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23.09.10Kommentieren

Interview mit Florian Skiba und Dominic de Vries, Arktik

"Man kann sich das vorstellen, wie eine Rabattkarte für Tankkunden, nur mit einer sinnvollen Prämie, nämlich Klimaschutz."

Ein mutiges Vorhaben, wenn man es vorsichtig ausdrückt, haben drei Gründer aus dem Norden in die Tat umgesetzt. Nämlich deutsche Autofahrer dazu zu bewegen, zwei Cent mehr pro Liter Sprit zu bezahlen. Und was bekommt man dafür? Etwa einen energiereicheren Treibstoff? Einen knackigeren Sound? - Nein, nur ein gutes Gewissen gibt's. Folgen Sie Dominic de Vries und Florian Skiba, wenn sie hier im Interview ihr Start-up Arktik erklären. Viel Vergnügen!

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Guten Tag, die Herren Unternehmer! Wir sprechen heute über Ihre Gründung, die Arktik GmbH, die ein gewagtes Geschäftsmodell vorweisen kann. Doch zuvor möchte ich Sie bitten, sich unseren Lesern kurz vorzustellen. Was haben Sie gelernt und was haben Sie verlief Ihre Karriere bisher?

Florian Skiba: Ich bin einer der drei Mitgründer der ARKTIK GmbH und verantwortlich für die Bereiche 'CO2-Emissionshandel' und 'strategisches Marketing'. Nach Abschluss meines Wirtschaftsingenieursstudiums 2004 arbeitete ich mehrere Jahre als Unternehmensberater und konnte dort insbesondere für die Unternehmensgründung und meine jetzigen Aufgaben wertvolle Erfahrungen sammeln. Seitdem ich meine Dissertation Ende 2009 zum Thema Dienstleistungsinnovationen an der TU Hamburg Harburg eingereicht habe, fokussiere ich mich nun voll und ganz auf unser gesetztes Ziel, innovative Klimaschutzlösungen für den Alltag anzubieten. Ich freue mich jeden Tag erneut, mit einer tollen Idee und einem fantastischen Team an einer so sinnvollen Aufgabe wie dem Klimaschutz arbeiten zu können.

Dominic de Vries: Meine Hauptaufgabengebiete als weiterer Gründer und Geschäftsführer der ARKTIK GmbH sind die Bereiche Recht und Finanzen. So wie auch Florian, studierte ich ebenfalls Wirtschaftsingenieurwesen und reichte meine Promotion letztes Jahr ein. Vor ARKTIK arbeitete ich mehrere Jahre als Assistent der Geschäftsführung bei der Thomas J. C. Matzen GmbH in Hamburg. Der Wunsch, im Team eine sinnvolle Idee umzusetzen und etwas Eigenes ins Leben zu rufen und damit Gutes zu tun, bestand bei mir, wie auch bei Florian jedoch schon immer. Während unserer Promotionszeit reifte 2008 neben der Doktorarbeit die Idee zu ARKTIK. Seinen eigenen "Fußabdruck" mit einem relevanten Thema in der Gesellschaft zu hinterlassen, kreativ und eigenverantwortlich eine Unternehmensidee umzusetzen und gemeinsam an den Herausforderungen eines Projekts zu wachsen waren große Treiber zur Umsetzung des Modells.

Es gibt bestimmt eine ganze Reihe von Leuten, die Sie für Ihr Geschäftsmodell für verrückt erklärt haben. Sie wollen doch tatsächlich dem deutschen Autofahrer die Nachricht überbringen, dass er zwei Cent mehr pro Liter Sprit bezahlen soll. Warum?

de Vries: So verrückt ist unsere Idee gar nicht, denn CO2-Ausgleich als Baustein im Klimaschutz ist gerade bei Flugreisen schon lange etabliert und akzeptiert. 8 bis 9% aller online gebuchten Flüge werden bereits ausgeglichen. Die ARKTIK Karte macht dieses Angebot nun auch Autofahrern auf praktische Weise zugänglich. Mit der ARKTIK Karte sammelt der klimaaffine Autofahrer keine Bonuspunkte, die er später in Bälle oder Handtücher eintauschen kann. Man kann sich das vorstellen, wie eine Rabattkarte für Tankkunden, nur mit einer sinnvollen Prämie, nämlich Klimaschutz. Der Autofahrer selbst leistet in Form von 2 Cent extra je Liter, für die Unterstützung von Klimaschutzprojekten seinen Beitrag. Über uns erzielt er die Unterstützung der Klimaschutzprojekte in Höhe von 2,5 Cent vom kooperierenden Tankstellenunternehmen. Der strategische Konsum ist hier ein wichtiges Mittel, um einen Verhaltenswandel hin zu einer klimabewussteren Mobilität zu fördern. Am Ende zahlt der durchschnittliche Autofahrer etwa 46€ im Jahr zusätzlich: Das ist etwa einmal beim Italiener essen gehen.

