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01.08.14Kommentieren

Was Frauen wollen

Lebensstrategie - Chance für Frauen mit Beruf und Familie

Noch immer gründen und leiten Frauen im Schnitt deutlich seltener ein Unternehmen als Männer. Die gute Nachricht: Der Abstand verringert sich. Aktuelle Zahlen belegen, dass Frauen bei Gründungen im Nebenerwerb sogar schon gleichgezogen sind. Selbstverwirklichung und Vereinbarkeit von Job und Familie sind dabei für viele ausschlaggebende Faktoren, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

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Gründungen im Nebenerwerb boomen – das belegte jüngst der KfW-Gründungsmonitor 2014. Während sich in 2013 merkbar weniger Menschen im Vollerwerb selbstständig machten als in den Jahren zuvor, gab es gleichzeitig mehr Nebenerwerbsgründer denn je – und davon waren fast die Hälfte (49 Prozent) Frauen. Zur Gründungswelle im Nebenjob trägt die Damenwelt also maßgeblich bei. Die Möglichkeit, in Teilzeit selbstständig tätig zu werden, kommt dabei den Anforderungen und Ansprüchen entgegen, die viele Frauen an eine Existenzgründung stellen.

Selbstständigkeit und Lebensplanung

Die Entscheidung, in Eigenregie unternehmerisch tätig zu werden, eröffnet die Chance, die Balance zwischen beruflichem und privatem Lebensbereich selbst in die Hand zu nehmen. Für viele Frauen spielt vor allem diese Flexibilität eine große Rolle – mehr als Status oder Einkommen. Anders als Männer, aus deren Sicht der Schritt in die Selbstständigkeit meist vornehmlich der Karriere dienen soll, nutzen Frauen eine derartige berufliche Veränderung als grundsätzliche Lebensstrategie. Diese ist besonders geeignet, Konflikte zwischen Familie und Beruf zu vermeiden. Die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere wird immer noch in stärkerem Maße von Frauen als Herausforderung begriffen, die es zu meistern gilt. Eine Gründung im Nebenerwerb heißt dann für viele, Mutter und Hausfrau und Gründerin gleichzeitig sein zu können. Aber auch Karrierefrauen bevorzugen hierzulande eigenverantwortliches Arbeiten und ziehen die Unternehmensgründung der Manager-Position im Anstellungsverhältnis vor. Zwar liegen Frauen bei den Vollerwerbsgründungen noch weit zurück, aber auch in diesem Bereich sind die Zahlen steigend. Faktoren, die diese Entwicklung begünstigen, sind zum einen die wachsende Anzahl Frauen, die beruflich tätig werden, und darüber hinaus beispielsweise auch die Tatsache, dass Frauen in den letzten zehn Jahren auch immer häufiger eine Unternehmensnachfolge antreten.

Ziel: Die eigenen Talente fördern

Neben dem Wunsch, Familie und Job besser miteinander in Einklang zu bringen, spielen auch ganz persönliche Faktoren eine Rolle, wenn Frauen sich selbstständig machen. Worin die Motivation zur Existenzgründung besteht, legte bereits die Gründerinnen-Studie 2013, die im Auftrag der HypoVereinsbank durchgeführt wurde, detailliert dar. Die Ergebnisse dieser bundesweiten Online-Umfrage unter Gründerinnen belegen, dass dabei sowohl der Wunsch nach einer erfüllenden Tätigkeit als auch das Streben danach, die persönlichen Fähigkeiten weiter auszubauen für die meisten Gründerinnen ausschlaggebend sind.

Das Selbstverständnis der Gründerinnen

Die aktuelle Gründerinnen-Studie 2014 mit dem Titel Deutschlands neue Unternehmerinnen – Was Gründerinnen erfolgreich macht, wie sie führen, wie sie arbeiten zeigt darüber hinaus, dass das Selbstverständnis der meisten Gründerinnen ein sehr pragmatisches ist. Sie schätzen an sich besonders Qualitäten wie ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten oder emotionale Intelligenz – Fähigkeiten, die allgemein als weiblich erachtet werden – aber auch Entscheidungsfreudigkeit und Durchhaltevermögen stehen hoch im Kurs. Die Studie offenbart zudem, dass viele Gründerinnen bereits zum wiederholten Male ein Unternehmen aus der Taufe heben. Mehr als ein Drittel der Befragten war vor der Existenzgründung in einer Führungsposition tätig.

Für den Umstand, dass Frauen immer noch deutlich seltener eine Selbstständigkeit im Vollerwerb anstreben als Männer, werden meist Gründe wie eine geringere Risikobereitschaft oder eine grundsätzlich selbstkritischere Haltung angeführt. Gleichzeitig belegen offizielle Zahlen jedoch, dass es was den Erfolg bzw. das Scheitern von Gründungsvorhaben angeht keine Unterschiede zwischen Gründern und Gründerinnen gibt.

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