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11.08.09Kommentieren

Gründertagebuch von ONchestra.com

Marketing? Monetarisierung? Kritische Masse? – Ihr habt gefragt, die ONchestras antworten

Wie hat ONchestra die kritische Masse erreicht? Welche Marketing-Maßnahmen nutzt das Unternehmen? Wie steht es um die Monetarisierung? Welche Maßnahmen plant ONchestra, falls die Plattform nicht am Markt angenommen wird? Letzten Dienstag hat das Team von ONchestra zu einer freien Fragerunde aufgerufen, heute liefern sie die Antworten in der nächsten Folge des ONchestra-Gründertagebuches.

Jörg Pescheck und Michael Krause von ONchestra.comJörg Pescheck und Michael Krause von ONchestra.com

Wie jeden Dienstag nehme ich es mir auch heute wieder heraus, fünf Minuten Eurer Zeit für das Lesen unseres Gründertagebuchs zu beanspruchen. Leider kamen nach unserem Aufruf vergangene Woche nur 4 Fragen zusammen, weshalb ich am Wochenende doch den ein oder anderen Sonnenstrahl im Freien genießen konnte. Hier nun die Antworten. Viel Spaß!

Wie habt ihr die kritische Masse erreicht? (von "Ali Yildirim")

Hallo Ali,
ich bin mir nicht 100-prozentig sicher, ob ich Deine Frage richtig verstehe. "Kritische Masse" kann zum einen unter der Anzahl an Nutzern verstanden werden, ab der sich eine Plattform/Community sozusagen selbst befruchtet. D. h. ab diesem Zeitpunkt kommen neue Mitglieder hinzu, weil bereits so viele ihrer Kontakte dabei sind, dass sie quasi nicht mehr anders können. Andererseits könntest Du auch den finanziellen "Break Even" meinen. Wenn ich mir Euer cobocards.de anschaue, gehe ich von ersterer Definition aus.

Das Schöne bei Online-Echtzeit-Anwendungen im B2B-Bereich ist, dass es keiner kritischen Masse bedarf. Ein Unternehmen setzt eine Anwendung ein, um seine Mitarbeiter/Kunden effektiver miteinander arbeiten zu lassen und dadurch Kosten einzusparen. Ob nun zwei, 20 oder 200 Firmen diese Anwendung nutzen, ist jedem einzelnen Unternehmen herzlichst egal.

In sofern haben wir nicht die Not, eine kritische Masse erreichen zu müssen (von nötigen Umsatzzahlen abgesehen). Sollte eine Anwendung innerhalb einer Branche natürlich einmal derart erfolgreich sein, dass sie zum Standard wird, ist die kritische Masse quasi von selbst erreicht.

Wie macht ihr Unternehmen und Entwickler auf ONchestra.com aufmerksam? Sprecht ihr jene direkt an oder verlasst ihr euch auf normale Onlinewerbung bzw. virales Marketing? (von "Benjamin such")

Hallo Benjamin,
Entwickler werden wir aktiv erst im kommenden Jahr angehen, da wir die ersten Online-Anwendungen für Unternehmen selbst entwickeln wollen (und auch müssen). Da wir bei der Ansprache sehr gezielt vorgehen wollen, um auch wirklich fähige Leute mit Branchenerfahrungen zu gewinnen, wird dies sicher eher informell durch persönliche Kontakte, Foren oder Blogs geschehen. Natürlich planen wir auch Vorträge auf Entwicklerkonferenzen, allerdings ist das wohl eher der berühmte Schuss mit der Schrot(t)flinte.

Bzgl. den eigentlichen Firmenkunden setzen wir ganz klar auf Telefonakquise, welche von Mailings und herkömmlichen Briefen flankiert wird. Auch SEM/SEO kommt zum Einsatz, zu Anfangs allerdings eher in begrenztem Umfang. Unsere Erfahrungen in der direkten Kundenansprache sind einfach die besten. Zwar ist es eine Heidenarbeit und teilweise auch extremst frustierend, aber da muss man eben durch wenn man am Monatsende 3 Neukunden präsentieren möchte.

Das Wort "viral" benutzt bei uns intern niemand – und das wird auch so bleiben.

Liebe Onchestras! Ich habe gerade einen Artikel über Monetarisierung geschrieben, da ich in Gedanken da noch ein wenig dranhänge, möchte ich von euch wissen: Was habt Ihr Euch ausgedacht, um an Geld zu kommen? Was für Alternativen standen zur Debatte? (von "Chris von förderland")

Hallo Chris,
für uns kommen nach umfangreicher Sondierung der Möglichkeiten genau drei Möglichkeiten in Frage: Exist-Gründerstipendium, Gründungszuschuss der BafA und Nebenjobs.

VC schließen wir von vornherein aus, da wir unsere Entscheidungen treffen wollen, ohne dabei um Erlaubnis fragen zu müssen. Business Angels kommen nur in Frage, wenn sie auch längerfristig Kontakte vermitteln und Türen öffnen können, die das Unternehmen deutlich schneller wachsen lassen, als ohne eben jene Kontakte. Es würde als mehr um das "smart", weniger um das "money" gehen.

Grundsätzlich haben wir ONchestra.com gegründet, um uns in 1-2 Jahren davon gut ernähren zu können und auch in 15 Jahren noch stolz auf das sein zu können, was wir geschaffen haben. Ziel war nie, möglichst schnell eine Finanzierungsrunde zu stemmen und in 2 Jahren den Exit durchzudrücken.

Was macht ihr, wenn eure Plattform nicht wie erhofft vom Markt angenommen wird? Könnt ihr das Geschäftsmodell mit wenig Aufwand anpassen, gibt es noch ein alternatives Modell oder setzt ihr mit euren Ressourcen alles auf eine Karte? (von "Daniel")

Hallo Daniel,
puh, das ist natürlich eine gute Frage. Wir haben das Glück, dass man unsere Plattform auch als White-Label-Lösung lokal in Firmennetzwerken implementieren könnte. Außerdem besteht sicher auch noch Beratungsbedarf bzgl. des Einsatzes sog. Rich-Internet-Applications in Firmen.

D. h. wir hätten noch die ein oder andere Möglichkeit, die aber, genau genommen, auch eine nur Ergänzungen, aber keinen Ersatz des eigenen Modells darstellt. In sofern: ja, wir setzen aktuell alles auf eine Karte da wir vom Modell hinter ONchestra.com 100-prozentig überzeugt sind. Mit fehlender Marktakzeptanz und entsprechenden Anpassungsnöten setzen wir uns auseinander, wenn wir nicht mehr drum herum kommen. Denn zum aktuellen Stand macht es einfach keinen Sinn, sich schon mögliche Alternativen zu erarbeiten, da die Ressourcen dafür vom eigentlichen Hauptziel "abgeknapst" werden müssten. Dieses Ziel lautet ganz klar: Entwicklung, Hosting und Vertrieb von Online-B2B-Anwendungen, die Software ersetzen!

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