Skiba: Um die gesetzten Ziele, die globale Erwärmung auf höchstens 2°C zu begrenzen, müssen die klimabelastenden Treibhausgasemissionen maßgeblich gesenkt werden. Dabei ist es wichtig, dass jeder einzelne heute schon seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet und CO2 vermeidet, reduziert und, wenn sich der Ausstoß anderweitig nicht vermeiden lässt, zumindest den Schaden wieder ausgleicht. Wie wichtig es ist, gerade bei der eigenen Mobilität anzufangen, verdeutlich der Fakt, dass noch immer jährlich die rund 41 Mio. Pkws auf deutschen Straßen 12% der CO2-Emissionen verursachen. Durch die Kompensation kann man trotzdem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, auch wenn der Alltag es nicht zulässt auf das Auto zu verzichten. Um beispielsweise 50l Benzin wieder einzusparen, müsste man zum Vergleich 110 Tage kalt duschen. Gerade deshalb macht es Sinn, auch als Autofahrer CO2 auszugleichen.

Und was sagt der ADAC zu Ihrem Vorhaben?

de Vries: Seit Marktstart im Dezember des letzten Jahres führen wir regelmäßig viele interessante und konstruktive Gespräche und konnten bereits ein starkes Netzwerk und Partnerschaften beispielsweise mit Eco-Consult, einem der führenden Anbieter von Spritspartrainings oder der AutoBILD, welche alle Testfahrten mit der ARKTIK Karte ausgleicht, aufbauen. So wie der ADAC sich als Mobilitätsdienstleister versteht, verstehen wir uns als Sprachrohr des klimaaffinen Autofahrers. Wir sind uns sicher, dass es Anknüpfungspunkte für eine zukünftige Zusammenarbeit gibt.

Skiba: Andere Organisationen und Meinungsführer unterstützen uns bereits: Der B.A.U.M. e.V. empfiehlt unser Angebot als Möglichkeit, nicht vermeidbare CO2-Emissionen klimawirksam auszugleichen. Prof. Graßl, führender Klimaexperte, ist prominentes Mitglied, und im März 2010 wurden wir von den Vereinten Nationen eingeladen. Auf dem "United Nations Forum on Climate Change Mitigation, Fuel Efficiency and Sustainable Urban Transport" stellten wir in Seoul unser Modell zum klimaneutralen Autofahren als einen innovativen Ansatz zur nachhaltigen Mobilität auf internationalem Parkett vor.

Nun wollen Sie also in einer Art modernem Ablasshandel dem modernen Autofahrer sein schlechtes Gewissen abkaufen. Doch hat er überhaupt eins? Wenn ja, wieviel ist es ihm wert? Und wenn nein, wie wollen Sie es anstellen ihm eines zu machen?

Skiba: Als 2008 die Idee aufkam, den im Flugbereich längst etablierten CO2-Ausgleich als wichtigen Klimaschutzbaustein, in den Alltag von Autofahrern zu integrieren, stellten wir uns natürlich die Frage, ob der Autofahrer bereit ist, seinen Beitrag zum Klimaschutz in dieser Form zu leisten. Wir haben daher gemeinsam mit etablierten und unabhängigen Marktforschungsinstituten (MWResearch, IPSOS) im Rahmen einer repräsentativen Studie 1.000 deutsche Autofahrer zur Akzeptanz des freiwilligen CO2-Ausgleichs befragt. Es zeigte sich, dass 90% der Autofahrer bereit sind, einen persönlichen Beitrag zur Lösung der Problematik des Klimawandels zu leisten. 72% halten den CO2-Ausgleich auch im Pkw-Sektor für sinnvoll und annähernd die Hälfte aller Befragten würden die CO2-Emissionen ausgleichen, sobald es ein adäquates Produkt dafür gäbe. Das Bewusstsein und die Handlungsbereitschaft sind daher durchaus gegeben. Die Maßnahmen dürfen nur keine zusätzlichen Routinen hervorrufen und müssen so einfach und praktisch wie möglich sein, damit sie Anwendung finden.

