<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

19.07.10Leser-Kommentare

Interview mit Mario Körösi, Werbeboten.de

"Mit dieser Idee wurden wir im Juni 2010 als Gründer des Monats der Financial Times Deutschland ausgezeichnet"

Werbebotschaften auf T-Shirts zu drucken ist nun wirklich keine neue Idee. Die Gründer der Werbeboten Media UG aber haben dieses Konzept so weiterentwickelt, dass sie von der Financial Times sogar zu Gründern des Monats gekürt wurden. Was Werbeboten genau sind und was sie machen, erzählt uns Mario Körösi, einer der Gründer der Werbeboten, im förderland-Interview.

werbeboten-Gründer: Sandro Günther, Andreas Pfau, Mario Körösiwerbeboten-Gründer: Sandro Günther, Andreas Pfau, Mario Körösi

förderland: Hallo Herr Körösi, stellen Sie sich doch bitte kurz vor. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mario Körösi: Hallo. Ich bin einer der Macher von Werbeboten Media – einer speziellen Social Media Agentur, welche wir – Sandro Günther, Andreas Pfau und ich am Anfang des Jahres ins Leben gerufen haben. Wir beraten Unternehmen zum Einsatz von Social Media und setzen Werbeboten-Kampagnen für unsere Kunden um. Dabei setzen wir bewusst den Faktor "persönliche Beziehung" in den sozialen Netzwerken ein und wie sich dieser im individuellen Fall nutzbar machen lässt. Zuvor habe ich den Freelancer-Marktplatz netzschaffende.de gegründet nachdem ich BWL studiert und anschließend zwei Jahre im Gründernetzwerk SMILE der Handelshochschule Leipzig gearbeitet habe.

Im Juni wurden Sie mit Ihrem Start-up werbeboten.de von der Financial Times als Gründer des Monats ausgezeichnet. Wer oder was sind denn die Werbeboten – und was zeichnet sie aus?

Körösi: Unsere Werbeboten zeichnen sich insbesondere durch eine hohe Reichweite, d. h. viele Freunde und soziale Kontakte und ein hohen Aktivitätsgrad aus, d. h. Sie sind besonders extrovertierte Online-Aktivisten. Jeder potentielle Werbebote muss bei der Registrierung ein Werbeboten-Profil ausfüllen – wir kontrollieren die Angaben und schauen in die Profile der sozialen Netzwerke wie Facebook, studiVZ, Twitter und co. So können wir für jede Kampagne Werbeboten speziell nach bestimmten Anforderungen auswählen wie Ort, Interessen und Beruf und können so die jeweils für ein bestimmtes beworbenes Produkt passenden Multiplikatoren aus der Zielgruppe finden. Zusätzlich haben wir einige Selbstselektionsmechanismen wie Wettbewerbe entwickelt.

Mit dieser Idee wurden wir im Juni 2010 als Gründer des Monats der Financial Times Deutschland ausgezeichnet, was wir nur unseren Werbeboten zu verdanken haben – auch hier nochmals ein Dank an unsere Werbeboten-Fan-Gemeinde.

Werbeboten sind also "besonders extrovertierte Online-Aktivisten" – sozusagen die Alpha-Tiere ihrer Peer Groups – die für Ihre Kunden die "Werbung zum Laufen bringen". Wie rekrutieren Sie diese Multiplikatoren?

Körösi: Jeder kann sich bei uns als Werbebote registrieren und sich auf Kampagnen bewerben, die ihn interessieren. Wer genau allerdings Werbebote werden darf, entscheiden wir in jeder Kampagne neu – er oder sie muss einfach zur Kampagne passen. An den Wettbewerben zu unseren Kampagnen kann allerdings jeder teilnehmen, der sich bei uns registriert hat. Für einen knackigen T-Shirt-Claim gibt es auch mal schnell eine Kamera zu gewinnen.

Fällt es schwer, Unternehmen von dieser neuen Art der Werbung zu überzeugen? Welche Kunden nutzen bereits Ihr Konzept?

Körösi: Wie bei jedem Startup ist es am Anfang natürlich schwer die ersten Kunden zu gewinnen – speziell im Bereich Marketing wird besonders auf Referenzprojekte geachtet. Zu unseren bisherigen Kunden zählen Uniturm.de / Unideal.de, GuteGutscheine.de oder Lecturio. Mit einer maßgeschneiderten Kampagne für bookya.de konnten wir zeigen, dass wir auch sehr große Kampagnen stemmen können. Bei bookya hatten die Werbeboten z. B. den Auftrag ein kurzes, lustiges Video zum Unternehmen zu erstellen und dieses online zu stellen. Das hat hervorragend geklappt und die erwartete Werbewirkung sogar übertroffen.

