (BMWi)

förderland: Guten Tag Herr Werner, stellen sie sich doch bitte unseren Lesern erst einmal vor. Wie sieht Ihr beruflicher bzw. unternehmerischer Werdegang aus?

Thomas Werner: Nach dem Studium und der Promotion auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik und verschiedenen Positionen in IT, Produktmanagement, Marketing und Business Development bei Philips, Siemens und Nokia Siemens Networks, war ich unter anderem mehrere Jahre für das Geschäft mit Applikationen im Bereich Festnetz und Mobilfunk verantwortlich. In dieser Zeit reifte die Idee, mit einem eigenen Unternehmen innovative Konzepte zu verwirklichen.

Sie sind Geschäftsführer von vfree.tv. Was genau bieten Sie Ihren Kunden an?

Werner: Gemeinsam mit meinem Geschäftsführerkollegen Andreas Lahr habe ich ein Konzept, ein Geschäftsmodell und eine Technologie entwickelt, um das Medium Fernsehen komplett neu zu definieren. Statt fester Kanäle, Programm- und Zeitraster werden dem Zuschauer die Inhalte angeboten, die er mit der höchsten Wahrscheinlichkeit sehen möchte.

Wie sieht Ihre Zielgruppe aus? Haben Sie mehr junge Leute im Blickfeld oder haben Sie auch die Hoffnung, nicht so internetaffine Menschen von Ihrem Konzept überzeugen zu können?

Werner: Bei der Entwicklung der Technologie von vfree.tv haben wir besonderes Augenmerk auf einfachste Bedienung, also absolute Tauglichkeit für den Massenmarkt, gelegt.  Damit wollen wir alle Altersgruppen erreichen. Durch nahtlose Integration von Inhalten aus dem Internet sprechen wir sowohl junge Nutzergruppen als auch die Mehrzahl der Nutzergruppen an, die nicht zu den so genannten "digital natives" gehören.

Was war der Anlass für Sie, Ihre Idee vfree.tv in die Realität umzusetzen?

Werner: In einem Umfeld ständig wachsender Programme und Inhalte fällt es dem Nutzer zunehmend schwer, die "richtigen" Inhalte zu finden. Auch die extreme Orientierung der Programmanbieter an Massengeschmack, Einschaltquote und Werbereichweite hat viele junge Nutzer vom Fernsehen ins Internet abwandern lassen. Mit unserer Lösung sehen wir eine Möglichkeit, wieder ein qualitatives und individuelles Fernseherlebnis zu bieten. Darüber hinaus sehen wir erhebliche Kosteneinsparungen bei den Programm- und Dienstanbietern.

Gab es da anfängliche Schwierigkeiten oder ist bei Ihnen alles reibungslos gelaufen?

Werner: Dass es bei einem neuen Unternehmen anfänglich Schwierigkeiten gibt, ist völlig normal, schließlich betreten die Gründer in vielerlei Hinsicht Neuland. Es kommt darauf an, diese Schwierigkeiten konsequent anzugehen und sich nicht entmutigen zu lassen.

Wie finanzieren Sie das Projekt? Ist vfree.tv kostenpflichtig oder wird es durch Werbung finanziert?

Werner: Das ist letztendlich die Entscheidung des Dienstanbieters, der unsere Lösung einsetzt. Wir können uns aber eine kostenpflichtige Lösung vorstellen, die teilweise auch durch intelligente Werbung finanziert wird.

Was haben Sie anderen Plattformen wie kino.to oder YouTube voraus, dass die Leute von Ihrem Konzept überzeugen wird?

Werner: Unsere Lösung adressiert den Massenmarkt und das gewohnte Umfeld des Fernsehens. Das heißt: keine Tastatur, keine Maus, keine Suche, keine pixeligen Bilder und ruckeligen Downloads. Und natürlich sind die Inhalte vollkommen legal.

Sie haben auf der CeBIT gesagt, dass Sie dem Zuschauer zu jedem Zeitpunkt den Inhalt zur Verfügung stellen wollen, den er gerade sehen möchte. Woher wissen Sie, was gesehen werden will und wie kommen Sie an diese riesige Menge an Inhalten?

Werner: Schon heute besitzen die Programmanbieter riesige Mengen an Inhalten, die selten oder nie gezeigt werden, weil diese nur eine geringe Einschaltquote versprechen. Für den einzelnen Zuschauer kann dieser "long-tail-content" aber durchaus relevant sein. Was der Zuschauer dann jeweils sehen möchte, ermitteln wir mit Hilfe von adaptiven und prädiktiven Algorithmen aus einer Reihe von Parametern.

Sie sind vor kurzem auf der CeBIT zu einem der Hauptpreisträger des "Gründerwettbewerbs – Mit Multimedia erfolgreich starten" gekürt worden. Mit welchen Erwartungen sind Sie in den Wettbewerb hineingegangen?

Werner: Natürlich sind wir von unserer Idee absolut überzeugt. Als dann aber wirklich der Anruf aus Berlin kam, war die Freude über diese schöne Bestätigung riesengroß.

Wenn man sich an so einem Wettbewerb beteiligt, erwartet man schon ein hohes Maß an Professionalität, schließlich gibt man ja quasi sein Baby aus der Hand. In dieser Beziehung haben wir hier einen sehr durchdachten Prozess und eine ausgesprochen professionelle Organisation vorgefunden.

Zum Schluss: Was sollten Gründer Ihrer Meinung nach bei einer Gründung unbedingt beachten?

Werner: Meistens sind es eher die Soft-Facts, die entscheiden: das richtige Team, die Kreativität und das Durchhaltevermögen der Gründer, gepaart mit einer guten Idee. Eine gute Idee allein ist noch kein Garant für den Erfolg.

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

  • Ichmich

    26.04.10 (10:46:19)

    Mich w?rde das mal etwas genauer interessieren.
    Woher wei? vfree.tv was ich sehen will. Nur weil ich letzte Woche Sendung XY angesehen habe, hei?t das nicht, dass ich diese Woche das wieder m?chte. Es kommt darauf an in welcher STimmung ich bin, was derzeit in den Medien kursiert, etc. also das stell ich mir sehr schwierig vor... aber auch sehr interessant!!!

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