de Vries: Wir verstehen den CO2-Ausgleich auch keineswegs als "Ablasshandel", sondern als konkrete, messbare und wichtige Klimaschutzleistung zum Ausgleich eines vorher oftmals nicht vermeidbaren Klimaschadens, der durch das Autofahren entsteht. Wir wollen den Autofahrer jedoch nicht belehren und zeigen ihm zusätzlich zum CO2-Ausgleich Vermeidungs- und Verlagerungsstrategien und klären in Form von regelmäßigen, anschaulich aufbereiteten Informationen und Analogien zum CO2-Ausgleich über die Klimawirkung des Autofahrens auf. Dabei ist unser Angebot kein "Freifahrtschein" zum unbekümmerten Autofahren, sondern gezielt darauf ausgerichtet, einen Verhaltenswandel hin zu einer klimabewussteren Mobilität zu erwirken. Eine von uns unter unseren Mitgliedern kürzlich durchgeführte Studie belegt die erfolgreiche und nachhaltige Wirkung unserer Maßnahmen: 12% unserer Mitglieder fahren seit Nutzung der ARKTIK Karte weniger Auto als zuvor, da ihnen die regelmäßigen, anschaulichen Rückmeldungen in Form von E-Mails, SMS und dem persönlichen Online-Kundenkonto helfen, sich der Klimawirkung des Autofahrens bewusst zu werden.

Auch für Ihre Kooperations-Partner, die Mineralölhersteller, ist das Geschäftsmodell doch zuerst einmal gewöhnungsbedürftig, denn immerhin müssen sie ja zuerst einmal eingestehen, dass sie Schmutzfinken sind, um dann dafür zu sorgen, die Sache wieder irgendwie zu bereinigen. Wie waren die Reaktionen bei den bisherigen Verhandlungen?

de Vries: Die Resonanz bei den Tankstellenunternehmen war durchweg positiv und die Gespräche sehr konstruktiv. Die Unterstützung beim 100%igen CO2-Ausgleich mit mehr als der Hälfte des nötigen Klimabeitrags durch unseren ersten Kooperationspartner JET ist ein tolles Ergebnis für alle Seiten.

Skiba: Das Gute an unserer Idee ist ja, dass diese alle Beteiligten einlädt, also Autofahrer und Tankstellenunternehmen gleichermaßen, sich am Klimaschutz zu beteiligen. Dass wir als junges und unabhängiges Unternehmen etablierte Tankstellenunternehmen für die Zusammenarbeit begeistern konnten zeigt: Wenn man Unternehmen davon überzeugen kann, dass ihren Kunden Klimaschutz wichtig ist, diese auch bereit sind, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Nun würden wir doch gerne wissen, wie Sie überhaupt auf die Ressourcen haben entwickeln können, um dieses Projekt voranzutreiben. Immerhin sind ja viele gute Connections, viel Vertriebsschweiß, viel Geld für die System-Entwicklung und Aufwand für die Vernetzung fällig. Wie haben sie diese personellen und monetären Leistungen bestreiten können?

Skiba: Bis kurz vor Marktstart haben wir tatsächlich nur zu dritt an unserer Idee gearbeitet. In der heißen Phase haben wir dann Unterstützung von studentischen Mitarbeitern erhalten. Im November des letzten Jahres stellten wir unseren ersten festen Mitarbeiter ein und ein halbes Jahr später begrüßten wir ein weiteres festes Teammitglied. So wächst unsere ARKTIK Familie langsam aber stetig. Derzeit sind wir somit vier Vollzeitkräfte und zwei freie Mitarbeiter. 

de Vries: Wichtig sind natürlich auch Experten zur Unterstützung zu haben. So steht uns seit Beginn Professor Thomas J. C. Matzen mit Rat und Tat zur Seite und fungiert als Investor. Zu Beginn fanden wir auch in seinen Räumlichkeiten Unterschlupf, bis wir kurz vor Marktstart unser eigenes Büro in Hamburg bezogen. Wir haben mit der ARKTIK Karte angefangen und bauen unsere Angebot nun sukzessive aus.

Erzählen Sie uns doch auch ein wenig vom Ablauf Ihres Projekts: Womit haben Sie begonnen, wie ging es weiter?

Skiba: Im März 2008 haben wir uns erstmals mit der Idee und mit den Möglichkeiten des CO2-Ausgleichs befasst. Die Möglichkeit, die CO2-Emissionen aus Flugreisen bei der Onlinebuchung oder im Reisebüro auszugleichen ist sehr erfolgreich und akzeptiert. Da wir auch Autofahrer sind, haben wir uns gewundert und gefragt, warum sich die bisherigen Angebote an Autofahrer, ihre CO2-Emissionen auszugleichen, anders als bei den Angeboten für Flugreisen, noch nicht durchgesetzt haben. Aus unserer Sicht fehlte bislang einfach ein Angebot, dass Klimaschutz für Autofahrer in den Alltag integriert. Da wir alle auch die Kartenprogramme der Tankstellenunternehmen kennen, haben wir gedacht, dass eine Tankkarte mit zusätzlichem Klimaschutznutzen eine großartige Idee ist. Die Marktakzeptanz wurde durch eine repräsentative Marktstudie, dem ARKTIK Report, validiert. Ergebnisse haben unterstrichen, dass das Potenzial zur Nutzung des Angebotes vorhanden ist.

de Vries: Dann suchten wir den Kontakt zu Tankstellenketten, bei denen wir mit der Idee auf offene Ohren stießen. Die Entscheidung fiel schließlich auf JET als ersten Kooperationspartner. Seit Dezember 2009 kann die Karte zum klimaneutralen Tanken nun bundesweit an allen JET Tankstellen genutzt werden. Gespräche und Verhandlungen mit weiteren Partnern laufen. Im November dieses Jahres werden wir einem weiteren großen Tankstellenunternehmen unser Akzeptanznetz ausweiten. Unsere Vision ist es, dass an allen deutschen Tankstellen die Klimabelastung durch das Autofahren direkt beim Tanken mit der ARKTIK Karte neutralisiert werden kann. Mittelfristiges Ziel ist dann auch die Expansion ins deutschsprachige Ausland. Parallel werden wir noch in diesem Jahr unser Angebot auf andere Mobilitätsformen ausweiten. Es bleibt also spannend bei uns.

Wann war der Zeitpunkt, ab dem Sie gefühlt haben: Das Ding könnte tatsächlich funktionieren?

Skiba: Unser Prinzip ist natürlich absolut abhängig von dem Zugang zur Infrastruktur des Flottenmanagements der Tankstellenunternehmen. Nachdem die ersten Gespräche mit den Unternehmen so positiv verliefen, waren wir überzeugt, dass unser Modell nicht mehr nur länger eine Vision ist.

de Vries: Die Bereitschaft zur Co-Finanzierung des Klimabeitrags der Autofahrer war zudem ebenfalls ein wichtiger Schritt. Ab diesen Momenten hatten wir keinerlei Zweifel mehr und stellten fest, dass sich der Mut, etwas Neues anzupacken, immer auszahlt. Wer eine gute Idee hat, sollte sich trauen und die Sache angehen. Einfach machen ist unsere Devise!

Haben Sie keine Bedenken, dass das Arktik-System langfristig Probleme bekommen wird? Wie wollen Sie den Konsumenten dazu bewegen, Ihre Karte ständig zu benutzen und nicht nach einmal Gewissens-Tanken schon wieder in der Versenkung des Handschuhfachs für immer verschwinden zu lassen?

Skiba: Nein, derzeit sehen wir keine Schwierigkeiten. Klimaschutzprodukte müssen einfach sein und dürfen keine zusätzlichen Hürden hervorrufen. Nur dann werden sie von einer breiten Masse genutzt und haben so einen maßgeblich positiven Effekt auf das Klima. Genau darauf zahlt unser Modell der ARKTIK Karte ein. Der Umgang entspricht dem gelernten Prozess einer EC-Karte. Sie ist einfach und praktisch in den Alltag integriert.

de Vries: Sicher haben wir uns auch gefragt, ob die Nutzung am Ende nur eine Eintagsfliege ist. Unsere Mitgliederbefragung bewies das Gegenteil. So gaben 72% an, ihre ARKTIK Karte bei jedem Tankvorgang zu nutzen. Sie integriert demnach Klimaschutz erfolgreich in den Alltag des Autofahrers. Unsere regelmäßigen, kontinuierlichen Rückmeldungen an die Mitglieder tragen maßgeblich zur Identifikation und dem Bewusstsein gegenüber die Folgen des eigenen Handelns bei und bewirken so eine tatsächliche Veränderung hin zu einem verantwortungsvollen Alltagsverhalten.

Und wie wollen Sie die Konsumenten überhaupt ansprechen? Soll das über die Tankstellen geschehen oder haben Sie noch andere Wege im Sinn? Wie etwa schon die Autohersteller mit einspannen?

Skiba: Wir sprechen unsere Kunden zum einen direkt über den POS, also die Tankstellen, an. Hier gibt es Informationsflyer mit anschaulichen Informationen zur ARKTIK Karte, dem CO2-Ausgleich und unseren Klimaschutzprojekten. Zudem sind wir immer wieder auf Messen und Symposien, um dort den direkten Austausch mit allen Interessengruppen zu pflegen und auf die Bedeutung und das Potential des CO2-Ausgleichs für Autofahrer aufmerksam zu machen. Auch unsere Partner unterstützen uns in der Ansprache und als Multiplikatoren. Natürlich nutzen wir auch die neuen Medien wie Facebook und Twitter, um einen direkten Austausch und Dialog mit unseren Mitgliedern und der Klimaschutz-Community zu fördern.

Womit machen Sie eigentlich Gewinn?

de Vries: Mit der ARKTIK Karte finanzieren wir uns ausschließlich über den monatlichen Mitgliedsbeitrag von 2,00 EUR. Gewerbekunden bieten wir auch CO2-Ausgleich ohne Tankkarte an: z.B. von Flug- & Bahnreisen & anderen CO2-Emissionsquellen. Hierzu vereinbaren wir eine branchenübliche Beratungs- & Bearbeitungsgebühr. In Kürze werden wir auch einen Onlinerechner für die praktische Kompensation von Flügen anbieten, um unsere Angebotspallete zu vervollständigen.

Und wie werden sie Klimaprojekte ausgewählt und überwacht?

Skiba: ARKTIK Mitglieder fördern zum CO2-Ausgleich ausschließlich Klimaprojekte, die den vom WWF mit entwickelten Richtlinien des Gold Standards entsprechen. Er wird nur an Projekte vergeben, die nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen führen und gleichzeitig gut für die lokale Umwelt und soziale Belange der Bevölkerung sind. Alle unsere Klimaschutzprojekte werden von einer UNO-anerkannten Stelle überprüft. First Climate, eines der weltweit führenden Unternehmen im Emissionshandel, sorgt für die Bereitstellung der Klimaschutzprojekte, die transparente Abwicklung des Kaufs und die Stilllegung der Zertifikate in offiziellen Registern.

de Vries: Wir bieten unseren Mitgliedern die Möglichkeit, aus drei unterschiedlichen Klimaschutzportfolios je nach Wunsch eines auszuwählen, in welches der Klimabeitrag investiert wird: Wind/Wasser/Sonne, Biomasse/Biogas oder Energieeffizienz. Dies fördert die Auseinandersetzung und stärkt die Identifikation mit den Projekten und dem Thema sowie den Möglichkeiten des CO2-Ausgleichs.

Zum Schluss möchte ich von Ihnen noch wissen, welcher der schönste Moment für Sie während der Gründung war?

de Vries: Jeder einzelne Teilabschnitt, jede Etappe sind tolle Momente. Wenn man sieht, dass die gemeinsame Arbeit gelingt und man etwas erschaffen hat, macht das Spaß. Der Markteintritt, d.h. als die Website fertig war und der Moment an dem die Karte an der Tankstelle genutzt werden konnte, war für uns jedoch natürlich ganz besonders.

Skiba: Wenn man am Ende das fertige Produkt in den Händen hält und man registriert, dass man etwas erschaffen hat, ist das ein großartiges Gefühl. Man kann das mit einer Schwangerschaft vergleichen: Viele tolle Momente, aber man freut sich natürlich am meisten, wenn das Kind da ist.

Ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen nachhaltigen Erfolg!

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