Gibt es Möglichkeiten, den Erfolg einer Werbeboten-Kampagne zu messen?

Körösi: Ja, das ist ein Thema mit dem wir uns von Anfang an beschäftigt haben, da es für uns wichtig ist, um uns zu verbessern und natürlich auch für unsere Kunden. Wir arbeiten mit verschiedenen Social Media Monitoring Tools, um Aktivitäten und Effekte messbar zu machen. Am Ende einer Kampagne erhält jeder Kunde von uns eine sehr umfassende Auswertung mit Daten zu kurzfristiger Werbewirkung wie Reichweite, erhaltenen Klicks, und verschiedenen Social Media Interaktionen sowie langfristigen Effekten wie Markenwahrnehmung und Aufbau sowie einen detaillierten Feedbackbericht zur Kampagne. Insofern bieten wir mehr als "nur" Werbung. Wir liefern Unternehmen ein Instrument, um die Wahrnehmung der Marke in Social Media zu messen und zu bewerten.

Wie ist überhaupt die Idee zu werbeboten.de entstanden?

Körösi: Die Initialzündung hatte Sandro, der auf Jason Sadlers T-Shirt Konzept in den USA aufmerksam geworden ist – er trägt jeden Tag ein anderes Werbe-T-Shirt und berichtet darüber auf seinem Blog und im Facebook. Wir drei kannten uns schon vorher über die Hochschule und haben am Anfang nur beim gemeinsamen Mittagessen überlegt, warum das sehr einfache Konzept bei Jason so gut funktioniert und wie wir dieses in Deutschland auf eine breitere Basis stellen könnten. Daraus wurde schnell mehr und dann dauerte es nicht mehr Lange von der Idee bis zur Umsetzung.

Und wie wird’s weitergehen mit den Werbeboten? Ist es geplant, das Geschäftskonzept weiterzuentwickeln?

Körösi: Im Moment läuft es sehr gut. Trotzdem bedeutet Stillstand im Social Media Marketing schnell auch einen Rückstand. Wir arbeiten zum Beispiel laufend an neuen Ideen wie wir Kampagnen noch interessanter für unsere Werbeboten machen können und so den Werbeeffekt für Unternehmen weiter erhöhen. Weiterhin arbeiten wir auch an eigenen Facebook Apps, welche das Gewinnen neuer Fans über Wettbewerbe und Gewinnspiele vereinfachen. Auch hier haben wir die Feuerprobe bereits erfolgreich bestanden. Vom Grundkonzept von Jason Sadler ist vor allem übrig geblieben, dass Social Media Marketing auch eine Jagd nach dem unterhaltsamsten Konzept ist, denn die Frage lautet: Wie bekommt man Kunden und potentielle Kunden dazu, anderen vom eigenen Produkt zu erzählen.

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

  • Maximilian

    21.07.10 (10:16:41)

    Leider wird in diesem Artikel f?lschlicherweise der Eindruck erweckt, die Financial Times habe die Werbeboten zu den Gr?ndern des Monats gew?hlt. Das ist nicht richtig! Das Ranking ergibt sich allein aus den Bewertungen der Leser und der Seitenaufrufe. Mehr dazu in http://enable.ftd.de/spielregeln/.

  • Thomas, f?rderland

    21.07.10 (18:16:35)

    Hallo Maximilian,
    so wie ich das sehe, wird dieser Eindruck nicht erweckt. Es wird von "k?ren" bzw. "auszeichnen" gesprochen - was ja noch nichts ?ber die Wettbewerbsmodalit?ten aussagt. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren und sehe deinen Kommentar in jedem Fall als n?tzliche Zusatzinformation. Vielen Dank!
    Sch?ne Gr??e
    Thomas, f?rderland

  • Claus Hornung, FTD

    07.09.10 (13:40:31)

    Hallo F?rderland-Team,

    Maximilian hat Recht, dass der Gr?nder der Woche nicht von der Financial Times ausgezeichnet wird und auch nicht gek?rt, sondern von deren Lesern bzw. den Lesern von FTD.de

    Auszeichnen oder auch k?ren hei?t f?r mich, dass man eine inhaltliche Entscheidung getroffen hat. Und in diesem Fall verk?ndet die FTD nur die Entscheidung ihrer Leser

    beste Gr??e,

    Claus Hornung, FTD

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer